„Das habe ich nie gesagt!“ „Das ist nie passiert!“ „Das bildest du dir ein!“ – Narzissten leugnen und streiten auch dann noch ab, wenn du sie auf frischer Tat ertappst, mit 30 Beweisen konfrontierst und Zeugen aufführst. Narcissistic Denial – also narzisstisches Leugnen ist weit verbreitet und eine Gefahr für die Opfer. Warum Narzissten leugnen und abstreiten, wie sie dabei vorgehen und was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du hier.

Warum leugnen Narzissten und streiten alles ab?

Egal ob grandioser oder verdeckter Narzissmus: Narzisstische Menschen haben ein sehr fragiles Ego und einen extrem instabilen Selbstwert. Konfrontierst du sie also mit ihrem Fehlverhalten, einem ihrer negativen Persönlichkeitsmerkmale oder äußerst irgendetwas, das auch nur entfernt nach Kritik klingt, kommt es zum narzisstischen Leugnen.

Das narzisstische Abstreiten ist ein Selbstschutzmechanismus.

Sie wollen damit aber nicht nur aus der narzisstischen Kränkung heraus das Gefühl von Scham und Minderwertigkeit vermeiden. Sie wollen damit auch Konsequenzen für ihr Verhalten abwehren.

Streiten sie Fehlverhalten einfach ab und leugnen es – Das ist nie passiert / Das bildest du dir nur ein – müssen sie keine Verantwortung übernehmen.

Strategien beim narzisstischen Abstreiten

Der Narzisst sagt: „Das ist nie passiert!“ – alle wissen, er lügt und schon ist das Thema erledigt? Schön wäre es. Doch Narzissten lügen nicht nur dreist und ohne Reue, sie setzen weitere Strategien und manipulative Methoden ein. Darunter:

  • Gaslighting: Die Realität oder die Wahrnehmung des Opfers wird so massiv infrage gestellt, bis diese Person an ihrem eigenen Verstand zweifelt. Typische Sätze: „Das habe ich nie gesagt“ oder „Das bildest du dir nur ein“. Hierbei kann es sich auch um umfassende perfide Pläne handeln, durch die du sogar vor anderen als verwirrt, vergesslich oder unzurechnungsfähig dargestellt wirst.
  • Das DARVO-Prinzip: Dies ist eine der häufigsten Taktiken beim narzisstischen Abstreiten. Die Abkürzung steht für:
  1. Deny (Abstreiten der Tat)
  2. Attack (Angreifen der Person, die den Vorwurf äußert)
  3. Reverse Victim and Offender (Täter-Opfer-Umkehr – sich selbst als das wahre Opfer darstellen Du bist schuld daran, dass ich…)
  • Projektion: Eigene Fehler, böse Absichten oder negative Eigenschaften werden dem Gegenüber unterstellt. Zum Beispiel: Wenn der Narzisst lügt, wirft er dem anderen vor, unehrlich zu sein.
  • Wortsalat (Word Salad): Wenn das Abstreiten allein nicht reicht, wird das Gespräch durch endlose, unlogische Argumente im Kreis geführt, bis das Gegenüber erschöpft aufgibt.

Wo ist der Unterschied zwischen narzisstischem Leugnen und Lügen und „normalem“ Leugnen und Lügen? Beispiele

Beispiel 1: Ein Vater kommt nach Hause und findet die liebste Vase seiner Frau in Scherben auf dem Boden. Daneben liegt der Fußball seines Sohnes. Der Vater räumt die Scherben weg, damit niemand reintritt, und konfrontiert dann seinen Sohn.

„Du hast die Lieblingsvase deiner Mutter kaputt gemacht, NACHDEM ich dir so oft gesagt habe, du sollst drinnen nicht Ball spielen!“

Der Sohn meint: „Das war ich nicht!“

Der Vater konfrontiert ihn nun mit dem Beweis: „Ich habe durchs Fenster gesehen, dass du Ball gespielt hast und auf dein Zimmer gerannt bist, als die Vase kaputtging.“

Normal: Der Sohn gibt nun zu, dass er sich nicht an das Ballspielverbot im Haus gehalten hat, die Vase kaputt ging und er aus Angst vor Ärger und aus Schreck weggerannt ist. Er entschuldigt sich, gesteht später auch seiner Mutter sein Missgeschick und sein Fehlverhalten und versucht, es wieder gut zu machen.

Narzisstisch: Der Sohn leugnet weiter, dass er die Vase zerstört hat. „Das war ich nicht. Du hast das falsch gesehen!“, danach straft er seinen Vater durch Schweigen. Er wartet, bis die Mutter nach Hause kommt, rennt zu ihr und sagt zu ihr: „Papa hat deine Vase kaputt gemacht und dann hat er behauptet, dass ich das war! Ich habe es gesehen. Sogar wie er die Scherben weggeräumt hat!“

Er versucht also, seinem Vater zuvorzukommen, seine Mutter in einen Konflikt zu bringen (wem soll sie glauben), die Beziehung seiner Eltern zu stören und damit von seinem Fehlverhalten abzulenken.

In beiden Fällen lügt und leugnet der Sohn zunächst. Normal ist es, beides aufzugeben, wenn er mit Beweisen konfrontiert wird. Narzisstisch und damit gefährlich wird es, wenn die Person mit dem Abstreiten nicht weiterkommt und deswegen weitere Strategien anwendet. Das kann weiteres Leugnen sein, Gaslighting, manipulatives Strafen durch Schweigen, Ablenken und Abwerten, Angriff, Schmutzkampagnen oder das Einbeziehen von anderen Personen durch Triangulation.

Beispiel 2: Eine Frau befürchtet, dass ihr Mann fremdgeht. Alle Anzeichen sind da, doch er streitet es bisher ab. Eines Abends bekommt die Frau von einer Freundin eine Nachricht mit Fotos – darauf ist ihr Mann mit einer anderen Frau zu sehen, wie sie sich innig küssen.

Als ihr Mann nach Hause kommt, er musste angeblich lange arbeiten, konfrontiert sie ihn damit.

Normal: Der Mann gibt zu, dass er fremdgeht. Er hat gelogen, weil er seine Ehe nicht ruinieren wollte.

