Das Wetter spielt verrückt, der Lebensraum und das Nahrungsangebot schrumpfen immer mehr und es wird zunehmend schwierig für Wildtiere, gut oder auch nur lebendig über den Winter zu kommen. Du kannst und solltest daher bereits im Herbst aktiv Tierschutz betreiben. Wie das funktioniert, was du unternehmen kannst und was du lassen solltest, erfährst du in diesen 16 Tipps zum Tierschutz im Herbst.

Tipp 1 für Tierschutz im Herbst: Bitte nicht stören

Viele Tiere sind im Herbst auf der Suche nach Nahrung und einem sicheren Winterquartier. Oder sie sind bereits darin. Bei Spaziergängen in der Natur und bei Gartenarbeiten solltest du daher einen Bogen um Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen und zugewucherte Ecken machen. Und sie auch in deinem Garten in Ruhe lassen.

Ebenfalls wichtig: Lass Kinder und Hunde nicht in Laubhaufen springen, hier und da rumstochern oder graben. Auch das Unterholz im Wald ist Tabu.

Tierschutz im Herbst - 16 Tipps
Auch Eichhörnchen freuen sich über Futterangebote

Tierschutz im Herbst Tipp 2: Eichhörnchen füttern

Noch immer regen sich viele Menschen darüber auf, wenn Eichhörnchen „den Vögeln das Futter wegfressen“. Dabei haben die flinken Flauschschwänze ganz genauso Hunger und ebenfalls eine Daseinsberechtigung wie Vögel.

Besser: Füttere sie mit. Ungeschälte Haselnüsse, Walnüssen und Sonnenblumenkerne, Bucheckern und Eicheln kannst du beispielsweise bei einem Spaziergang sammeln. Oder du kaufst eine fertige Mischung für Eichhörnchen im Handel.

Tiere im Herbst schützen Tipp 3: Freigänger oder ausgesetzt?

Sollten Katzen Freigänger sein? Darum gibt es seit Jahren eine hitzige Debatte. ABER: Egal wie du dazu stehst, nicht jede Katze, die draußen frei herumläuft, hat auch ein Zuhause und einen Dosenöffner. Leider gibt es immer noch reichlich Menschen, die umziehen und ihre Katze zurücklassen, sie rauswerfen und nicht mehr versorgen oder an anderen Stellen aussetzen.

Im Frühling und Sommer können sich die meisten Stubentiger ohne Stube noch irgendwie durchschlagen. Im Herbst und Winter wird es aber auch für sie schwieriger und gefährlicher. Fällt dir also immer wieder eine Katze auf, die bettelt, täglich jagt, geschwächt oder verwahrlost wirkt, such nach dem Besitzer.

Gibt es keinen, sind Tierheim und Katzenschutzvereine passende Anlaufstellen.

Tiere schützen im Herbst Tipp 4: Igel beobachten und füttern

Igel benötigen das passende Gewicht, um den Winter in Winterruhe oder Winterschlaf zu überleben. Für gewöhnlich erreichen das zuerst erwachsene Igelmännchen. Adulte Igelweibchen belegen den zweiten Platz, denn sie müssen sich erst noch von der Geburt und der Aufzucht der Jungen erholen. Das Schlusslicht bilden Igeljungtiere, die noch mit Wachsen und Lernen beschäftigt waren, als ihre Väter sich bereits Reserven anfuttern konnten.

Für alle Igel wird es aber immer schwieriger, ausreichend Nahrung zu finden.

Hinzu kommen weitere Probleme, wie Krankheiten, Parasiten und der Mensch nebst Haustieren.

Wenn du also einen Igel im Garten oder in der Nachbarschaft siehst: Beobachte ihn. Und belausche ihn.

  • Hustet er? Das ist ein Anzeichen für Lungenwürmer und das Stacheltier muss zum Tierarzt.
  • Kratzt er sich ständig? Zwar haben alle Igel Flöhe, ein übermäßiger Befall kann ihn aber stark schwächen. Auch hier muss tierärztlich behandelt werden, mit einem Mittel, das für Igel geeignet ist.
  • Ist er tagsüber unterwegs? Das bedeutet, dass er nachts nicht ausreichend Futter findet, und verzweifelt auf Nahrungssuche ist.

