Einsamkeit nach einer narzisstischen Beziehung betrifft nahezu jedes Opfer. Du bist mit dem Alleinsein also nicht allein. Aber das ist erstmal nur ein sehr schwacher Trost. In diesem Ratgeber zeige ich dir, wie du Tag für Tag Schritte aus der Einsamkeit machst, welche Möglichkeiten du hast und wie du dir ein deutlich stärkeres soziales Netzwerk aufbaust – frei von toxischen Menschen.
Warum sind Opfer von Narzissten nach der Trennung so einsam?
Opfer von Narzissten sind nicht erst nach der Trennung besonders einsam, sie sind es bereits während der Beziehung. Denn narzisstische Menschen isolieren ihre Partner kontinuierlich von anderen. Sie zerstören das soziale Netzwerk des Opfers auf zahlreichen Wegen. Um nur ein paar Methoden zu nennen:
- Sie erzählen dir Lügen über andere, damit du dich von ihnen abwendest.
- Sie verbreiten Lügen über dich, damit sich andere von dir abwenden.
- Sie rauben dir die Energie und nehmen deine Zeit ein, wodurch deine Beziehungen zu anderen einschlafen können.
- Sie sind extrem eifersüchtig und stellen dich vor die Wahl: Entweder du trennst dich von Freunden und Familie oder der Narzisst trennt sich von dir.
Folgt dann nach der Trennung noch eine Schmutzkampagne gegen dich, stehst du vielleicht gerade vollkommen allein da. Die extreme Einsamkeit nach der Trennung von einem Narzissten hat aber auch noch andere Gründe.
Grund 1 für die Einsamkeit nach Narzissten: Scham
Vielleicht hat dich der Narzisst überall schlechtgeredet und Leute sogar gegen dich aufgebracht. Vielleicht bist du aber auch einfach (noch) nicht bereit dazu, über das zu reden, was er dir angetan hat.
Viele Opfer von narzisstischen Partnern fühlen sich dumm und schuldig. Vor allem bei verdeckten Narzissten konnten sie das zwar nicht ahnen, geben sich aber dennoch die Schuld und fragen sich, wie sie den Missbrauch so lange mitmachen konnten.
Falls es dir auch so geht wie vielen, vielen anderen: Nicht du als Opfer solltest dich schämen, sondern der Täter und seine Unterstützer.
Das wirst du nicht sofort verinnerlichen und auch nicht sofort emotional begreifen. Genau deshalb solltest du dich des Öfteren daran erinnern.
Grund 2 für Einsamkeit nach narzisstischer Beziehung: Entzug
Narzissten treiben ihre Opfer in die emotionale Abhängigkeit. Ja, sogar biochemisch betrachtet laufen hier die gleichen Prozesse wie bei einer Sucht ab. Und genauso ungesund wie Alkohol, Nikotin und Schlimmeres war die Beziehung. Ebenso schlimm fallen die Entzugserscheinungen aus.
Rational weißt du ganz genau, wie furchtbar es dir in der Beziehung ging und wie viel sie dich gekostet hat.
Irrational sehnen sich Teile von dir danach zurück, wie der Raucher nach einer Zigarette.
Das kann dich zunächst davon abhalten, neue Kontakte zu knüpfen oder gesunde Beziehungen zu pflegen.
Grund 3 für Einsamkeit nach Trennung von Narzissten: Trauma
Trauma, Missbrauch, Gewalt – bei diesen Wörtern haben die meisten Menschen Krieg, Vergewaltigung und Schläge im Kopf. Auch Opfer von Narzissten befinden sich aber in ständiger Angst und im Überlebensmodus und sind dadurch traumatisiert.
Der Narzisst kann (zunächst) weg sein. Das Trauma bleibt. Und mit ihm alle Folgen, wie extreme Müdigkeit und gleichzeitige Schlafprobleme, Angst, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Panikattacken und vieles mehr. Darunter auch Depressionen und extreme Erschöpfung.
Das schreit nicht gerade danach, besonders gesellig zu sein und neue Freundschaften zu schließen.