Narzisstisch: Der Mann streitet weiterhin alles ab, bis er die Nachricht und die Fotos sieht. Dann geht es los:

„Ach so, du setzt also schon Spione auf mich an, die mich verfolgen? Tolle Ehe, die wir führen. Und da wunderst du dich? Sowas Paranoides wie dich, als hätte ich dir je einen Grund gegeben, mir nicht zu vertrauen. Du bist diejenige, die alles zerstört hat und du flirtest doch ständig mit anderen! Wärst du nicht so und hättest nicht alles zerstört, hätte ich mich nicht trösten lassen müssen!“

Er streitet also zunächst weiter ab, greift dann an und schiebt ihr die Schuld zu – damit verfolgt er das DARVO-Prinzip. Er übernimmt keine Verantwortung für seine Tat, sondern stellt sich als armes kleines Opfer dar.

Narzisstischer Wortsalat ist nur eine der Taktiken, die oft mit narzisstischem Abstreiten einhergeht.

Was passiert, wenn das narzisstische Abstreiten nicht funktioniert?

Wenn Narzissten mit den Lügen, dem Leugnen und Abstreiten nicht weiterkommen, fahren sie oft eine ganze Bandbreite an anderen manipulativen Maschen auf. Darunter:

  • (verstärktes) Gaslighting: Das Ziel ist, dass du dich selbst anzweifelst und von anderen angezweifelt wirst.
  • Abwerten und Ablenken: „Als ob du so perfekt wärst! Du machst wohl nie Fehler, was?! Was war das denn dann letzte Woche als du…“ – dich runtermachen und ablenken sollen Angst erzeugen und dich vergessen lassen, dass es gerade um sein Fehlverhalten geht.
  • Aggressionen: „Wenn du das nochmal zu mir sagst, dann…“ Aggressionen und Drohungen können von körperlicher Gewalt bis zur angedrohten Trennung reichen.
  • Angriff: „Ach, du hast also Beweise gesammelt?! Wie krank ist das denn????“ – der Angriff soll dich zum Täter machen und dich ängstigen.
  • Minimierung: „Das war doch nur ein Spaaahaaaaß! Verstehst du denn gar keine Witze? Immer musst du übertreiben und bist nur auf Streit auf.“ Bei der Minimierung streitet der Narzisst nicht ganz ab, was er gemacht hat, stellt dich aber als humorlos, zu emotional und übertrieben dar.
  • Projektion: Der Narzisst lügt am Fließband, betrügt dich, leugnet und streitet ab – dann kann er dir nicht mehr vertrauen, weil du angeblich die Unwahrheit sagst.
  • Schmutzkampagne: Narzissten haben immer wieder Angst davor, dass ihre Opfer die Wahrheit über sie erzählen. Dass sie anderen erzählen und vielleicht sogar zeigen, was hinter verschlossenen Türen passiert. Um dem zuvorzukommen, isolieren sie ihre Opfer und ruinieren ihren Ruf.
  • sich als Opfer darstellen: Vor allem verdeckte Narzissten stellen sich immer wieder als Opfer dar und verschleiern damit, dass sie die Täter sind.
  • Strafen durch Schweigen: „Dann red ich halt nicht mehr mit dir!“ Sagen sie keinen Ton mehr zu dir wirst du schon davon abrücken, auf die Wahrheit zu bestehen.
  • Triangulation: „Die anderen finden auch, dass du unrecht hast.“ – Der Narzisst bezieht andere Menschen mit ein, damit du dich noch isolierter fühlst und an dir zweifelst.
  • Wortsalat: „Du denkst ich gehe fremd? Wenn deine Mutter am Karfreitag nicht die zweite Episode von der neuen Serie hätte sehen wollen, dann wären wir jetzt gar nicht hier oder denkst du, deine Freundinnen finden das gut? Huh?“ – Wortsalat ist das unlogische und unzusammenhängende Aneinanderreihen von Behauptungen und Anschuldigungen, Lügen und Gesprächsfetzen.

Oft sind diese manipulativen Taktiken eng miteinander verwoben, vermischen sich und werden im Wechsel oder sogar gleichzeitig eingesetzt.

Der Grund dahinter: Wenn der Narzisst dich erst mit Wortsalat verwirrt, im Anschluss mit Schweigen straft und dann noch andere Menschen einbezieht, während er deinen Ruf ruiniert, schwirrt dir der Kopf und deine Gefühle fahren Achterbahn. Du bist also in einer geschwächten Position und kannst nicht mehr ruhig und durchdacht auf das narzisstische Leugnen reagieren.

Narcissistic Denial: Die Risiken für Opfer

Ihr hattet einen Streit, den der Narzisst provoziert hat. Er hat dich dabei beleidigt und bedroht, abgewertet und dir Dinge unterstellt, die er macht – nicht du. Während du mit den Nerven vollkommen am Ende bist, tut er so, als wäre nichts passiert.


„Was bist du denn heute so schlecht drauf?“, fragt er.

„Du hast mich sehr verletzt und mir Angst gemacht.“

„Was? Wann denn das?“

„Bei dem Streit.“

„Welcher Streit denn? Wann haben wir denn gestritten?“

Weil der Streit keine 24 Stunden her ist, bist du erstmal sprachlos. Wie kann er das vergessen haben oder so tun, als wäre nichts gewesen?

Und dann beginnst du, ihn erinnern zu wollen. Du nennst das Thema, erzählst, was er gemacht und gesagt hat. Aber er runzelt nur dir Stirn und wiederholt: „Welcher Streit denn?! Das hat nie stattgefunden, das bildest du dir ein, geht es dir gut? Ich mache mir Sorgen um deine Erinnerung und dich.“

Eine solche oder ähnliche Geschichte kennen viele Opfer von Narzissten:

Dir wird etwas angetan, danach wird alles abgestritten.

Allein diese Respektlosigkeit ist schlimm genug. An dieser Stelle hört es aber noch nicht auf.