Mit Tierarzt, Igelhilfe und dem passenden Igelfutter löst du die Probleme. Was du an der Futterstelle anbieten kannst:

  • Igelfutter
  • Wachsmaden
  • gebratenes Rinderhack
  • Rührei, ungewürzt
  • gesammelte Gehäuseschnecken
  • getreidefreies Hunde- oder Katzennassfutter mit mehr als 60 Prozent Fleischanteil
  • aufgeweichtes Hunde- oder Katzentrockenfutter – getreidefrei und mit 60 Prozent Fleischanteil oder mehr
Tierschutz im Herbst - Igel helfen
Igel stehen auf der Roten Liste und benötigen daher besonders viel Tierschutz – das ganze Jahr über

Tierschutz-Tipp 5: Igelhäuser bauen

Ein bisschen Zeit, ein bisschen Holz und die passende Anleitung reichen schon aus, damit du Igeln kuschelige und sichere Häuser bauen kannst. Das ist übrigens nicht nur im Herbst und Winter sinnvoll, sondern das ganze Jahr über.

Wildtiere im Herbst unterstützen Tipp 6: Insektenhotels

Passend zum bienenfreundlichen Balkon ist der Bau von Insektenhotels nicht nur eine tolle Beschäftigung für Kinder, die fast nichts kostet – du leistest damit auch einen wertvollen Beitrag zum Greener Living in der Stadt und zur Artenvielfalt auf dem Land.

Tierschutz im Herbst und Winter Tipp 7: Keine Häcksler

Laub, Grünschnitt und andere „Gartenabfälle“ wandern bei vielen Kleingärtnern in den Häcksler oder werden direkt auf dem Boden zerkleinert. Das bringt für die Tierwelt einige Probleme mit sich:

  • Igel sind keine Fluchttiere und können dabei schwer verletzt oder getötet werden.
  • Du zerstörst dabei Lebensraum von Insekten und anderen Wildtieren und damit Nahrung für andere.
  • Aufgeräumte Gärten bieten zu wenig Schutz.

Tiere im Herbst schützen Tipp 8: Keine Laubbläser und -sauger

Denn die sind nicht nur laut, und stören allein dadurch jede Menge Tiere. Und deine Nachbarn. Neben dem Lärmstress entwickeln sie auch so einen Luftdruck, dass sie Verletzungen herbeiführen oder sogar Tiere töten.

Bei Laubsaugern mit Häckselfunktion sieht es sogar noch schlimmer aus. Denn diese saugen außer Laub und anderen Pflanzenteilen auch kleine Tiere an und töten sie. Beide Geräte zerstören zusätzlich Nahrung, Schutz und Lebensgrundlagen der Wildtiere.

Hake das Laub also zusammen oder lass es liegen, wo es liegt.

Im Herbst Tiere schützen Tipp 9: Laubhaufen liegen lassen

Wo wir gerade bei Laub sind: Laub, Zweige und trockene Reste vom Rasenmähen werden oft entsorgt. Dabei sind genau diese „Gartenabfälle“ für viele Tiere der perfekte Schutz im Herbst und Winter. Sie gehören dringend zur naturnahen Ecke im Garten und sind ein weiteres Beispiel dafür, wie dir Tierschutz Arbeit erspart.

Wildtieren im Herbst helfen Tipp 10: Kompostieren

Trotz Hinwendung zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag, ist der gute alte Kompost noch immer bei so manchem verpönt. Dabei ist er nicht nur eine praktische Möglichkeit, in der Küche, auf dem Balkon oder im Garten neue Erde herzustellen. Und seltener zum Biomüll oder Wertstoffhof zu müssen. Er bietet zumindest im Freien auch eine Nahrungsgrundlage und Wärme für Tiere im Herbst und Winter.

Wenn du also die Möglichkeit hast, leg einen an.

Tierschutz-Tipp 11: Steinhaufen und -mauern – mehr als Deko

Bewachsene Mauern und Haufen aus Natursteinen sind nicht nur dekorativ, sondern auch der schützende Unterschlupf für zahlreiche kleine Tiere und Insekten. Sammelst du die Steine im Garten oder beim Spazierengehen, ist er außerdem absolut kostenlos.

Tipp 12 für Wildtierschutz im Herbst: Tierschutzvereine unterstützen

Im Spätsommer und Herbst platzen die Igelhilfevereine aus allen Nähten, benötigen Medikamente und Unterkünfte, andere Tierheime und -schutzvereine brauchen Material zum Heizen, Decken, Futter, Stroh oder helfende Hände.

