Umgang mit Hitze zu Hause: 15 überraschende Tipps gegen Hitze

Wenn im Sommer nicht einmal die Nacht wirkliche Abkühlung bringt, Spiegeleier direkt auf der Straße gebraten werden können und die Nerven langsam blank liegen, während Schweiß in Strömen fließt: Dann wird es höchste Zeit für wirklich wirksame Tipps gegen Hitze. Viel trinken, Schatten aufsuchen und vor allem in der Mittagszeit Anstrengung vermeiden – diese Ratschläge kennen wir alle. Es gibt aber noch eine Menge mehr, die dir dabei helfen, besser mit hohen Temperaturen umzugehen. Hier erfährst du sie.  

Tipp 1 gegen Hitze: Aromatherapie

Aromatherapie ist deutlich wirksamer als viele glauben – und das sogar als Tipp bei Hitze.

  • Ackerminze (Mentha arvensis) und Pfefferminze (Mentha piperita): Minze bringt den richtigen Frischekick, wirkt in die Schläfen einmassiert als Hausmittel gegen Kopfschmerzen und kann als Zusatz im Fußbad Körper und Geist angenehm kühlen.
  • Eukalyptus (Eukalyptus globulus): Eukalyptus kennen die meisten als Aromatherapie bei Erkältungen. Dabei ist sie auch dafür bekannt zu kühlen und zu entspannen. Der Duft sendet einen Reiz an unsere Kälterezeptoren. Diese melden daraufhin ein kühles Gefühl an das Gehirn und du fühlst dich in wenigen Sekunden erfrischt.
  • Lavendel (Lavandula angustifolia): Lavendel erfrischt zwar weniger direkt, fördert dafür aber Entspannung, hilft beim Stressabbau und verbessert deinen Schlaf. Schlaf ist bei hohen Temperaturen weniger erholsam, weswegen du den Effekt des Lavendels dringend nutzen solltest.
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis): Rosmarin ist ein gesundes Gewürzkraut und dazu auch noch lecker. Allein sein Duft ist außerdem ideal für mehr Konzentration, weniger Kreislaufbeschwerden und er wirkt belebend.  
  • Zitrone (Citrus limon):  Zitrone, aber auch Orange und Grapefruit, wirken aufhellend auf deine Stimmung, können dich erfrischen, deine Konzentration verbessern und Müdigkeit reduzieren.

Tipp 2 gegen Hitze: Clever kochen

Wenn die Temperaturen auf über 25 Grad steigen, haben die wenigsten Menschen Lust auf schwere, deftige Mahlzeiten. Und das ist auch gut so, denn derlei Gerichte belasten den Körper zusätzlich. Auch für sommerliche Pasta-Rezepte, Pizza oder Kartoffeln mit Kräuterquark werfen die meisten aber täglich den Herd an.

Das heizt die Küche und die Wohnung unnötig auf.

Besser:

  1. Betreib Meal Prep. Das Vorkochen am Sonntag für den Rest der Woche, Lego Lunches und Duplo Dinners reduzieren deinen Aufwand, deine Stromkosten und den Abwasch. Außerdem bleibt der Herd den Rest der Woche kalt.
  2. Verleg dich auf kalte Küche. Das beste Gazpacho, dazu Smoothie, Salat und vielleicht noch eine kalte Gurkensuppe, um die 3S-Regel vollständig einzuhalten – neben einem Pürierstab, einem Gemüseschneider und frischen Zutaten brauchst du dafür nichts, was Hitze erzeugt.
  3. Bereite schnelle Rezepte zu. Schon mal von Pasta-Sauce gehört, die du frisch in 3 Minuten zubereiten kannst – und das ganz ohne Topf und ohne Herd? Oder von Instant-Couscous mit Ajvar, Zucchini und Koriander? Spaghettini mit einer Kochzeit von 3 Minuten oder von Kartoffelgratin aus der Mikrowelle? Schnelle Rezepte sparen nicht nur Zeit und Aufwand, sondern sind auch ideal, um deine vier Wände im Sommer nicht unnötig aufzuheizen.  
  4. Koch im Freien: Fleisch, Fisch, Gemüse, Käse und sogar Obst lassen sich wunderbar auf dem Grill zubereiten. Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit, das Kochen und damit die Hitze draußen zu halten. Mini-Fritteuse, Elektrogrill oder Air Fryer funktionieren genauso gut wie der Elektro-Slow Cooker, wenn sie draußen auf dem Balkon oder der Terrasse stehen.

