62 Millionen Aufrufe allein im Februar 2026 – lese ich, und als SEO-Autor bin ich sofort Feuer und Flamme. Wer hat diese Anzahl an Views geschafft?! Also lese ich weiter und berufliche Neugier verwandelt sich in blankes Entsetzen, in Übelkeit, Traurigkeit und noch mehr Angst. Denn ich lese zum ersten Mal den Begriff „Rape Academy“. Diesen passenden Namen erhält das Vorgehen der Täter, die sich online fröhlich Tipps zu Missbrauch an Frauen geben, Schlimmeres kreieren und teilen. Und damit Geld verdienen.
Konzentrierte Gewalt an Frauen
150 Dollar kostet eine Flasche einer „geruch- und geschmacksneutralen“ Flüssigkeit, die der Anbieter gerne weltweit versendet. Das Betäubungsmittel sorgt dafür, dass „frau garantiert bewusstlos ist und sich an nichts erinnert“.
Passend dazu gibt es weitere Tipps und Anleitungen, welche Drogen sich eignen, wo sie erhältlich sind und wie Männer sie ihren Frauen, Freundinnen und ja, auch Töchtern, am besten in Essen oder Getränke mischen.
Überdosierungen, Folgeschäden und Tod sollten natürlich nicht vorkommen, aber werden billigend in Kauf genommen. Schließlich geht es hier nicht um die Sicherheit, die Unversehrtheit und das Leben der Frauen. Es geht um die perverse Machtgier der Männer über Frauen. Diese zeigt sich aktuell überall wie eine allgegenwärtige hässliche Fratze in einem Horrorfilm.
62 Millionen Aufrufe allein im kürzesten Monat des Jahres auf den Seiten der „Rape Academy“ sprechen eine deutliche Sprache.
Und der Missbrauch als Unterhaltung, als Geschäft und als Ausdruck zutiefst gewaltbereiter Männer ist hier noch lange nicht zu Ende.
Es gibt keine Male Loneliness Epidemic – es gibt eine Frauenhass-Epidemie
62 Millionen Aufrufe in 28 Tagen auf Seiten, die Gewalt an Mädchen und Frauen nicht nur verherrlichen, sondern Schritt-für-Schritt-Anleitungen dazu geben und ihre Taten stolz präsentieren.
20.000 Videos werden im Februar 2026 auf diesen Seiten online gestellt. Das Thema: Vergewaltigungen an betäubten Frauen und Mädchen. Wer live zusehen will, wird auch damit bedient. Livestream-Vergewaltigungen gibt es schon für 20 Dollar.
So mancher verdient damit reichlich. Allein ein Pay-per-View-Video wird 50.000 Mal angesehen. An dieser Stelle lässt sich nur hoffen, dass wenigstens die Finanzämter dieser Welt die Täter zur Strecke bringen.
Ist es die Reaktion auf die Änderungen bei Pornhub? Oder war es schon immer da?
Im Jahr 2020 gerät Pornhub – eine der größten Online-Plattformen für Pornografie – in die Kritik. Es gibt sogar eine Petition, die Seite endgültig dicht zu machen, die leider nicht greift. Denn: Rachepornos, gefilmte Vergewaltigungen und Vergehen an Kindern finden sich auf der Seite.
Sie hatte sich – absichtlich oder unabsichtlich – zumindest zeitweise zum Teil des Täternetzwerkes gemacht.
Nun stellt sich die Frage: War die Rape Academy schon immer da, in der einen oder anderen Form? Oder ist sie eine Reaktion darauf, dass widerwärtige Männer an anderer Stelle keine Zufuhr mehr erhalten? Kein Publikum mehr bekommen haben?
Gewalt gegen Frauen ist eine Epidemie mit täglich neuen Opfern
Besonders beliebt bei den 62 Millionen Aufrufen: der Eye-Check. Hierbei präsentiert der Vergewaltiger sein betäubtes Opfer, zieht die Augenlider hoch und beweist damit seinen Zuschauern, dass das Opfer wirklich bewusstlos ist – und nicht etwa eine Frau, die sich schlafend stellt und freiwillig Sex hat.
Es muss Gewalt sein, Macht, Kontrolle, Ausnutzen und Missbrauch. Nur das hält das Interesse der Zuschauer und lässt die Kassen bei den Tätern klingeln.
Weil das noch nicht genug Entsetzen und Übelkeit bereitet, wird darüber spöttelnd berichtet, wie die Täter tagsüber den Opfern „Ich liebe dich“ sagen, den guten Freund, Ehemann, Vater mimen.
Doch es sind nicht nur die 62 Millionen Aufrufe. Ein neuer-alter Trend breitet sich aus in der Online-Welt und im wahren Leben: Training für den Fall, dass eine Frau nein sagt. Nein zu Avancen, nein zu einem Heiratsantrag.
Junge Männer gehen auf ein Knie, lächeln und öffnen imaginäre Ring-Schatullen. Dann springen sie auf, treten und prügeln drauf los – in den Videos „nur“ gegen Sandsäcke und Box-Dummies.
Im wahren Leben treten und prügeln sie Frauen, die die Unverschämtheit besitzen, nein zu ihnen zu sagen. Oder sie stechen 50 Mal mit einem Messer auf sie ein, wie bei einer Studentin, die sich auf ihr Studium konzentrieren wollte.
Wie Täter 62 Millionen Aufrufe relativieren wollen
62 Millionen Aufrufe von Seiten, auf denen Vergewaltiger Tipps, Drogen und die Videos ihrer Taten teilen. Männer die gewalttätige Angriffe auf Frauen planen und dafür trainieren, wenn frau nein sagt.
Mir dreht sich dabei der Magen um und ich hab schon reichlich Abgründe der Männer und frauenfeindlichen Frauen gesehen.
Wer jetzt aber glaubt, das Entsetzen würde von allen geteilt, liegt leider so weit daneben, wie es nur geht. Stattdessen findet sich reichlich Relativierung.
Ja, das waren ja gar keine 62 Millionen Aufrufe nur deswegen, manche wollten ja nur mal gucken aus Interesse bestimmt. Und das sind ja auch viel weniger Männer als Aufrufe und überhaupt, sind manche Besucher sicherlich auch Frauen!
Also alles nicht so schlimm.
Mein Rat an dich: Wer die Tatsache bagatellisiert, dass derlei Seiten im kürzesten Monat des Jahres 62 Millionen Aufrufe hatten (zum Vergleich: Gmail.com hatte lediglich 58 Millionen Aufrufe im gleichen Zeitraum) – anstatt entsetzt, wütend auf die Täter und besorgt um die Opfer zu sein, der outet sich gerade als Täter. Lauf weg von ihnen, so schnell und so weit du kannst.







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