Narzisstisches Leugnen geht mit einer ganzen Reihe an Risiken für die Opfer einher:

  • Sorgen: Anstatt dich um dich zu sorgen, sorgst du dich um den narzisstischen Täter und eure Beziehung. Und du vernachlässigst dich dabei selbst.
  • Selbstzweifel und Selbstwert: „Liegt es wirklich an mir? Hab ich das vergessen / mir nur eingebildet? Bin ich zu empfindlich, zu emotional, beziehungsunfähig?“ Die Kombination aus Gaslighting, Leugnen, Minimierung und DARVO kann ständige Selbstzweifel aufwerfen und deinen Selbstwert zerstören.
  • emotionale Abhängigkeit: Heute liebevoll, morgen narzisstisches Leugnen? Der ständige Wechsel und die Zweifel halten dich emotional gefangen.
  • emotionale Erschöpfung: Während der Narzisst seinen nächsten Schritt plant, um dich verwirrt und kleinzuhalten, wirst du immer erschöpfter.  
  • kognitive Dissonanz: In Partnerschaften, Freundschaften und Familien gibt es einen riesigen Widerspruch zwischen der Beziehung, in der du dich sicherfühlen solltest, Liebesversprechen und Bekundungen und dem, was dir von Narzissten angetan wird. Dieser Zustand ist auch als kognitive Dissonanz bekannt (er sagt „Ich liebe dich“ und quält dich gleichzeitig absichtlich).
  • Isolierung: Opfer von narzisstischem Leugnen haben oft Angst davor, dass andere ihnen nicht glauben. Es klingt ja auch mehr als absurd, dass jemand die Realität abstreitet oder selbst mit Beweisen konfrontiert noch leugnet. Warum sollte das jemand tun? Aus der Angst vor Zweifeln und Unglauben anderer sprechen Opfer oft nicht darüber, was ihnen angetan wird. Gleichzeitig werden sie aktiv von dem Narzissten isoliert.
  • Bauchgefühl: Redet dir jemand ständig ein, dass du etwas erfindest oder übertreibst, und du lebst in kognitiver Dissonanz? Früher oder später geht dadurch dein Bauchgefühlt verloren.
  • berufliche Schäden: Handelt es sich bei dem Narzissten um einen Kollegen oder einen Vorgesetzten, betrifft das narzisstische Abstreiten oftmals Arbeitsleistungen, den Diebstahl von Ideen und generelle Sabotage. Handelt es sich bei den narzisstischen Menschen in deinem Leben um Familie, Freunde oder Partner, können sie deine Energie und deinen Ehrgeiz zerstören, Rufmord begehen und dich ebenfalls vor wichtigen Terminen sabotieren.

Wie erkenne ich narzisstisches Leugnen?

Narzisstisches Leugnen und Abstreiten zu erkennen und von anderem Leugnen zu unterscheiden, ist einfach:

Gibt die Person es zu, wenn sie mit Beweisen konfrontiert wird?

Gibt sie es zu, ist das Verhalten nicht narzisstisch. Gibt sie es nicht zu, lenkt ab, spielt es herunter (du übertreibst immer so, das war doch nur ein Witz) oder gibt dir die Schuld daran, ist es narzisstisches Leugnen.

Es gibt aber auch noch einen weiteren Anhaltspunkt. Nahezu jede Person in einer narzisstischen Beziehung denkt sich früher oder später:

Ich hab das Gefühl, ich muss jedes Gespräch aufnehmen und alle Nachrichten speichern.

Denn du kannst gerade etwas abgesprochen haben und 5 Minuten später behauptet er, das wäre nie passiert. Er kann dich furchtbar behandeln und dann behaupten, du hast dir das nur eingebildet. Eine natürliche Reaktion darauf ist es, ihn mit Beweisen zu konfrontieren und dadurch zum einen dir zu zeigen, dass du dir nichts einbildest. Und zum anderen, ihn zum Zugeben zu bringen.

„Ich habe das Gefühl, unsere Gespräche aufzeichnen zu müssen.“ – ist übrigens ein deutliches Narzissten-Warnzeichen.

Wie schütze ich mich vor narzisstischem Leugnen?

Lügen, Leugnen, Abstreiten, Lovebombing, ständig Streit provozieren, Gaslighting, Breadcrumbing, Fast Forwarding, Future Faking, Double Binds… Wer mit Narzissten arbeitet oder – schlimmer noch – mit ihnen lebt oder leben muss, wird ständig manipuliert.

So häufig und intensiv, dass eine narzisstische Beziehung zu posttraumatischem Stress führt. Panikattacken und andere, zum Teil scheinbar bizarre Verhaltensweisen inklusive. Dich zu schützen ist daher ungemein wichtig.

Der einzige wirkliche Schutz gegen narzisstisches Leugnen: Leite eine sichere Trennung ein.

Der Narzisst kann nicht lieben und er wird sich auch nicht ändern. Er wird dich fortlaufend manipulieren, dich weiter als narzisstische Zufuhr missbrauchen, dich sabotieren und dir die Kraft rauben – oft, während er deinen Ruf ruiniert.  

Ist eine Trennung nicht möglich, kannst du lernen, besser mit narzisstischem Abstreiten umzugehen.

Wie gehe ich mit narzisstischem Abstreiten um?

  1. Begreife es als das, was es ist: ein sehr deutliches Warnzeichen. Der Narzisst wendet lieber weitere Lügen, Gaslighting und das DARVO-Prinzip an, als zu seinen Handlungen zu stehen und Verantwortung dafür zu übernehmen.
  2. Sammle Beweise: Selbst mit Beweisen konfrontiert, wird der Narzisst weiter leugnen und abstreiten oder dich beschuldigen. Dennoch sind sie wichtig. Denn sie zeigen ihm, dass du seine Lügen nicht glaubst. Sie zeigen dir, dass du dir nichts einbildest. Und sie können anderen zeigen, dass du dir weder etwas einbildest noch übertreibst.
  3. Lass dich nicht mehr auf narzisstisches Leugnen ein: Du weißt, was der Narzisst gemacht hat und, dass er lügt, wenn er es abstreitet. Also verzichte ab sofort auf Diskussionen darüber. Konfrontiere ihn damit und zieh deine Konsequenzen aus seinem Verhalten.
  4. DEEP-Technik und Grey-Rock-Methode: Narzisstisches Abstreiten dient zum einen dem Selbstschutz. Zum anderen aber auch der narzisstischen Zufuhr. Mit der DEEP-Technik und der Grey-Rock-Methode kannst du die narzisstische Zufuhr stoppen und dich vor der Manipulation schützen.
  5. Löse die emotionale Abhängigkeit: Je weiter du dich emotional löst, desto leichter fällt es dir, dich nicht mehr manipulieren zu lassen.
  6. Beende die Isolation: Narzissten isolieren ihre Opfer. Opfer von Narzissten isolieren sich häufig aber auch zusätzlich selbst, weil sie sich fälschlicherweise schuldig fühlen, schämen oder Angst davor haben, dass ihnen keiner glaubt. Rede darüber, was dir angetan wird. Es gibt deutlich mehr Menschen mit ähnlichen oder gleichen Erfahrungen, als du glaubst.
  7. Nutze Unterstützung: Therapeuten, Coaches, Freunde und Familie, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen sind Anlaufstellen, wenn du dich einsam fühlst oder Hilfe gegen das narzisstische Leugnen und andere manipulative Maschen brauchst. Findet es im beruflichen Bereich statt, sind Gewerkschaften, Ombudsstellen und Anwälte für Arbeitsrecht die richtigen Helfer.