Tipp 3 gegen Hitze: Elektrogeräte abschalten

„Ich hab doch schon alles abgeschaltet!“ Sagt Laura, während der Fernseher, der Laptop und das Tablet laufen und die Handys laden, es in der Spülmaschine gurgelt, die Wäsche im Wäschetrockner ihre Runden dreht und der Saugroboter sich auf dem Teppich abmüht.

Besser:

  1. Wasch von Hand ab. Das ist ohnehin besser für deinen Kontostand, denn es spart Strom, Wasser, Spülmittel, schont das Geschirr UND ist eine Gelegenheit für Achtsamkeit im Alltag.
  2. Trockne Wäsche auf dem Ständer, statt im Wäschetrockner. Das spart ebenfalls Strom, erzeugt keine unnötige Hitze in der Wohnung UND du profitierst von der Verdunstungskälte.
  3. Kehre und wische, statt täglich zu saugen. Räume Läufer und Teppiche weg, schwing den Besen bei guter Musik und wisch feucht durch. Je häufiger du das machst, desto mehr Bewegung bekommst du in den Alltag, sparst Strom, erzeugst weniger Hitze und erzeugst wiederum Verdunstungskälte.
  4. Zieh aus der Steckdose, was du nicht gerade eben benutzt.
  5. Betreib Digital Detox so oft wie möglich. Lass die Bildschirme einfach mal komplett aus oder reduzier zumindest ihre Anzahl. Lehn dich mit einem guten Buch zurück, um die Mittagshitze zu überstehen, such dir ein Hobby, das dich glücklich macht, praktiziere Selfcare wie Journaling oder schaff dir eine Grundlage für ein zweites Standbein.

Tipp 4 gegen Hitze: Endlich richtig lüften

„Ich lüfte doch schon richtig!“ Das sagen viele. Schaust du dann aber mal in einem Wohngebiet um 5 Uhr morgens nach, sind viele Fenster verrammelt, und gehen erst deutlich später auf, wenn sich die Luft, Häuser, Straßen und Autos bereits wieder aufheizen.

Besser:

Lüfte nachts anhaltend. Lass alle Fenster geöffnet, so lange es dunkel und draußen kühler ist als drinnen. Das gibt deinen Möbeln, Wohntextilien und den Wänden die Gelegenheit, gespeicherte Wärme abzugeben.

Schließ die Fenster rechtzeitig und verdunkle sie, wenn die Sonne an Kraft gewinnt.

Tipp 5 gegen Hitze: Fenster begrünen und verdunkeln

Nicht nur im deutschsprachigen Raum sind viele Städte und Vorstädte regelrechte Betonwüsten. Erst seit ein paar Jahren setzt das Bewusstsein ein, dass Stein, Glas und Stahl in Kombination mit zahlreichen versiegelten Flächen und steigenden Temperaturen eine saudumme Idee waren. Und zwar für Menschen, Tiere und Klima.

Der Wandel kommt zwar, aber er kommt langsam. So müssen mittlerweile in einigen Städten Dächer und Fassaden begrünt werden und es gibt Grenzen für das Versiegeln von Flächen. Den kühlenden und schattenspendenden Effekt kannst du dir in deinem Zuhause zunutze machen, indem du deine Fenster von innen und außen begrünst und sie zusätzlich tagsüber verdunkelst. Fensterfolien, (Außen-)Rollos, Thermovorhänge oder auch reflektierende Notfalldecken halten die schlimmsten Auswirkungen ab.

Begrünte Fassaden, Pflanzenampeln und Rankpflanzen außen und innen schaffen zusätzlich einen kühlenden Effekt – ganz ohne Klimaanlage.  

Tipps gegen Hitze, die wirklich helfen
Tipps gegen Hitze, die wirklich helfen

Tipp 6 gegen Hitze: Fußbäder

Ob du am Schreibtisch sitzt, auf dem Balkon oder auf der Couch: Für kühle Fußbäder in Verbindung mit Aromatherapie brauchst du eine Schüssel oder einen Eimer, Wasser und ein Aroma-Öl, Salz oder eine Badebombe.

So einfach die Vorbereitung ist, so überraschend groß ist der erfrischende und kühlende Effekt auf den ganzen Körper.

