Tierschutz im Sommer – das kannst du in der Hitze für Tiere tun

Tierschutz im Sommer: Hitzewellen und Trockenzeiten sind nicht nur eine Gefahr für Menschen, auch Wildtiere und Haustiere haben es schwer und sind bedroht, wenn die Temperaturen über 25°C steigen. Hier erfährst du, wie du mit geringem Aufwand helfen kannst, sogar mitten in der Stadt.

Andere informieren und Mythen aufklären

Bloß keine Vögel füttern, dann suchen sie selbst keine Nahrung mehr und werden abhängig!

Wer Wildtiere füttert, zieht Ungeziefer an!

Ein Balkon voller Blumen ist gut für Bienen!

Tiere kommen schon allein mit der Hitze zurecht!

Es gibt unzählige Vorurteile, falsche Überzeugungen und schlichtweg gefährliche Mythen rund um den Tierschutz im Sommer. Und in allen anderen Jahreszeiten.

Informierst du dich umfassend und räumst mit den Irrglauben in deinem Umfeld auf, kannst du deutlich mehr Tieren helfen als allein. Du kannst Nachbarn, Bekannte und Verwandte dazu inspirieren, ebenfalls zu helfen. Ebenso wie durch Aufklärung und Infos auf Social Media.

Zum Beispiel:

  1. Nein, Vögel werden nicht abhängig von Futterstationen. Sie profitieren aber das ganze Jahr über davon, wenn sie in der Umgebung (zum Beispiel durch Dürre) nicht genug Nahrung finden.
  2. „Ungeziefer“ wie Nager und Insekten sind auch in Städten in großer Anzahl vorhanden. Allerdings nicht durch Fütterung von Wildtieren, sondern durch den Müll der Menschen.
  3. Ein begrünter Balkon kann bienenfreundlich sein, aber nur, wenn die Blüten nicht gefüllt sind.
  4. Tiere kommen schon (allein) mit der Hitze zurecht! – Das wird gerne behauptet, wenn jemand keinen Finger für den Tierschutz rührt oder seinen Hund auf heißem Asphalt laufen lässt. Das stimmt, wenn wir von freier Natur und normalen Sommern reden. Es stimmt nicht mehr, wenn wir höhere Temperaturen durch versiegelte Flächen, Monokulturen durch Menschen, Pestizide und Co. ins Spiel bringen. Denn dadurch machen wir es Haustieren und Wildtieren schwierig bis unmöglich, ohne Hilfe mit der Hitze zurechtzukommen.

Auf Tiere in Gefahr achten

Der im Auto zurückgelassene Hund ist das klassische Beispiel für Tiere in Gefahr im Sommer. Es kann aber auch der Hund sein, der extrem hechelnd ausgerechnet in der Mittagshitze über den Asphalt geführt wird und dabei schon vor lauter Brandblasen an den Pfoten humpelt. Oder die taumelnde Biene, die dringend Wasser und ein wenig Zucker braucht, weil sie erschöpft ist.

Ob Schwalbe oder Mauersegler am Boden oder eine Katze, die sich verfangen hat: Achte darauf, wo Hilfe nötig ist und wo du helfen kannst. DAS ist einer der wichtigsten Schritte für den Tierschutz im Sommer überhaupt.

Erste Hilfe für Tiere lernen

Was machst du, wenn ein Hund einen Hitzschlag hat? Oder, wenn du einen verletzten Vogel findest? Was kannst du für einen geschwächten Igel unternehmen? Oder für eine Hummel, die nicht weiterkommt?

  1. Bereite dich für den Fall der Fälle vor. Recherchier die mögliche Erste Hilfe für Tiere im Sommer.
  2. Such nach Anlaufstellen in deiner Umgebung, wie Tierärzten, Igelhilfe und Vogelhilfe.
  3. Gestalte deine direkte Umgebung tierfreundlich, durch Schatten, Wasser, Futter und Verstecke.

Futter anbieten

Tierschutz im Sommer ist einfacher, als du denkst: wenn es ums Futter geht.

  • Bienenfreundliche Pflanzen für nützliche Insekten auf Fensterbank, Balkon, Terrasse oder im Garten anpflanzen.
  • Futtersilos für Vögel, Igel und Eichhörnchen aufstellen.
  • Naturnahe Ecken und Komposthaufen anlegen.
  • Auf Gemüse, Obst, Kräuter und Salat, statt auf reine Zierpflanzen setzen.
  • Auf Pestizide und Insektizide verzichten.

Aber warum ist es überhaupt nötig, Wildtiere im Sommer zu füttern? Weil sich wenig Regen, große Hitze und schrumpfende Lebensräume gemeinsam mit Chemikalien und versiegelten Flächen extrem auf das Nahrungsangebot auswirken.

Hinzukommt bei Hitzewellen und in anhaltenden Trockenzeiten, dass auch Tiere einen Hitzschlag erleiden können und sich schonen müssen. Sie können daher keine weiten Strecken zurücklegen und die Futtersuche muss auf einen kleineren Radius begrenzt werden.

Gartenarbeit minimieren

Rasen mähen, Bäume und Hecke schneiden, Düngen und Sprengen, Schädlinge bekämpfen, vertikutieren: Im Garten ist einiges los, was Tieren nicht gut bekommt. Besser:

  • Leg eine Naturecke an, die verwildern darf.
  • Schneid während der Brut- und Setzzeit weder Hecken noch Bäume und Sträucher.
  • Kontrollier den Rasen auf Tiere vor dem Vertikutieren und Mähen oder leg lieber eine Wiese anstatt Rasen an.
  • Verwende organische Düngemittel und Abwehr für Schädlinge.
  • Verzichte auf Beleuchtung in der Nacht.