Du kannst also materiell, finanziell oder durch Anpacken helfen. Schau dich um – auch im Ausland – wo Hilfe nötig ist. Das kann das Stricken von Hundepullovern für Rumänien sein oder das Sammeln von Decken.

Tipp 13 für mehr Tierschutz zu Hause: Totholz schichten, Brennholz sichten

Äste, Zweige und Baumstämme entfernen aufgeräumte Gärtner sofort aus dem Grün, schließlich ist ein Holzhaufen ebenso wenig hübsch anzusehen wie Laub. Leider geht mit dem Holz für viele Tiere der Platz für die Winterruhe verloren und die Möglichkeit, selbst bei niedrigen Temperaturen noch Insekten zu finden.

Schichte Grünschnitt und Co. und lass es als Haufen bis zum Frühjahr liegen – Tiere und Natur danken es dir.

Eben weil sich Tiere gerne hinter, unter und zwischen Holz verstecken, solltest du beim Brennholz genauer hinschauen, bevor du Scheite entnimmst. Entnimm Scheite vorsichtig, langsam und leise, um beispielsweise keine Igel aus dem Winterschlaf hochzuschrecken.

Tierschutz-Tipp für den Herbst: Vögel füttern
Vögel zu füttern ist nicht nur im Herbst sinnvoller Tierschutz

Tierschutz im Herbst Tipp 14: Vögel füttern

Auch hierbei handelt es sich nicht um einen Tipp, der nur im Herbst und Winter gilt. Du kannst und solltest Vögel ganzjährig füttern. Nein, sie verlernen dadurch nicht, selbst Nahrung zu suchen. Sie werden auch nicht fett oder abhängig.

Vögel suchen Futterstellen nur dann auf, wenn sie an anderen Stellen nicht ausreichend Nahrung finden. In anderen Ländern zeigt die ganzjährige Fütterung bereits klare Erfolge: Es gibt nicht nur wieder mehr Vögel, sondern auch wieder mehr Vogelarten.

Tiere im Herbst schützen Tipp 15: Wasser anbieten

Wenn alles zufriert oder lange kein Regen fällt, wird es knapp mit dem Wasser für die Tiere. Stell also auch im Winter Vogeltränken und flache Schalen mit Wasser am Boden auf. Achte auf Sauberkeit und darauf, dass du es bei Eisbildung wechselst.

Tierschutz-Tipp 16: Wildtiere vor Katzen schützen

Du hast Futtersilos aufgehängt, eine Futterstelle für Eichhörnchen eingerichtet, Vogeltränken aufgestellt, Wasserschalen am Boden – super. Achte aber darauf, dass du damit kein Buffet für Katzen einrichtest.

Katzenabwehrgürtel an Bäumen, Schutzkörbe für Futterstellen und Katzenabwehrgitter an Futterhäuschen lassen Wildtiere in Ruhe fressen und trinken, während sie Katzen die Jagd vereiteln.

Tierschutz im Herbst: Du kannst mehr machen, als du denkst  

Du brauchst keinen eigenen Garten, um Tierschutz im Herbst zu betreiben. Futterhäuschen und Vogeltränken passen auch auf kleine Balkone und Tierschutzvereinen zu helfen funktioniert sogar online.

Hast du noch Ideen für den Tierschutz im Herbst? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Lies hier weiter: Tierschutz im Frühjahr & Tierschutz im Sommer

2 Antworten zu „Tierschutz im Herbst – das kannst du jetzt tun“

  1. Avatar von Tierschutz im Sommer – das kannst du in der Hitze für Tiere tun – Mein Leben Eben

    […] Lies hier weiter: Tierschutz im Herbst – das kannst du jetzt tun […]

    Like

Hinterlasse einen Kommentar

Mein Leben Eben

Auf MeinLebenEben ist eine Menge los – genauso wie im Leben, eben.

Von Tipps für Alltag, Haushalt, Karriere und Partnerschaft bis hin zum Schutz vor Narzissten und anderen Themen der Psychologie findest du hier täglich neue Artikel, die dein Leben erleichtern oder bereichern.

Lust, mitzumachen? Werde Gastautor oder geh eine Kollaboration ein.

Let’s connect