Grund 4 für Einsamkeit nach narzisstischer Beziehung: Angst
Während der Beziehung mit einem Narzissten spielt Angst eine große Rolle. Du läufst auf Eierschalen, befürchtest Strafen durch Schweigen und eine ganze Menge anderer Strafen, du fürchtest das Alleinsein, dass dich wirklich keiner mehr will, dass du nichts richtig machen kannst – Double Bind sei Dank.
Nach der Beziehung mit einem narzisstischen Menschen sind noch eine Menge dieser Ängste da. Dazu kommt aber auch, dass Narzissten extrem gefährlich werden, wenn du dich von ihnen trennst, anstatt eine sichere Trennung einzuleiten. Die potenziellen Folgen:
- Stalking
- Gewaltandrohungen und körperliche Gewalt
- Zerstörung deiner Existenz
- Schmutzkampagnen
- Einsetzen von „Flying Monkeys“
Manche Opfer von Narzissten haben Angst, das Haus zu verlassen, weil der Ex-Partner ihnen ständig nachstellt. Andere vertrauen niemandem mehr.
Grund 5 : Narzissten, überall Narzissten
Umso besser du dich mit den manipulativen Taktiken von Narzissten und anderen toxischen Menschen auskennst, desto besser kannst du dich vor ihnen schützen.
Mit wachsendem Wissen passiert bei vielen Opfern aber auch noch etwas anderes: Sie sehen narzisstische Züge und mehr auch in ihrem Umfeld. Vielleicht zum ersten Mal. Vielleicht auch nur deutlicher als bisher.
UND, sie setzen Grenzen.
Das führt in zahlreichen Fällen dazu, dass das noch vorhandene soziale Netzwerk schrumpft – denn nicht nur der Partner, sondern auch Freunde und Familie sind narzisstisch oder in anderer Hinsicht toxisch. Rational, mittel- und langfristig ist das das Beste, was dir passieren kann. Du schaltest dadurch deinen „Arschloch-Magneten“ aus. Emotional ist es in diesem Moment aber schmerzhaft, wenn du erkennen musst, dass sich Menschen aus deinem Leben verabschieden, weil sie dich nicht mehr ausnutzen und als Fußabtreter benutzen können.
Grund 6: Fehlendes Vertrauen
Opfer von Narzissten in einer Paarbeziehung glauben am Anfang, dass sie ihren Traummann oder ihre Traumfrau gefunden haben (schließlich gibt es auch weiblichen Narzissmus). Aus dem supertollen Zuhörer der ersten Wochen wird aber schnell und zugleich schleichend der Feind im eigenen Bett.
Hast du erlebt, wie der Mensch, dem du vertraust, jedes Geheimnis, jeden wunden Punkt von dir, jede Schwachstelle süffisant grinsend gegen dich verwendet? Wie dich jemand lächelnd verletzt?
Diese tiefen, seelischen Wunden lassen dich an jedem anderen zweifeln. Und an dir selbst. Dich auf neue Menschen einzulassen, fällt daher in etwa so leicht wie den Mount Everest mit Bleigewichten an beiden Beinen zu besteigen.
Grund 7: Keiner glaubt dir – Warum hast du denn nichts gesagt?
Wenn es wirklich soooo schlimm war, warum hast du denn dann nicht schon vorher was gesagt? Und ernsthaft, warum bist du denn nicht schon viel früher gegangen? Na, du übertreibst doch gerade! Abgesehen davon: Also, zu mir war der immer nett. (Es muss also an dir liegen.)
Opfer von (verdeckten) Narzissten stoßen häufig nicht etwa auf Verständnis und Trost, sondern auf Zweifel und Schuldzuweisungen.
Das gilt sogar dann, wenn sie vorher immer wieder Hilfe gesucht haben und sie sogar öffentlich schlecht behandelt wurden. Und das gilt leider immer noch, obwohl mittlerweile bekannt ist, dass vor allem Frauen statistisch betrachtet um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie sich trennen.
Bei diesem Victim Blaiming kann die Lust auf andere Menschen schnell vergehen. Aber die Einsamkeit bleibt.
Grund 8: Plötzlich wieder (Frei-)Zeit
Was oft vergessen wird, wenn es um die Trennung von einem Narzissten geht: die plötzlich entstehende Freizeit.