Geld und Sachen spenden

Für Tierschutzvereine bedeutet der Sommer eine erhebliche Belastung, denn viele Tiere werden ausgesetzt und sie können sogar im Tierheim unter der Hitze leiden. Durch Geldspenden kannst du den (seriösen) Tierschutz unterstützen. Seien es Tierheime oder Shelter im Ausland, Auffangstationen oder Organisationen für den Aufbau tierischer Lebensräume.

Ebenfalls möglich und oft willkommen sind Sachspenden. Manche Shelter haben sogar Spendenlisten bei Amazon oder Fressnapf für Futter und Ausstattungen, die dringend benötigt werden.

Insektenhotels aufstellen

Bienen, Hummeln und Co. sind wichtig für andere Tieren und Menschen zugleich. Ja, sogar Mücken, Wespen, Ameisen und Kellerasseln erfüllen zahlreiche Zwecke und sollten daher beim Tierschutz im Sommer unbedingt bedacht werden. Durch Insektenhotels, Steinhaufen und Totholzhaufen bietest du ihnen Unterschlupfmöglichkeiten, Sicherheit und Bereiche, in denen sie sich vermehren können.

Tierschutz im Sommer
Photo by Phil Mitchell on Pexels.com

Kühle Ecken schaffen

Hast du eine Terrasse oder einen Garten, leg kühlfeuchte Ecken an, in denen sich Tiere abkühlen und verstecken können. Wenig frequentierte, zugewachsene Bereiche mit feuchter Erde, Moos und Schatten sind ideal für den Tierschutz im Sommer.

Rücksichtnahme üben

Sommerzeit ist Badezeit, aber auch Sonnenbrandzeit, Grillzeit und Outdoor-Partyzeit. Das geht mit einigen Problemen und Gefahren für die Tierwelt einher. Diese kannst du aber merklich reduzieren:

  1. Verwende ausschließlich Sonnenschutzmittel, die sicher für Wasser, Fische und andere Wasserlebewesen sind.
  2. Bade nur da, wo es erlaubt ist.
  3. Lösche den Grill richtig und so schnell wie möglich nach dem Grillen im Park.
  4. Sammle Müll in Parks, an Stränden und in Naherholungsgebieten auf.
  5. Lass deinen Hund nur auf Wegen freilaufen, nicht im Unterholz, durch den Wald oder durch Gebüsch und Sträucher.

Schatten spenden

Nicht nur Menschen suchen bei hohen Temperaturen lieber den Schatten als die pralle Sonne auf. Auch Tiere müssen vor der Hitze flüchten können. Das erreichst du am besten durch:

  • Obstbäume
  • Beerensträucher
  • Büsche
  • dichte und hohe Hecken
  • Natursteinmauern
  • immergrünen Sichtschutz
  • bewachsene Rankgitter

Versteckmöglichkeiten geben

Für Insekten gibt es Insektenhotels, aber auch Vögel und Igel müssen sich hin und wieder vor Feinden in Schutz bringen. Ideal dafür sind:

  • Steinhaufen
  • Holzhaufen
  • Nistkästen
  • abgesicherte Vogelhäuser
  • Igelhäuser

Wasser aufstellen als Tierschutz im Sommer

Vogeltränken, Bienentränken und Vogelbäder aufzustellen, gehört zur Basis des Tierschutzes im Sommer und die dafür nötigen Schalen passen auf nahezu jeden Balkon. Wenn du die Gelegenheit hast: Stell zusätzlich Wasserschalen auf dem Boden auf und leg einen Gartenteich oder Wasserkuhlen an.

Wichtig ist hierbei ebenso wie bei Futterhäusern und Futterstellen für Igel die Sauberkeit. Wechsle das Wasser täglich und achte darauf, dass es nicht durch Kot, Federn oder eingetragene Fremdkörper verunreinigt wird.

Wähle flache Schalen oder Blumentopfuntersetzer mit niedrigem Rand aus rauen Materialien. Sie stellen sicher, dass Tiere daraus trinken oder leicht darin baden können, ohne sich in Gefahr zu bringen oder darin zu ertrinken.

Tierschutz im Sommer: einfacher als gedacht

Wasser aufstellen, geeignete Pflanzen wählen, Schutz bieten und Rücksicht nehmen: Tierschutz im Sommer ist einfacher als gedacht. Willst du dich noch ein wenig mehr für die Tierwelt einsetzen, informier dich über Erste Hilfe und biete Futter, Schatten und Verstecke an.

Auch Spenden, in Form von Geld oder geeigneten Sachspenden, helfen weiter. Möchtest du dich gezielt und sinnvoll darüber hinaus einbringen, recherchier Tierschutz vor Ort oder die Hilfesuchen von ausländischen Organisationen. Von Fahrern für Transporte bis hin zur Hilfe beim Design von Webseiten gibt es eine Menge Möglichkeiten. Sogar für ein Ehrenamt.

Auch das Basteln und Verschenken von Insektenhotels oder das Ziehen von bienenfreundlichen Pflanzen sind wertvolle Beiträge zum Tierschutz im Frühjahr und Sommer. Und dazu auch noch außergewöhnliche Geschenkideen.

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