Tipp 7 gegen Hitze: Häufiger abspülen

Dieses Mal ist nicht das Geschirr gemeint, sondern du. Du musst nicht täglich dreimal richtig duschen, um Schweißgeruch zu reduzieren und dich selbst bei einer Hitzewelle wohler zu fühlen. Kurzes Abbrausen mit blankem Wasser für zwei bis drei Minuten reicht aus.

Bonus-Tipps:

  • Für die noch schnellere Erfrischung bietet sich Thermalwasser in Sprayflaschen. Dadurch kannst du dein Gesicht einsprühen. Noch besser wird es, wenn du die Flasche vorher in den Kühlschrank stellst.
  • Kalte Kompressen auf der Stirn, im Nacken und auf den Fußrücken kühlen schnell, bekämpfen Müdigkeit und verbessern sogar den Schlaf.
  • Lass kühles Wasser über deine Unterarme laufen oder kühl sie mit Kompressen. Das hilft dem Kreislauf und kühlt sogar im Büro schnell ab.

Tipp 8 gegen Hitze: Indoor-Garden anlegen

Indoor-Gardening hat zahlreiche Vorteile. Es hilft zum Beispiel dabei, Stress abzubauen, kann dein Budget schonen und dient sogar der Augenpflege, weil du häufiger ins Grüne schaust. Zusätzlich ist der Indoor-Garden auch ein Klima-Regulator bei dir zu Hause und kann dadurch die Hitze erträglicher machen.

Wichtig ist dabei:

  • Sauberkeit: Hohe Temperaturen und feuchte Erde sind die Basis für Schimmel. Behalte das Pflanzsubstrat also im Auge, entferne welke Blätter und achte auf Sauberkeit an und um die Pflanzen herum.
  • Angepasstes Gießen: Staunässe ist nicht nur für die Pflanzen in deinem Indoor-Garden fatal, sondern kann auch einen negativen Effekt für dein Hitzeempfinden haben und deine Wohnung in unbeabsichtigt in eine Sauna verwandeln.
  • Luftfeuchte im Auge behalten: Gießen, Blätter abwischen und Pflanzen abduschen verhindert in der Regel, dass die Luftfeuchtigkeit zu weit absinkt. Das tut deiner Haut, deinen Augen und Schleimhäuten gut und trägt zum Wohlfühlklima bei. Steigt sie aber zu stark an, verwandeln sich deine vier Wände wiederum in eine Sauna.  

Tipp 9 gegen Hitze: Kühle Farben

Wenn wir an Alltag und an unsere Umgebung denken, dann denken wir nervige Nachbarn, Mental Load, die Chaos-Ecke und andere Stressoren. Wir denken weniger oder auch gar nicht daran, wie uns beispielsweise Farben beeinflussen.

Dabei können kühle und kalte Farben durchaus dazu beitragen, wie wir Hitze empfinden. Weiß, Silber, Beige, Türkis, helles Grün und Blau suggerieren deinem Gehirn, dass Räume kühler sind, als das Thermometer zeigt. Also umgib dich in Hitzewellen mit diesen Tönen.

Tipp 10 gegen Hitze: Kühlschrank und Gefrierschrank richtig einräumen

Hast du schon mal gehört, dass du den Kühlschrank und Gefrierschrank nicht zu voll beladen sollst, weil das angeblich die Kühlleistung beeinträchtigt und die Stromkosten in die Höhe treibt? Klingt erstmal logisch, denn schließlich muss mehr gekühlt werden.

Aber: Das Gegenteil ist der Fall. In einem vollen Gefrierschrank und in einem vollen Kühlschrank kühlt sich der Inhalt gegenseitig, wodurch die Geräte weniger Strom verbrauchen.

Das bedeutet wiederum, dass sie weniger Hitze abgeben und du länger mit Eis und Co. versorgt bist.

Tipp 11 gegen Hitze: Nackengüsse

Lauwarmes oder kühles Wasser über den Nacken und Kopf rinnen zu lassen, bringt sofortige Erfrischung. Ebenso kannst du dir einen Eiswürfel oder ein kühles Tuch über den Nacken reiben, was übrigens auch ein Hausmittel gegen Übelkeit ist.

Tipp 12 gegen Hitze: Wadenwickel und kühlende Kleidung

Wadenwickel sind ein Hausmittel gegen Fieber, können die Körpertemperatur im Sommer aber ebenfalls senken und dich erfrischen. Also: Handtücher oder Stoffwindeln mit kaltem Wasser befeuchten, um die Beine wickeln und Füße hoch.