Narzissten nehmen ihre Opfer in vielfacher Hinsicht komplett ein. Sie erzeugen zum einen viel Arbeit, die du erledigen musst. Sie vereinnahmen zum anderen durch die Achterbahnfahrt der narzisstischen Beziehung deine Gedanken und deine Gefühle. Und sie lassen dich ständig an dir selbst zweifeln.
Nach der Trennung hast du schlagartig mehr Zeit, die du erst wieder mit gesunden und schönen Inhalten füllen musst. Statt dich nun aber befreit zu fühlen, die Zeit und deinen Freiraum zu genießen, kann genau dieses Mehr an Zeit das Gefühl der Einsamkeit noch verschlimmern.
Einsamkeit nach narzisstischer Beziehung – und schon währenddessen
Der Beginn narzisstischer Beziehungen besteht aus Lovebombing, Future Faking und Fast Forwarding, bevor es schleichend, aber steil bergab geht. Die schöne Aufregung des Anfangs wird gegen ein flaues Gefühl im Magen ersetzt, die Aufmerksamkeit gegen Breadcrumbing. Habt ihr euch in den ersten Wochen verliebt in die Augen geschaut, gibt es im weiteren Verlauf ständigen Streit und er setzt sogar Geschenke als Waffen ein.
Wollte er etwas von dir, musstest du springen. Hast du ihn gebraucht, standest du allein da.
Am Anfang war er ein großartiger Zuhörer. Später hat er dich nicht einmal mehr gefragt, wie dein Tag war.
Er war ständig eifersüchtig, hat sich aber gleichzeitig mit anderen vergnügt und neue narzisstische Zufuhr gesucht.
Wenn du ehrlich auf die Beziehung zurückschaust, fällt dir auf, wie einsam du schon währenddessen warst. Ihr hattet keine tiefen und tollen Gespräche mehr. Die längsten Konversationen waren Streitereien oder sie bestanden daraus, dass du Bedürfnisse geäußert hast, die er nicht erfüllen wollte. Ihr habt euch zwar im selben Raum aufgehalten, aber ebenso gut hättest du auf dem Mond sein können – ihn interessierte dein Aufenthaltsort nur wegen der Kontrolle über dich und wenn er etwas von dir wollte.
Wie oft hat er Gespräche und Treffen mit Freunden sabotiert? Wie oft hast du Unternehmungen abgesagt, weil du dich nicht mehr getraut hast, den Narzissten alleine zu lassen? Welche Hobbys hast du einschlafen lassen, weil du weder die Zeit noch die Energie dafür hattest? Oder, weil dein narzisstischer Partner sogar darauf eifersüchtig und neidisch war?
Die Einsamkeit war also schon viel länger da. Aber erst nach der Trennung hast du die Kapazitäten dafür, sie richtig zu spüren. Genau dieses Gefühl erzeugt einen Leidensdruck.
Wege aus der Einsamkeit nach narzisstischer Beziehung
Viele Opfer von Narzissten wollen nach der Beziehung einfach wieder ein normales Leben. Da die Beziehung aber zum einen traumatisierend war und zum anderen selbst nach einer Trennung oftmals noch Gefahren von dem narzisstischen Ex ausgehen, scheint das in unerreichbarer Ferne.
Schritt für Schritt kannst du es dennoch schaffen. Ja, selbst dann, wenn dein soziales Netzwerk gerade ein Scherbenhaufen ist.
Schritt 1: Erlaube deine Gefühle
Trauer, Wut, Liebeskummer, Verzweiflung, Angst, Hoffnungslosigkeit, dazu noch der Entzug – das Gefühlschaos ist belastend und kräftezehrend, obwohl es normal ist. Eine verständliche Reaktion ist es daher, es runterschlucken, verdrängen und ignorieren zu wollen.
Genau das kann sich aber bitter rächen.
Narzissten können nicht lieben. Du aber schon. Und du hast während der Beziehung und durch die Beziehung eine Menge verloren. Während der Beziehung wurden deine Gefühle mit Füßen getreten – jetzt liegt es an dir, nicht damit weiterzumachen.
Bist du wütend, sei wütend. Schlag ins Kissen, schrei, schimpf, schreib alles auf, worauf und weswegen du wütend bist.
