Die Opfer der Rape Academy – 62 Millionen Aufrufe waren gestern

Um die Opfer der Rape Academy ist es seltsam still. Während sich auf Social Media zahlreiche Männer darüber mokieren, dass es nicht 62 Millionen Männer, sondern „nur“ 62 Millionen Aufrufe waren, wird von so unglaublich vielen über die Opfer geschwiegen. Die Frauen und Mädchen, die mit diesen Nachrichten eine schreckliche Erkenntnis geliefert bekamen.

62 Millionen Aufrufe waren gestern

Im Februar 2026 verzeichnen einige Seiten der mittlerweile als Rape Academy bekannten Foren 62 Millionen Aufrufe. Im März waren es 81 Millionen Aufrufe.

Ungeachtet dieser unfassbaren Zahlen an Vergewaltigern und solchen, die es werden wollen…

Ungeachtet der Untätigkeit der Behörden…

Ungeachtet der nicht greifbaren Grausamkeit, dieser Täter, die sich über Drogen und sexuellen Missbrauch austauschen wie Angler über die besten Plätze für den Fischfang…

Ungeachtet all des Horrors gibt es rund um die Opfer der Rape Academy vor allem einen Aufreger: „Es sind gar nicht 62 Millionen Männer! Es sind nur 62 Millionen Aufrufe!“ Das schreiben und schreien viele.

Weil 62 Millionen Aufrufe im Februar und 81 Millionen Aufrufe im März sooo viel besser sind.

Was jedoch kaum jemand erwähnt: Was ist eigentlich mit den Opfern der Rape Academy? Und mit all den anderen Opfern?

Wie viele Opfer der Rape Academy…

Wie viele Opfer der Rape Academy haben die Nachrichten über die 62 Millionen Aufrufe im Februar und die 81 Millionen Aufrufe im März 2026 gesehen und hatten plötzlich die Erkenntnis, dass die Kopfschmerzen, der unerklärlich komatöse Schlaf, die Schmerzen im Schritt und an anderen Stellen, die Müdigkeit trotz „Nachtruhe“ nicht etwa auf eine Krankheit zurückzuführen sind? Oder auf Stress. Sondern auf den Vergewaltiger in ihrem Bett.

Vater, Bruder, Onkel, Mitbewohner, Freund, Verlobter, Ehemann… Hat sie gerade eben noch Schatz zu ihm gesagt? Bevor er sie nachts unter Drogen setzt und sie vor einem pervers-perfiden Publikum penetriert? Als Pay-per-View, versteht sich. Schließlich läuft das Geschäft mit dem Missbrauch richtig gut.

Hat er ihr vorhin noch Liebe vorgegaukelt, bevor er bei romantischem Kerzenlicht gefährliche Substanzen in ihren Wein träufelte? Oder hat er sie mit einem Gute-Nacht-Kuss ins Bett gebracht?

Wie geht es den Frauen und Mädchen, die gerade begreifen müssen, dass sie vor einem Millionen-Publikum vergewaltigt wurden? Sediert und missbraucht von jemandem, dem sie vertrauten. Der sie am nächsten Morgen wieder behandelt, als sei nichts passiert?

Der ihre Beschwerden abwedelt und kleinredet, fröhlich Gaslighting betreibt und dann den professionellen Vergewaltigungs-Ratgeber für andere Täter gibt?

Bei wie vielen Frauen und Mädchen setzt gerade die Erkenntnis ein, dass sie mit ihrem Täter in einem Bett schlafen, gemeinsam am Frühstückstisch sitzen, die Geschenke für seine Mutter aussuchen? Oder ihn Vati nennen…

Wir reden nicht von Einzelfällen…

Wir reden weder seit der Rape Academy noch davor von Einzelfällen. Auch die Epstein-Files waren nicht der Knackpunkt. Wir reden von einer Pandemie der Vergewaltiger, des Frauenhasses und des kompletten Versagens der Polizei und der Justiz.

Nicht seit letzter Woche. Nicht seit letztem Jahr.

Wir reden hier von Tätern, die Leben zerstören. Und wenn überhaupt lächerliche Strafen dafür bekommen. Wir reden über die Vergewaltiger, die neben uns wohnen, neben uns arbeiten, hinter uns an der Kasse stehen.