Wie sichere ich Beweise gegen das narzisstische Abstreiten?

Beweise zu sichern ist nicht nur im beruflichen Bereich wichtig dafür, dass du dich vor dem Narzissten und seinem Narcissistic Denial schützen kannst. Auch im privaten Umfeld hat es mehrere wichtige Gründe:

  1. Deine Sicherheit.
  2. Dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.
  3. Deine Möglichkeiten, dich zu wehren.

Wie erreichst du das Sammeln und Sichern von Beweisen nun aber, ohne, dich dabei in Gefahr zu bringen?

Warum du dringend Beweise sammeln und dich schützen musst

Ein weiteres Warnzeichen von Narzissten ist es, dass sie mindestens zwei Gesichter haben. Das trifft vor allem auf verdeckte Narzissten zu. Sie sind hilfsbereit, witzig, großzügig, der nette Typ von nebenan – vor ihrem Publikum. Gegenüber ihren Opfern und hinter verschlossenen Türen fällt die Maske und aus dem tollen Typen wird ein Tyrann.

Das kann extreme Züge annehmen:

Der schlimmste Narzisst meines Lebens und ich waren auf einer Geburtstagsfeier. Er war wie immer betrunken oder tat zumindest so als ob. Als es an den Heimweg ging, stand eine Gruppe der Gäste auf dem Bürgersteig, uns eingeschlossen. Ich rief ein Taxi an, er torkelte auf die Straße schrie vorbeifahrende Autos an. Dann ging er dazu über, auf die Motorhaben, an die Scheiben und Fenster der Autos zu schlagen.

Ich hatte Angst. Ja, ein Teil hatte Angst um ihn. Dass er angefahren oder überfahren werden würde. Dass ein Fahrer aussteigen und ihm eine reinhauen würde. Dass gleich die Polizei anrückt. Aber ein größerer Teil von mir hatte Angst um mich. Angst vor seiner aggressiven Laune und vor seinem Alkoholpegel. Und es war mir peinlich, dass der über 30-jährige Mann sich gerade so benahm.

Mein Instinkt sagte mir, ich solle ins Taxi einsteigen, die Türen verriegeln lassen, allein nach Hause fahren, zu Hause meine Tür verriegeln, am besten noch in der Nacht mein Schloss austauschen lassen – egal wie teuer der Schlüsselnotdienst ist. Ich sollte außerdem meinem Instinkt danken, dass ich nie mit dem Narzissten zusammengezogen war.

Aber stattdessen blieb ich auf dem Bürgersteig stehen. Ein „Freund“ des Narzissten maulte mich vorwurfsvoll an, ich solle den schlimmsten Narzissten meines Lebens doch mal von der Straße holen. Als ob ich das körperlich geschafft hätte und als hätten nicht genug seiner Freunde ebenfalls etwas dagegen unternehmen können.

Mit zitternder Stimme rief ich: „Komm bitte von der Straße.“ – keine Reaktion. „Das Taxi ist da. Komm bitte von der Straße.“ – er torkelte zurück, lallte vor sich hin. Dann schnappte er mich, zog mich von der Gruppe weg und vollkommen ohne zu lallen und ohne zu torkeln flüsterte er mir ins Ohr: „Wenn du nochmal so mit mir vor meinen Freunden redest, bringe ich dich um. Ich stoße dich vor ein Auto und lasse es aussehen wie einen Unfall. Unfälle passieren.“ Danach torkelte, lallte, rief und lachte er wieder, als sei sein Blutalkohol so hoch wie der Mount Everest.

Niemand hatte bemerkt, wie er seine Maske abnahm, mir mit Mord drohte und die Maske dann wieder aufsetzte.

Am nächsten Tag stritt er ab, dass er das gemacht hatte. Dann gab er es zu – ich hatte es schließlich verdient. Dann stritt er es wieder ab. Dann gab er es wieder zu – aber hey, er war schließlich betrunken gewesen. Da kann so ne Morddrohung schon mal rausrutschen. Dann war es wieder nie passiert. Dann war es durchaus passiert und mit Absicht, denn angeblich hätte ich ihn vor seinen Freunden bloßgestellt. Dann war es passiert, das wusste ich, das wusste er – aber hey, ich hatte keine Zeugen und wer würde mir schon glauben. Schließlich hatte er dafür gesorgt, dass mir keiner mehr irgendwas glaubt.

Vermeide Alleinsein um jeden Preis

Menschen mit starken narzisstischen Zügen oder gar einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS) sind gefährlich. Nicht erst, wenn du dich von ihnen trennst, anstatt eine sichere Trennung einzuleiten.

Hat dir der Narzisst bereits bewiesen, dass er, ohne mit der Wimper zu zucken und überzeugend seine Taten abstreiten kann, glaub ihm. Und sieh die Gefahr darin.

Denk zudem daran, dass er sein wahres Gesicht nicht vor Publikum zeigt. Denn er will keine Zeugen.

Vermeide das Alleinsein mit ihm um jeden Preis oder reduzier es zumindest so weit wie möglich.

  • keine Autofahrten zu zweit
  • keine Spaziergänge zu zweit
  • keine anderen Unternehmungen zu zweit
  • such dir Hobbys, die dich von ihm weg-/aus dem Haus bringen
  • leg dir ein Ehrenamt zu, das dir weniger Zeit für ihn lässt und dein soziales Netzwerk wachsen lässt
  • mach Überstunden
  • triff dich mit Freunden und Familie
  • hilf Nachbarn
  • telefonier so oft und so lange wie möglich
  • lade immer wieder Gäste ein
  • besuche (Fern-)Freunde
  • nimm Zeugen zu Terminen mit
  • wenn andere den Raum verlassen und du dann mit ihm allein wärst, führ ein dringendes Telefonat, das dir gerade einfällt, oder geh auf Toilette

Das alles gibt ihm weniger Zeit und Gelegenheit, dir zu drohen, dir etwas anzutun und dann alles zu leugnen. Im Zweifelsfall gibt es dir außerdem Zeugen.