Dieser Tipp hilft vor allem – aber nicht nur – bei schweren und geschwollenen Beinen und Füßen im Sommer.  

Tipp 13 gegen Hitze: Vorhänge und Folien

Reflektierende Sonnenschutzfolien und Thermovorhänge können die Temperatur in deinen vier Wänden deutlich geringer halten. Denn mit ihnen dringen weniger Sonnenstrahlen und weniger Wärme in die Wohnung. Falls du die Möglichkeit hast: Verdunkle die Fenster von außen.

Im Notfall reichen dafür bereits Bettlaken aus, die du von außen über die Fensterscheiben hängst. Denn sie verhindern, dass Sonnenstrahlen auf das Glas treffen.

Tipp 14 gegen Hitze: Wasserreicher essen

Menschen werden im Sommer aggressiver, schlafen schlechter und schwitzen mehr. Mehr zu trinken ist daher unbedingt nötig. Und das nicht nur, um weniger nach Schweiß zu riechen. Sondern auch für deinen Kreislauf, deine Haut, als Vorbeugung von Kopfschmerzen, für besseren Schlaf und mehr Wohlbefinden.

Mehr zu trinken, fällt vielen Menschen aber sehr schwer. Unter anderem, weil wir oft dazu erzogen wurden, Durst zu ignorieren oder ihn zumindest lange Zeit auszuhalten. Im Unterricht trinken? Das ist in vielen Schulen verboten. Im Anschluss sind die meisten Pausen zu kurz dafür, einen schnellen Snack zu essen, das Klassenzimmer zu wechseln, auf Toilette zu gehen und sich zumindest ein wenig zu erholen.

Hinzu kommen noch, dass Kinder bei Mahlzeiten häufig davon abgehalten werden, viel zu trinken – damit sie essen anstatt sich „satt zu trinken“ und sie werden ebenfalls abends davon abgehalten, größere Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Damit sie in der Nacht nicht auf Toilette müssen.

Im Alter lässt das Durstgefühl dann zusätzlich nach und Blasenschwäche oder Prostataprobleme treten auf. Das verleitet ebenfalls viele Menschen dazu, gegen Ende des Tages nicht mehr zu trinken. Genau das kann im Sommer fatal sein, weil der Körper schneller dehydriert und wir sogar in der Nacht stärker schwitzen.

Die Lösung dafür: Iss wasserreicher. Salate, Smoothies und Sommersuppen nach der 3S-Regel, mehr Obst und Gemüse zu jeder Mahlzeit durch eine Tomate hier, ein Stück Gurke da und ein wenig Paprika als Beilage, Gemüse in der Tomatensauce oder alkoholfreie Melonen-Margarita als Dessert gestalten deine Ernährung sofort wasserreicher und ballaststoffreicher.

Die kleinen Änderungen passen außerdem wunderbar in die 1-Minuten-Methode und erfordern damit nicht viel Aufwand, was sie einfach umsetzbar macht.

Tipp 15 gegen Hitze: Wohntextilien reduzieren

Decken, Deko-Kissen und Teppiche speichern Wärme und verzögern, dass deine vier Wände richtig auskühlen. Im Sommer und vor allem bei Hitzewellen ist daher Minimalismus die bessere Wahl. Entfern Teppiche und Läufer, Decken und Kissen, die du gerade nicht brauchst. Sie sind besser vakuumverpackt im Keller, auf dem Dachboden oder im Bettkasten aufgehoben.

Tipps gegen Hitze: So gehst du besser mit dem Sommer um

Seien wir ehrlich: Ventilator und Klimaanlage sind tolle Erfindungen, die den Sommer zumindest drinnen halbwegs erträglich machen. Du hast jedoch deutlich mehr Mittel, Maßnahmen und Möglichkeiten, um besser durch die Hitze zu kommen.

Von erfrischender Aromatherapie bis hin zu Wadenwickeln und Minimalismus bei Wohntextilien hast du eine große Auswahl an Tipps, die den Umgang mit Hitzewellen erleichtern. Also pack Kühlschrank und Gefrierschrank voll, um weniger Strom beim Kühlen zu verbrauchen, schalte alle unnötigen Elektrogeräte ab und trainiere deinen grünen Daumen beim Anlegen eines Indoor-Gardens, während du cleverer kochst und wasserreicher isst.

Denn all das hilft dir dabei, entspannter, gesünder und angenehmer durch den Sommer zu kommen.

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