Ist dir nach Weinen zumute? Wein los. Du hast allen Grund dazu.
Erschöpft und müde? Schlaf so viel du kannst.
Lass deine Gefühle zu, sie haben eine Berechtigung. Behandle dich dabei wie einen Freund. Würde dir ein Freund erzählen, dass er gerade eine furchtbare Beziehung durchgemacht hat, du würdest ihm die Gefühle nicht verbieten. Du hättest Verständnis und würdest trösten. Genau diese Behandlung verdienst du auch.
Schritt 2: Sei nett zu dir, auch wenn es schwerfällt
Bevor du alte Freundschaften reaktivierst oder neue Freunde suchst, und währenddessen: Achte auf dich selbst und behandle dich liebevoll.
Gönn dir dein Lieblingsessen, auch wenn du dich zum Kochen oder Bestellen und anfangs vielleicht sogar zum Essen zwingen musst.
Hör deine Lieblingsmusik, schaue deine liebsten Filme, lies deine liebsten Bücher.
Mach, was dir guttut. Sei es eine lange Dusche, Sport, eine Massage, ein Hobby oder singend durch die Wohnung tanzen.
Dir tut gerade gar nichts gut? Dann erinnere dich daran, was du früher gerne gemacht hast und mach genau das. Deine Gefühle können noch hinterherhinken, für dich selbst aktiv zu werden, ist dennoch entscheidend. Aktive Selbstliebe und Selfcare sind die Grundlage dafür, gesunde Wege aus der Einsamkeit zu finden.
Schritt 3: Geh es langsam an und nutz deine Vergangenheit
Wo wir gerade schon beim Erinnern sind: Erinnere dich an Menschen, die du während der Beziehung zu dem Narzissten vernachlässigt hast, denen du vielleicht sogar Unrecht getan hast, die du seit Jahren nicht gesehen hast. Nicht jeder Mensch in deinem Leben hatte mit dem Narzissten zu tun und auch nicht jeder hat seine Partei ergriffen.
Genau diese Menschen können und sollten Anlaufstellen für dich sein. Ehemalige Mitschüler oder Kollegen, (Fern-)Freundschaften, die eingeschlafen sind. Reaktiviere sie.
Geh es aber auch dabei langsam an. Zu schnell zu viel kann Opfer von Narzissten nach der Trennung schnell überfordern.
Schritt 4: Achte auf dich und deine Grenzen
Aus akuter Einsamkeit das soziale Netzwerk wieder aufbauen oder ausbauen zu wollen, ist ein bisschen wie hungrig einkaufen zu gehen. Es verleitet dich dazu, nicht allzu genau hinzuschauen und auch dazu, zu viel hinzunehmen. Das kann dich direkt wieder in die nächsten ungesunden Beziehungen stürzen.
Stell dir also immer wieder und bei jedem Menschen die Fragen:
Respektiert er meine Grenzen? Tut mir der Kontakt gut?
Sind die Antworten darauf Nein? Dann schränke den Kontakt ein. Hast du dein ungutes Bauchgefühl? Hör darauf. Nicht jeder neue Kontakt ist auch einer, den du erhalten solltest.
Schritt 5: Erweitere dein Wissen über Narzissten
Lovebombing und Gaslighting kennt mittlerweile so gut wie jeder (auch, wenn die Begriffe oft falsch verwendet werden). Hast du dich aber schon mal mit Mirroring beschäftigt oder mit Triangulation durch Narzissten? Erkennst du Projektion?
Das Narzissten-Wörterbuch hilft dir dabei, dein Wissen rund um Narzissten und andere toxische Menschen zu erweitern, von der Schuldumkehr bis zum Wortsalat und darüber hinaus.
Weißt du zum Beispiel, dass und warum Narzissten nicht allein bleiben können oder warum sie keine Hobbys haben?
Je besser du dich mit den Warnzeichen und dem großen Repertoire manipulativer Maschen auskennst, desto früher und besser erkennst du sie und umso besser kannst du dich vor ihnen schützen.
Schritt 6: Erwarte keinen sofortigen Erfolg
Während der Schulzeit fällt es vielen leicht, Kontakte, Bekannte und Freunde zu finden. Klar, wir werden ja auch mit zahlreichen Gleichaltrigen stundenlang auf einen Haufen geworfen und haben den einen oder anderen Lehrer als gemeinsamen Feind.