Dokumentiere alles

Ein Streit am Montag. Die 135. Lüge am Dienstag. Beleidung am Mittwoch. Abwertende „Witze“ über dich am Donnerstag. Ein weiteres gebrochenes Versprechen am Freitag. Am Samstag hat er mal wieder deine Arbeit als seine ausgegeben und dafür die Anerkennung eingeheimst. Und immer so weiter.

Indem du dokumentierst, was er tut und was er dir antut, erreichst du gleich mehrere Vorteile:

  1. Du hältst dir selbst klar vor Augen, wie die Beziehung wirklich ist. Das kann das Lösen aus der emotionalen Abhängigkeit vereinfachen. Ebenso wie das Einleiten einer sicheren Trennung.
  2. Du verringerst das Risiko für Gaslighting und Projektion. Es ist nicht mehr so leicht, dir Lügen oder ein Aggressionsproblem zu unterstellen, wenn du ihn in 27 Lügen erwischt und das dokumentiert hast und er am Dienstag den 20.Wutanfall der Woche hat, während du die Wahrheit sagst und ruhig bleibst.
  3. Es macht dich weniger anfällig für Verwirrung: Die meisten Narzissten sind nicht ab und an mal manipulativ und missbrauchend. Sie sind es am laufenden Band. Gerade das macht es so schwierig, noch den Überblick zu bewahren. Dokumentierst du das Verhalten, fällt es dir leichter und du lässt dich selbst durch Wortsalat nicht mehr verwirren.

Schriftlich, immer wieder schriftlich

Wann immer möglich, zieh Mails und Textnachrichten Gesprächen vor. Denn:

Erstens, reißen sich selbst Narzissten für gewöhnlich mehr zusammen, wenn sie es aufschreiben müssen.

Zweitens, wird hierdurch automatisch vieles dokumentiert.

Drittens, hast du hierdurch eine Akte, wenn (zum Beispiel im beruflichen Bereich), rechtliche Schritte notwendig sein sollten.

Viertens, kannst du so manche manipulative Masche dadurch vermeiden und bleibst selbst ruhiger.

Fünftens, kannst du dadurch wiederum in einigen Fällen vermeiden, dass du mit dem Narzissten allein bist.  

Screenshots

Der Narzisst lügt via Textnachricht, leugnet, streitet ab, gibt zu, streitet wieder ab, minimiert oder projiziert? Mach Screenshots, und zwar sofort. Bearbeitet oder löscht er die Nachrichten nachträglich, hast du auch gleich noch Beweise dafür, dass er versucht es zu vertuschen.

Aufnahmen

Die Person legt sich nicht auf schriftliche Kommunikation fest? Das Aufnehmen von Telefonaten und Gesprächen ohne die Einwilligung und Kenntnis der anderen Person ist in den meisten Fällen illegal. Selbst dann, wenn du beleidigt oder genötigt wirst.

ABER:

  1. Musst du um Leib und Leben fürchten, weil dich die Person bedroht, sind sie durchaus als Beweismittel zugelassen.
  2. Du kannst die Frage nach der Aufnahme an sich als Hilfe verwenden – ohne aufzunehmen.
  3. Du kannst dich aufnehmen und darauf hinweisen.
  4. Du kannst das Aufnahmeverbot umgehen, indem du in schwierigen Situationen andere Personen anrufst oder auf Lautsprecher schaltest.
  5. Lass Anrufe vom Anrufbeantworter annehmen.

An den folgenden Beispielen siehst du, wie es funktioniert:

Aufnahmen bei Bedrohungen

Wenn du bedroht wirst und du die Bedrohung aufnehmen kannst – nimm sie auf. Das ist zwar potenziell illegal, aber auch ein potenzielles Beweismittel.

Bring dich in Sicherheit, ruf Hilfe und dann besprich mit einem Anwalt das weitere Vorgehen.

Diktiergerät und Aufnahmen – ich nehme auf, weil…

Der Narzisst weigert sich, etwas schriftlich zu klären oder ignoriert deine Nachrichten sogar vollkommen? Im beruflichen Bereich kannst du dich hier an Betriebsrat, Ombudsstelle oder Gewerkschaft wenden. Auch ein Anwalt für Arbeitsrecht kann infragekommen, wenn ein Vorgesetzter immer wieder im mündlichen Gespräch problematisch wird und Kommunikation auf anderen Kanälen verweigert.  In diesen Fällen können beispielsweise Aussprachen mit Zeugen sinnvoll sein.

Du kannst eine Aufnahme aber auch gut begründen: „Ich nehme auf, damit ich keinen Punkt vergesse.“ – das macht es schwieriger, die Aufnahme zu verweigern. Alternativ kannst du telefonisch auch jemanden dazu schalten.

Andere anrufen und Lautsprecher einschalten

Manchmal ist bereits absehbar, dass ein Narzisst seine schlechte Laune an dir auslassen und später alles abstreiten wird. Leg dir für diesen Fall „Telefonzeugen“ im Handy parat, die du anrufen und notfalls mithören lassen kannst. Gerade, wenn die narzisstische Wut zuschlägt, kann sogar ein Anruf aus dem Nachbarzimmer reichen, damit die Person am anderen Ende der Leitung mitbekommt, was du gerade durchmachst.

Neben Freunden und Familie können auch die Telefonseelsorge, Beratungsstellen und Kontakte aus Selbsthilfegruppen, Therapeuten und Coaches infragekommen.

Gedächtnisprotokoll und Mail

Schreib nach Gesprächen ein Gedächtnisprotokoll und schicke dieses zur Kenntnisnahme per Mail. Das funktioniert nicht nur im beruflichen Bereich.

Auch privat kannst du aufschreiben, was passiert ist und was besprochen wurde. Oder, was der Narzisst gemacht hat und es ihm schicken.

Wehr dich gegen narzisstisches Leugnen: rede mit anderen und zieh Konsequenzen

Narzissten und andere toxische Menschen kommen so oft mit Leugnen, Abstreiten und Lügen durch, weil:

  • sie ihre Opfer isolieren
  • sie ihre Opfer verwirren
  • sie emotionale Abhängigkeit erzeugen
  • sie zwei Gesichter haben
  • Opfer oft keine oder sehr spät Konsequenzen ziehen

Während du dich noch fragst, was das narzisstische Leugnen soll und wie er das mit dir machen kann, plant er schon seine nächsten Maschen und Schritte. Während du keinen mehr zum Reden hast (oder es sich zumindest so anfühlt), redet er dich weiterhin schlecht und präsentiert dich als Täter, als verwirrt oder als Lügner – und sich selbst als Opfer.