Wir reden nicht nur von Fällen mit hohem Bekanntheitsgrad wie Collien Fernandez oder Gisèle Pelicot, wir reden von uns. Von unseren Freundinnen, Schwestern, Müttern, Töchtern.

Und wir reden von Polizisten, Polizistinnen, der Staatsanwaltschaft, von Richtern und Richterinnen, die ein Täterparadies geschaffen haben und es um jeden Preis aufrechterhalten. Untätigkeit wäre schlimm genug. Was hier aber betrieben wird ist von Steuergeldern finanzierter, aktiver Täterschutz. Jeden. Einzelnen. Tag.

Denn die Täter wissen sehr genau, sie kommen damit durch. Ihnen drohen keine wirklichen Konsequenzen. Selbst bei bewiesener Schuld. Selbst bei mehr als ausreichenden Beweisen. Selbst, wenn eine RichterIN, über das Urteil entscheidet. Selbst dann, wenn eine Polizistin das Opfer ist.

Täterschutz = Männerschutz – aber nicht alle Männer

2019: Ein Kriminaloberkommissar vergewaltigt seine Kollegin.

2022: Ein Polizist in Bonn vergewaltigt seine Kollegin, und bekommt eine Bewährungsstrafe. Der Anwalt wirbt damit bis heute auf seiner Website als absolutes Ekelpaket, das er ist. Denn: „Ich habe einen schuldigen Vergewaltiger wieder auf freien Fuß gesetzt“ ist vieles, aber kein Grund zum Angeben. Außer natürlich in der Rape Academy und bei der Polizei, dort wird man damit zum Star.

2022: In München vergewaltigt ein Polizist seine Kollegin. Er gibt die Tat zu, er streitet die Tat ab, er unterstellt seinem Opfer, sie hätte schauspielerisches Talent. Derweil leidet sein Opfer jahrelang unter Panikattacken und nächtlichen Schreianfällen. Als auch 20.000 Euro Schweigegeld – pardon – Schmerzensgeld nicht ausreichen, ereilt ihn eine lächerliche Strafe, die natürlich direkt angegriffen wird. Der arme Vergewaltiger kann schließlich nichts dafür.

2023: Ein Polizist bietet seine Kollegin auf einer Dating-Plattform zur Vergewaltigung an.

2024: Ein Bundespolizist vergewaltigt seine 21-jährige Kollegin.

Und ich könnte noch lange weitermachen. Aber ich kann nicht mehr, denn neben Polizisten, Anwälten, Ärzten und Studenten, die als Vergewaltiger davonkommen, fällt vor allem das Folgende auf:

Vergewaltigen Polizisten Kolleginnen oder andere Frauen – dann erhalten sie weiterhin volle Bezüge. Sie sind steuerlich finanzierte Sexualstraftäter in Uniform.

Arzt vergewaltigt Patientin? Wo kämen wir denn hin, wenn der seine Praxis dichtmachen müsste?! Nein, nein, der darf weiter praktizieren und sich neue Opfer suchen.

Anwälte werben damit, dass sie Vergewaltiger dazu befähigen, weiter zu vergewaltigen. Öffentlich. Auf ihren Webseiten.

Die Opfer der Rape Academy – sie sind nicht allein

Die 62 Millionen 81 Millionen Aufrufe der Seiten der Rape Academy, sie sind nicht nur die Spitze des Eisbergs. Sie sind die logische Folge des Täterschutzes, der sich in so unglaublich vielen Ländern findet.

Denn jedes einzelne Mal, wenn ein Opfer verantwortlich gemacht wird. Jedes einzelne Mal, wenn ein Vergewaltiger noch sein Gehalt bezieht, auf freiem Fuß gelassen wird, weitermachen kann wie bisher… Dann senden die Polizei, die Richter, die Anwälte, die Politiker, die Gesellschaft ein Zeichen:

Vergewaltiger haben nichts zu fürchten. Sie haben Cheerleader und Publikum und Fans.

Vergewaltigung wird zum populären Volkssport.

Die Opfer der Rape Academy. Die Opfer der 81 Millionen Aufrufe im März. Sie sind nur ein Bruchteil der Frauen und Kinder, deren Leben zerstört wird. Und die vermittelt bekommen, dass ihre Täter mehr wert und so viel besser beschützt sind als sie.

Wir sind nicht wütend genug.

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