Im Erwachsenenalter wird es schwieriger, Menschen mit echten Gemeinsamkeiten zu finden, aus denen nette Bekannte oder gar Freunde werden. Stell dich also darauf ein, dass dein soziales Netzwerk nicht von heute auf morgen – in gesunder Form – wachsen wird. Schließlich sollten darin nur Personen landen, die dir guttun und auf die du dich verlassen kannst.
Schritt 7: Allein, aber nicht einsam
Allein zu sein, heißt nicht automatisch, einsam und unglücklich zu sein. Diesen Unterschied müssen Opfer von Narzissten oftmals erst wieder lernen.
Was dabei hilft? Achtsam im Alltag als Beruhigung und Besinnung auf dich. Ebenso wie Reframing und Dankbarkeit. Klingt komisch, und esoterisch, ist aber nachweislich wirksam.
Du kannst die Zeit allein zum Beispiel ganz genauso nutzen, wie du willst. Dabei ist egal, ob du eine Serie zum 12. Mal von vorne bis hinten durchschauen, ein ganzes Knoblauchfeld essen, 3 Stunden am Stück auf deinem Handy spielen oder ein zweites Standbein aufbauen willst. Keiner wird sich darüber beschweren oder dir sagen, dass du was anderes machen sollst. Lern dich selbst besser kennen und sei dankbar dafür, dass du nicht mehr als narzisstische Zufuhr ausgenutzt und zugrunde gerichtet wirst. Selbst wenn das am Anfang schwerfällt.
Einsamkeit nach narzisstischer Beziehung – deine Möglichkeiten
Kommen wir endlich zu den konkreten Möglichkeiten, die du zum Bekämpfen der Einsamkeit nach einer narzisstischen Beziehung hast. Darunter:
- Apps
- Chats und Foren online
- Ehrenamt aufnehmen
- Frauenberatungsstellen und Männerberatungsstellen
- Gute Taten vollbringen
- Hobbys
- Kurse
- Selbsthilfegruppen
- Spazierengehen
- Telefonfreunde
- Therapeuten und Coaches
- Traum erfüllen
- Vereine
- Zweites Standbein aufbauen
Schauen wir uns die Optionen mal genauer an:
Apps zum Freundefinden
Nein, die Rede ist hier nicht von Flirts und Partnersuche, sondern von Apps und Seiten für Freunde und solche, die welche suchen. Darunter zum Beispiel:
- BuddyME
- Bumble BFF
- friendsUp
- Meet5
- Meetup
- Nebenan.de
- Spontacts
Chats und Foren online
Hast du ein Haustier oder willst du eines? Tierhalter sind oft ganz schön gesprächig und haben auch bei anderen Themen rund um das Leben ein offenes Ohr. Auch in vielen anderen Bereichen kannst du durch Chats und Foren Kontakte und Gleichgesinnte finden, die eventuell zu Freunden werden.
Ein Ehrenamt aufnehmen
Ob du Spenden sammelst, Webseiten von gemeinnützigen Vereinen pflegst, Obdachlosen hilfst, im Katzenschutz aushilfst, Die Tafel unterstützt – ein Ehrenamt hilft auf mehreren Ebenen gegen die Einsamkeit:
- Du fühlst dich gebraucht und nützlich, was deiner Gesundheit und deinem Glücksempfinden zugutekommt.
- Du kommst in Kontakt mit Gleichgesinnten (und vielleicht mit Tieren).
- Du lernst Menschen kennen, die gerne helfen.
- Deine Perspektive verändert sich.
Also schau dich in deiner Umgebung um, wo du helfen kannst und willst. Ist nicht das Passende für dich dabei? Dann schaffe selbst einen Verein, hinter dem du stehst.
Frauenberatungsstellen und Männerberatungsstellen
Die Telefonseelsorge, Frauenberatungsstellen und Männerberatungsstellen helfen dir weiter, wenn deine Einsamkeit und dein Leiden akut ist oder du gerade nicht weißt, wo du anfangen sollst.
