Das Kind in mir will achtsam morden – ist der zweite Teil der Achtsam-morden-Reihe von Karsten Dusseund steht seinem Vorgänger in nichts nach. Zwischen Mafia-Clans, Kindergarten und Klimaschutz geht es hier zusätzlich um das innere Kind, das sich nach langer Unterdrückung Gehör verschafft. Und dabei für reichlich unterhaltsame Szenen, aber auch für nachempfindbare Momente sorgt.
Das Kind in mir will achtsam morden – Szenen eines Spielplatzes
Björn Diemel, der Protagonist der „Achtsam morden“-Reihe war mal ein ziemlich ruhiger, friedlicher Typ. Nach außen, zumindest. Und den ersten Menschen hat er auch erst mit 42 umgebracht. Gefangen zwischen dem Stress mit seiner Frau und seinem Beruf, schafft er es gemeinsam mit Achtsamkeits-Coach Breitner, seine Probleme auf kreative Weise zu lösen und sich gemeinsam mit seiner Tochter Zeitinseln einzurichten.
So weit, so gut, könnte man meinen. Jetzt steht er dennoch vor der nächsten Herausforderung. Denn trotz seiner ruhigen Art explodiert er nun immer mal wieder, ohne zu wissen, warum eigentlich. Seine Frau verdonnert ihn daraufhin dazu, erneut die Achtsamkeitsschulbank zu drücken.
Hier erfährt der Anwalt, dass nicht etwa äußerer Stress an seiner Lage schuld ist – von dem er immer noch reichlich hat. Sondern, dass sein inneres Kind sich ausgerechnet jetzt gegen die jahrelange Vernachlässigung auflehnt. Also bekommt er Hausaufgaben von Breitner: Sein inneres Kind abholen, an die Hand nehmen, verstehen und ihm Wünsche erfüllen.
Wie nicht anders zu erwarten, führt das zum einen und anderen komödiantischen Konflikt, während er als mittlerweile selbstständiger Anwalt und Leiter einer KiTa gleichzeitig zwei Mafia-Clans und Handgranaten-Eltern, Klimaschutz und Ehekrach an der Backe hat. Ganz zu schweigen von der menschlichen Herausforderung, die im Keller noch auf ihn wartet, und dem allnächtlichen Nerv auf dem Spielplatz.
Zwischen Psychothriller und Parodie
Im Kindergarten wollen Handgranaten-Eltern Klimaschutz und Datenschutz betreiben, auf die zugleich inkonsequenteste und absurdeste Art und Weise, und machen damit den Raum frei für reichlich Parodien. In der Welt der Mafiosi geht es drunter und drüber, seit auch noch der zweite Clan-Chef verschwunden ist. Und weil das alles noch immer nicht genug ist, muss Björn Diemel nun auch noch jahrzehntelang unterdrückte, seelische Verletzungen aufarbeiten.
Als „kleinste“ Selbsthilfegruppe der Welt bezeichnet er sein inneres Kind und sich, während die beiden sich nicht nur ein bisschen kennen- und verstehen lernen. Sie heilen auch gemeinsam die Wunden, die vor langer Zeit entstanden sind. Und mit ihnen die explosionsartige Wut, unter der Björn dem achtsamen Leben zum Trotz litt.
Dadurch ist „Das Kind in mir will achtsam morden“ zwar kein ausgewachsener Psychothriller, hält aber dennoch Spannung, (nicht ganz so) alltäglichen Wahnsinn, Überraschungen und reichlich Humor bereit.

Die Achtsam morden-Reihe von Karsten Dusse
Die Achtsam morden-Reihe besteht bisher aus:
- Band 1: Achtsam morden (2019)
- Band 2: Das Kind in mir will achtsam morden (2020)
- Band 3: Achtsam morden am Rande der Welt (2021)
- Band 4: Achtsam morden im Hier und Jetzt (2022)
- Band 5: Achtsam morden durch bewusste Ernährung (2024)
Teil 1 und 2 wurden von Netflix als Staffeln der gleichnamigen Serie mit Tom Schilling in der Hauptrolle des Björn Diemel verfilmt und stehen für Lesemuffel auch als Hörbuch bereit.
Das Kind in mir will achtsam morden: eine Leseempfehlung
Das 2020 erschienene Buch „Das Kind in mir will achtsam morden“ ist ein Lesegenuss, der sich so schnell nicht aus der Hand legen lässt. Obwohl die wenigsten von uns direkte Erfahrungen mit der Mafia haben dürften, wirkt der im Alltag nötige Spagat zwischen vollkommenen Gegensätzen wie Kriminalität, Kindertagen und Kindergarten dann doch seltsam vertraut.
Ebenso wie die Gespräche mit dem inneren Kind hat dieser Faktor etwas angenehm Nachfühlbares, und so manches Mal kommt der Wunsch auf, Probleme ebenso lösen zu können wie Björn Diemel.
Wenn du jetzt auch noch wissen möchtest, was Pippi Langstrumpf mit all dem zu tun hat: Lies los!







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