Aus diesem Teufelskreis steigst du aus, indem du aus der Isolierung aussteigst, die emotionale Abhängigkeit löst und Konsequenzen ziehst.

  1. Rede darüber, was er dir antut.
  2. Halt dir vor Augen, was diese perfide Manipulationstaktik über den Narzissten aussagt.
  3. Wende die DEEP-Technik und die Grey-Rock-Methode an und entzieh ihm damit die narzisstische Zufuhr.

Indem du nicht mehr verwirrt oder emotional auf das narzisstische Abstreiten reagierst, weil du es durchschaust, und dich nicht mehr auf endlose Diskussionen einlässt, zeigst du dem Narzissten, dass er von dir keine Zufuhr mehr erhält. Diese Konsequenz verstehen narzisstische Menschen und suchen sich eine neue Quelle dafür.  

Willst du dich noch besser vor Narzissten schützen? Das Narzissten-Wörterbuch hilft dir dabei weiter: Narzissmus-Wörterbuch der manipulativen Maschen

Welche Erfahrungen musstest du schon mit Narzissten und anderen toxischen Menschen machen? Teil sie in den Kommentaren.

5 Antworten zu „Narcissistic Denial: Warum Narzissten abstreiten und leugnen“

  1. Avatar von Narzissten-Wörterbuch für mehr Klarheit in toxischen Beziehungen – Mein Leben Eben

    […] Narzisstisches Leugnen und Abstreiten ist gefährlich. Mehr darüber und wie du dich schützen kannst, erfährst du in dem Artikel: Narcissistic Denial: Warum Narzissten abstreiten und leugnen […]

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  2. Avatar von lachen allein ist keine Lösung

    Ich habe erst durch deinen Blog erfahren, dass ich mit jemandem verheiratet war, den du einen „verdeckten Narzissten“ nennst. In meiner grenzenlosen Naivität und Vertrauensseligkeit hatte ich gar nicht gewusst, dass es sowas gibt. Und mir sind auch erst durch deinen Blog diese ganzen fiesen und miesen manipulativen Techniken bewusst geworden, deren Opfer ich geworden bin.
    Danke für deine Aufklärung!!!

    Dieser Typ hatte schon bei unserem Kennenlernen fiese Macht“spielchen“ „gespielt“; war zweigleisig gefahren und hatte vermutlich ausgetestet, was ich alles mit mir machen lassen würde. Denn gleichzeitig war da das gewesen, was du „love-bombing“ nennst und ein angeblich riesengroßes Interesse an allen meinen Interessen etc.. Später schien er dann aber tatsächlich liebevoll zu sein, sich (ich bin schwerbehindert) lieb zu „kümmern“; machte tatsächlich nette überlegte Geschenke und war bei allen und jeden der nice guy.
    Dass da gleichzeitig sehr subtil eine immer stärkere Abwertung meiner Person mitlief, ist mir leider erst Jahre später aufgefallen:
    Bei unserem Kennenlernen hatte ich den deutlich „besseren“ angeseheneren und glamouröseren Job gehabt, als er (er hatte in seiner Familie mit mir angeben können).
    Ich hatte mehr Freund*innen, als er; verhalf ihm zu eigenen Freunden; und ich dumme Gans hatte mir auch noch Mühe gegeben, sein Selbstbewusstsein zu stärken, weil er sich immer als angeblich „schüchtern“ darstellte.

    Gleichzeitig bin ich in der Beziehung körperlich immer kränker geworden. Ich musste schließlich meinen Job aufgeben. Und da ich krankheitsbedingt nicht Autofahren kann, war ich mehr und mehr ans Haus gefesselt, was es leicht machte, mich zu isolieren.
    Als es mir dann ganz schlecht ging, verließ dieser „nice guy“ mich von einem Tag auf den anderen und zog zu einer anderen Frau (er war auch von einer anderen Frau direkt zu mir gezogen; und zu der vorherigen auch direkt aus einer anderen Beziehung gewechselt). Und er genoss sichtlich meinen Schock, meine Ohnmacht und verzweifelte Angst, in meinem schlechten gesundheitlichen Zustand plötzlich alleine dazusitzen.

    Und plötzlich war auch keiner meiner sogenannten Freund*innen mehr für mich da gewesen: Die einen hatten keine Zeit mehr für mich.
    Andere „antworteten“ auf meine verzweifelten Hilferufe nur mit Schweigen; und reagierten auch nicht auf meine Nachfragen, warum sie sich auf meine Mails hin nicht mehr bei mir meldeten.
    Und wieder andere kamen mit idiotischen Rat-Schlägen, und waren empört und wurden aggressiv, wenn ich ihnen sagte / schrieb, dass ich gerade etwas ganz anderes brauchte.

    Also versuchte ich, irgendwie neue Kontakte zu knüpfen. Aber die, die da auftauchten, nutzten meine Verzweiflung und meine Sehnsucht nach echter Freundschaft leider nur egoistisch für sich und deren Interessen aus. Sie waren ebenso „narzisstisch“ wie mein Exmann (sie werteten mich immer mehr ab, sahen aber auch die sanfteste Kritik von mir an ihrem Verhalten als „Majestätsbeleidigung“ an, die mir nicht zustehe, und verweigerten aggressiv jede Selbstreflexion).
    Und es fiel mir wieder schwer, das zu erkennen (und mir selbst einzugestehen), dass ich da wieder auf die Falschen hereingefallen war; und mich von diesen falschen „Freund*innen“ wieder zu lösen. Zumal es ja auch niemanden sonst mehr für mich zu geben schien. Und ich war immer ein soziales Wesen gewesen, das liebevolle Verbindung mit anderen braucht.

    Als es mir nach Jahren sehr mühsam endlich gelungen war, ein klein wenig Ich-Stärke für mich aufzubauen, musste ich leider feststellen, dass bereits in meiner Kernfamilie mein Ego von kleinauf zerschreddert worden war (was mich logischerweise zum leichten Opfer für andere bösartig egoistische „Narzissten“ gemacht hatte); und dass die noch Lebenden dieser Kernfamilie sehr empört und fies reagierten, als ich endlich (mit deiner Hilfe, danke! …) begann, mich gegen deren schlimme Übergriffigkeiten und Manipulationen zu wehren. Weil ich durch deine Beiträge überhaupt erst ein wenig verstand, was da passierte!