Ebenso wie der Weiße Ring sind sie auch dann passende Anlaufstellen, wenn du Gewalt erlebt hast, weiterhin unter den Folgen leidest oder dich schützen musst.
Gute Taten vollbringen
Jeden Tag eine gute Tat ist nicht nur das Motto der Pfadfinder. Es ist auch eine gute Möglichkeit, aus der Einsamkeit zu kommen – ohne dich überwinden zu müssen. Du kannst zum Beispiel einem Nachbarn helfen, an der Supermarktkasse ein ehrliches Kompliment machen, einen bienenfreundlichen Balkon einrichten und dich dazu beim Naturschutzbund informieren,
Ebenso wie beim Ehrenamt ändert das deine Perspektive, bringt dich in Kontakt zu anderen und erzeugt gute Gefühle. Es geht hierbei aber auch um den Aufbau von Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl.
Hobbys (mit Menschenkontakt)
Du liest viel und gerne und willst deine Einsamkeit nach einer narzisstischen Beziehung bekämpfen? Tritt einem Buchclub bei oder gründe einen.
Lieber Handarbeiten als Bücher? Handarbeitstreffs sind in der Regel kostenlos und dienen zu mehr als dem Austausch über Häkeln, Nähen und Stricken.
Es gibt zahlreiche (fast) kostenlose Hobbys, die du mit dem Kennenlernen neuer Menschen verbinden kannst.
Kurse besuchen oder geben
Tanzen, Klettern, Kochen, Selbstverteidigung, Instrumente, Sprachen – Kurse, Lehrgänge, Seminare und Workshops finden sich zu allen möglichen Themen. Schau dich nach dem passenden Angebot an oder gib selbst einen.
In jedem Fall lernst du etwas, kommst mit neuen Menschen in Kontakt und hast feste, soziale Termine.
Selbsthilfegruppen
Online oder vor Ort findest du hier Menschen, die dich und deine Einsamkeit nach einer narzisstischen Beziehung aus eigener Erfahrung sehr gut verstehen. Erfahrungsaustausch und Tipps, aber auch viele offene Ohren (ohne Verurteilung) helfen immens weiter.
Spazierengehen
Spaziergeh-Treffs finden sich immer häufiger, um Einsamkeit ungezwungen zu bekämpfen. Treffen, losgehen, plaudern: Schlimmstenfalls hast du dich eine Weile an der frischen Luft bewegt. Bestenfalls hast du dabei ein paar neue Kontakte geknüpft.
Du findest sie zum Beispiel unter:
- GemeinsamErleben
- Plattform gegen Einsamkeit
- Girls Talking & Walking
- Meet 5
Telefonfreunde
Einsamkeit nach narzisstischen Beziehungen kann auch daher rühren, dass du dich nicht mehr aus dem Haus traust oder dir die Kraft für Treffen fehlt. Vielleicht vertraust du auch gerade schlicht niemandem mehr, den du kennst, weil sie die Partei des Narzissten ergreifen, dich angezweifelt haben oder kein Verständnis zeigen.
Wenn du also einfach nur telefonieren willst, sind Telefonseelsorge und Telefonfreunde die beste Wahl. Du findest sie zum Beispiel unter:
- Plaudernetz der Malteser
- Silbertelefon und Silbernetz
- FonPartner
- GemeinsamErleben
- Bumble For Friends
Therapeuten und Coaches
Nach der Beziehung mit einem Narzissten ist nicht nur Einsamkeit ein großes Problem. Opfer können bizarre Verhaltensweisen entwickeln, depressiv sein, unter Angststörungen leiden und von scheinbar harmlosen Auslösern getriggert werden.
Professionelle Hilfe ist hier entscheidend, damit das Trauma und der Narzisst nicht noch länger dein Leben beherrschen.
Traum erfüllen
Nach dem narzisstischen Missbrauch ist es wichtig, Positives in deinem Leben zu schaffen. Dinge, auf die du verzichtet hast, auf die du dich freuen kannst, auf die du hinarbeiten kannst. Das kann der Traumurlaub sein, dein Traumauto, eine ganz nach deinen Vorstellungen eingerichtete Wohnung, ein Haustier, ein Make-Over, dein Traumjob.