    Ich versuchte dann (vor Kurzem), in der weiteren Familie Hilfe für mich zu bekommen. Und bekam stattdessen auch von denen (wie von meiner Kernfamilie) Antworten, die alle manipulativen Techniken enthielten, die du hier unter „Darvo“ beschrieben hast; inklusive „Gaslighting“ und „Wortsalat“.

    Für mich bleiben zwei Fragen offen:

    Erstens: Waren die alle schon immer so; und ich hatte es nur nicht erkannt, weil ich – von mir ausgehend – automatisch immer Gutes in sie projiziert hatte?
    Tatsächlich erscheint mir das inzwischen wahrscheinlich. Und auch, dass das, was du als normales, gesundes Verhalten beschreibst (und was für mich auch immer selbstverständlich gewesen war, dass jeder Mensch, genau das als normales gesundes Verhalten ansieht und praktiziert!); heutzutage leider gar nicht mehr die Norm ist.
    Sondern, wie man auch an den „Trumps“ dieser Welt sehen kann, das mit Lügen und weiteren fiesen Strategien verbundene Abstreiten und Leugnen plötzlich als „normal“ gilt, und wer das nicht tut, als „dumm“.

    Zweitens: Ich habe auch die Vermutung, dass die betreffenden Personen sich eigentlich wertlos fühlen. Und so agieren, weil sie meinen, es wäre für sie zu „schmerzhaft“ sich ihrer Wertlosigkeit zu stellen. Aber ich verstehe es nicht: Sie hätten doch die Chance gehabt, von mitfühlenden Menschen zu lernen, selber mitfühlender zu werden und dadurch eigenen Wert aufzubauen! Warum machen diese seelisch kranken Leute stattdessen die mitfühlenden Menschen kaputt, und ihre eigene seelische Wertlosigkeit dadurch doch nur noch schlimmer?

    Liebe Grüße an dich!

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    1. Avatar von Jessika Mueller

      Hallo,

      und auch hier noch einmal ein großes Danke für deinen Kommentar, deine Offenheit und deine Fragen.

      Als bei dem schlimmsten Narzissten in meinem Leben eine NPS (Narzisstische Persönlichkeitsstörung) wie aus dem Lehrbuch diagnostiziert wurde, war meine erste Reaktion „So eitel und selbstverliebt ist er doch gar nicht.“ NPS und verdeckten Narzissmus kannte ich bis dahin nicht. Gerade deswegen fand und finde ich es wichtig, darüber aufzuklären und du machst mir mit deiner Nachricht da wirklich Mut.

      Es tut mir leid, dass dir das angetan wurde – nicht passiert ist – sondern aktiv von Tätern angetan wurde. Denn sie sind Täter. Sie machen nichts „aus Versehen“ – anderenfalls gäbe es nicht so einen gravierenden Unterschied zwischen der Nice Guy-Attitüde nach außen und vor Publikum. Und dem wahren Gesicht gegenüber dem Opfer hinter verschlossenen Türen. Sie wissen sehr wohl, was sie tun. Sie entscheiden sich bewusst dafür.

      Warum sie das machen, anstatt sich zu reflektieren? Reflektieren und ändern sind anstrengend. Parasitär leben ohne echte Konsequenzen ist einfach. Leider bekommen sie selten Konsequenzen zu spüren. Hörst du auf, wie gewünscht zu funktionieren, suchen sie eben das nächste Opfer/die nächste narzisstische Zufuhr – mit der gleichen Leichtigkeit und Gleichgültigkeit mit der „normale“ Menschen eine kaputte Kaffeetasse gegen eine neue austauschen.

      Was ich übrigens nicht glaube: Dass es früher weniger narzisstische Menschen gab.

      Wie das Ganze mit Pick me Frauen und Boy Moms, Frauenhass und Himpathy zusammenhängt, werde ich in den kommenden Wochen und Monaten beleuchten. Das brennt mir nämlich auch noch auf der Seele. Vielleicht kann ich damit noch ein paar deiner Fragen beantworten.

      Danke dir nochmals!

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  3. Avatar von lachen allein ist keine Lösung

    Liebe Jessica,

    vielen Dank für deine Antwort und die zusätzlichen Gedankenanstößen, die du mir damit gegeben hast!

     Zumindest scheint dein Ex dann ja aber therapeutische Hilfe gesucht zu haben, wenn bei ihm offiziell diese Diagnose gestellt wurde, was ja schon mal ein gutes Zeichen ist.

    Denn fast immer verweigern ja leider die Täter*innen (und auch die Gesellschaft), überhaupt anzuerkennen, dass die Täter*innen eine schlimme psychische Störung haben.
    Stattdessen wird behauptet, die Opfer würden der Psychotherapie bedürfen (sie müssten halt „resilienter“ werden o.ä.); so, als wären die Opfer psychisch / seelisch krank; obwohl in Wahrheit die Täter*innen die Kranken sind.
    Unter dem Stichwort „himpathy“ wirst du vermutlich u.a. genau das noch intensiver beleuchten, oder?

    Es tut mir gut, wenn du eindeutig sagst: „Das sind Täter*innen, und sie haben es absichtlich getan.“

    Ich selber habe mich erst vor Kurzem überhaupt getraut, Täter*innen nach Außen hin auch zu benennen; und es ist immer noch schwer für mich.

    Zum Einen, weil ich leider kirchlich pseudo-„christlich“ erzogen wurde, und mir dadurch leider „eingefleischt“ wurde, dass man (und v.a. frau…) andere Menschen nicht „verurteilen“ dürfe.
    Dass dieses kirchliche Pseudo-„Christentum“ etwas Krankes ist, das Täter*innen schützt, und Opfer fies im Stich lässt. Das konnte ich auch aufgrund dieser Fehl-„Erziehung“ viel zu lange überhaupt nicht erkennen. Obwohl es ja auch z.B. bezüglich des Missbrauchs von Messdienern etc. eigentlich klar ersichtlich ist, dass die Opfer dieses kirchlichen Pseudo-„Christentums“ jahrhundertelang meist von der gesamten Gemeinde und sonstigen Umgebung fies im Stich gelassen; und die Täter leider geschützt, und häufig sogar noch weiterhin von der Gemeinde und der Gesellschaft verehrt wurden.