Es kann groß oder klein sein. Es kann ein Wunsch aus deiner Kindheit sein, wie reiten zu lernen, nach Japan zu fliegen, die beste Halloween-Party zu planen oder Akrobat zu werden.
Ob du Ballett tanzen willst, Zaubertricks lernen oder deine eigene Kunst verkaufen – in dem Moment, in dem du anfängst, auf ein Ziel hinzuarbeiten, verändert sich dein Fokus. Schon das allein ist ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit.
Hinzu kommt: Dich informieren und Rat von Experten einzuholen, bedeutet neue Kontakte zu Menschen. Ebenso wie Kurse besuchen, dich austauschen, Material besorgen oder einen Nebenjob annehmen, um das nötige Kleingeld für deinen Wunsch anzusparen.
Vereine
Wirf mal einen Blick auf Vereine und Verbände in deiner Umgebung. Denn es gibt eine ganze Menge mehr als klassische Sportarten. Gesang, Aquaristik, Terraristik, Hühnerhaltung, Federfußball, Oldtimer, Jugger, Sensenmänner, Zuckersammler, Scherzkekse, Umweltschutz, Quidditch, Pastafarian…
Du musst übrigens nicht direkt einem Verein beitreten, aber bereits Facebook-Gruppen können dafür sorgen, dass du neue Interessen und eine Menge neue Kontakte findest.
Zweites Standbein aufbauen
Ähnlich wie bei Traum und Ziel erfüllt das Aufbauen eines zweiten Standbeins mehrere Zwecke.
- Dein Fokus verändert sich: Weg von der Vergangenheit, hin zur Zukunft. Weg von dem, was du nicht durftest. Hin zu dem, was du endlich alles erreichen kannst.
- Selbstwirksamkeit und Unabhängigkeit wachsen: Eine eigene App gestalten, Day-Trader werden, zum Coach werden – ein zweites Standbein aufzubauen bedeutet, dass du dir immer wieder deine Selbstwirksamkeit beweist und dadurch emotionale Abhängigkeit von anderen löst.
- Größeres Netzwerk: Kontakt mit Kunden, Partnern, der Aufbau von Kooperationen – werden aus allen bereichernde private Kontakte? Nein, sicher nicht. Aber erstens bieten manche durchaus das Potenzial dafür und zweitens sind auch nette berufliche Gespräche nette Gespräche, die dem Einsamkeitsgefühl entgegenwirken.
- Investition in dich, statt Leerlauf: Einsamkeit nach narzisstischen Beziehungen und das Gefühl von Leere entstehen unter anderem dadurch, dass du dich während der gesamten Beziehung um den Narzissten gekümmert und dich selbst dabei vergessen hast. Du hast also schlagartig mehr freie Zeit und bist darauf getrimmt, dich zu kümmern. Also kümmere dich um dich und deine Zukunft – was sich beides mit dem Aufbau eines zweiten Standbeins verbinden lässt, denn dabei investierst du in dich selbst.
Wege aus der Einsamkeit nach narzisstischer Beziehung – lieber langsam
Am Anfang kann die Einsamkeit nach einer narzisstischen Beziehung schier unerträglich wirken. Hinzu kommen häufig noch andere Probleme, wie gesundheitliche Nachwirkungen, Behördengänge, Finanzen und rechtliche Fragen. Falls du dabei Hilfe brauchst, hast du noch weitere Ansprechpartner und Hilfsmöglichkeiten, wie:
- Ärzte
- Anwälte und Rechtsberatungen
- Frauenberatungsstellen und Männerberatungsstellen
- Weißer Ring
- Caritas
- Malteser
- Lokale Beratungsstellen für Finanzen, Psychologie und Schutz von Opfern
- Telefonseelsorge
Selbst wenn diese dir nicht direkt weiterhelfen können, können sie dich an die passenden Stellen weiterleiten.
Geht es bei dir um Wege aus der Einsamkeit, geh es langsam an. Setz bei der Partnersuche ebenso wie beim Finden von Freunden auf Slow Dating und lass dich nicht entmutigen, wenn es nicht mit jedem klappt – du willst schließlich nicht jeden oder irgendwelche Menschen in deinem Leben. Du willst die, die wirklich passen und auf die du dich verlassen kannst.







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