    Zum Anderen fiel und fällt mir dieses Täter*innen benennen aber auch deshalb schwer, weil ich Angst habe, dass eine eindeutige Täter*innen Benennung womöglich wieder von anderen ebenfalls psychisch Kranken, narzisstisch Ruhmsüchtigen dazu missbraucht werden könnte, sich als „Held“ darzustellen, der womöglich gewalttätig gegen die Täter*innen vorgeht mit der Behauptung, er würde „Gutes“ tun, wenn er diese „bestraft“.
    Das wären natürlich auch selber Täter*innen, die im Grunde nur eine „Rechtfertigung“ für deren eigene Gewalttätigkeit gesucht haben. Ist aber leider gar nicht so selten. Und ich will auf keinen Fall selber zu Gewalttätigkeit und Leid anderer beitragen! So dass ich immer auch Angst hatte, dass meine „Anklagen“ wiederum von Psychisch Kranken als „Rechtfertigung“ missbraucht werden, um Schlechtes zu tun.

    Was ich (statt solcher narzisstisch Ruhmsüchtiger) mir für mich dringend gewünscht hatte, als es ganz schlimm war; wären Menschen gewesen, die mich geschützt und mir zur Seite gestanden hätten.
    Nicht gewalttätig, sondern indem sie den Täter*innen klar und deutlich gesagt hätten, dass diese Schlechtes tun! Dass niemand diese Täter*innen dafür „bewundert“, dass sie jemanden wie mich psychisch zu zerstören versuchten; sondern dass sie damit rechnen müssen, wegen ihres bösen Tuns gesellschaftliche Verachtung zu erfahren! Dass sie als Täter*innen der Therapie bedürfen!

    Das aber gab es vielleicht auch deshalb nicht, weil es sehr vielen dieser Täter*innen (ähnlich wie früher den Priestern) leider gelungen war, sich nach Außen hin eine Maske des angeblichen „Gutmenschen“ zuzulegen, hinter der sie ihr wahres Gesicht nach Außen hin verborgen und verdeckt haben.

    Selbstverständlich war und ist nicht jeder „Priester“ ein schlechter Mensch mit Doppelmoral.

    Aber ich finde es leider nach wie vor extrem schwer, zu erkennen, wer sich nur als „Gutmensch“ maskiert, und wer ehrlich am Guten für alle arbeitet.

    Ein Punkt für mich ist, das Motiv zu versuchen zu erkennen, warum jemand „Gutes“ tut und propagiert:

    Bei dir z.B. habe ich den Eindruck, dass dir ökologische Nachhaltigkeit wirklich ein wichtiges Anliegen ist, weil du wirklich eine bessere Welt für alle willst, daran arbeitest; und du das, was du anderen vorschlägst, selbstverständlich in deinem Leben auch selber umsetzt.

    Hier auf den Blogs bin ich von einer „Dame“ sehr fies gemobbt worden, die sich auf den Blogs häufig total empört über sogenannte „Klimaleugner“ geäußert hat, und auch bei anderen Dingen immer sehr gerne zum Angriff auf die blies, die ihrer Ansicht nach „unvertretbare“ Meinungen vertraten.
    Während ich mir lange Zeit tatsächlich Sorgen um das Klima und zunehmende Dürren gemacht hatte, was sich z.B. an der Art meines Gartens zeigt.
    Zeigte der Inhalt vieler ihrer übrigen posts ziemlich deutlich, dass diese „Dame“ sich zwar nach Außen hin „grün“ präsentierte; ihr in ihrem eigenen Leben aber Themen wie ökologisches Bewusstsein, ein wirklich besseres Leben für alle, echte Gerechtigkeit, soziales Verhalten; etc. offensichtlich nicht wirklich wichtig sind, sie selber teilweise genau das Gegenteil des Ökologischen und Sozialen lebt.

    Ich finde Lebensfreude sehr wichtig, aber eben nicht Lebensfreude, die (absichtlich) zulasten Anderer geht!

    Ihr hingegen geht / ging es offenbar völlig egoistisch um ein gutes Leben für sich, und andere zu bekämpfen und fies zu mobben, gehört für sie anscheinend zu dem, was sie als für sich „gutes“ Leben ansieht, weil es ihr „Spaß“ macht.

    Gerade deren mieses Verhalten hat mir auch das gezeigt, was du auch beschreibst: Dass ausgerechnet so miese Leute, die sich „groß“ damit vorkommen, andere einfach mal so zu demütigen; ihnen Gewalt anzutun; ihnen Angst zu machen; sie zu bevormunden; und fies zu diffamieren; oder die das „luuustig“ finden;
    seltsamerweise meist genau wissen, wer tatsächlich ein guter Mensch mit echtem Mitgefühl ist.
    Und dass solche Fieslinge sich dann an so jemand „heften“.

    Leider nicht um bessere Menschen zu werden (denn – wie du mir auch bestätigst, solche Fieslinge wollen leider gar keine besseren Menschen werden).
    Sondern um Elemente dessen, was der wirklich gute Mensch tut, für sich „mitzunehmen“.

    Nicht mit dem Motiv, zum Guten beizutragen. Sondern mit dem gegenteiligen Motiv: Das „Gelernte“ in ihre Maske einzufügen, die sie so nach Außen hin immer besser dastehen lässt; und es ihnen dann leider auch erleichtert, das nächste Opfer für sich zu finden.

    Und gleichzeitig mit dem Motiv, das echt Gute zu zerstören (fies zu diffamieren und all die anderen von dir beschriebenen Techniken anzuwenden).
    Damit die echt Guten sich gegenseitig kaum noch finden können, weil die echt Guten, wirklich Mitfühlenden (aufgrund all der „fake-Guten“) und der fiesen Diffamierungen und Verdrehungen dessen, was sie tatsächlich gesagt / geschrieben haben, von anderen nicht mehr wirklich eindeutig als Solche erkennbar sind. Die echt Guten aufgrund dieser fiesen Diffamierungen isoliert und entsprechend machtlos sind.

    Und es den echt Guten und wirklich Mitfühlenden dadurch sehr erschwert oder gar unmöglich gemacht wird, die „Fake-Guten“ (mit der so maskierten schweren Persönlichkeitsstörung) als bösartige Täter*innen zu enttarnen.
    Was vielleicht einer der Gründe dieser böswillig Agierenden ist, warum sie die gutwilligen mitfühlenden Menschen so „gerne“ diffamieren.       

    Liebe Grüße und danke für deine Arbeit

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  4. Avatar von Narzisstischer Wortsalat: Warum Narzissten verwirren und wie du es stoppst – Mein Leben Eben

    […] oder mich für seine Mutter hielt, kam, was bei einem Narzissten eben kommen musste – Narcissistic Denial: „Das habe ich nie […]

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