Narzissten erkennen: Diese 12 perfiden Verhaltensweisen verraten Narzissten

Narzissten zu erkennen ist nicht immer einfach. Vor allem, wenn es sich um verdeckten Narzissmus handelt. Als Opfer kannst du hinter verschlossenen Türen aber sehr schnell feststellen, ob du in einer gesunden Beziehung bist oder dich so schnell wie möglich in Sicherheit bringen solltest.

Schlafentzug

Eines der deutlichsten Warnzeichen und zugleich für das Opfer schwierig als Red Flag einzuschätzen, ist fortgesetzter Schlafentzug.

  • Am Anfang erreichen Narzissten diesen häufig durch stundenlange Telefonate oder Gespräche. Sie müssen dir jetzt unbedingt sofort noch erzählen, dass… – obwohl du schon dreimal gesagt hast, dass du müde bist und ins Bett musst.
  • Du bist nach einer langen Woche geschafft und kaputt? Sie schleppen dich auf Partys, wollen unbedingt zu einem Städtetrip aufbrechen oder müssen jetzt dringend stundenlang mit dir reden.
  • Du willst ins Bett gehen? Ach. komm schon. Noch 5 Minuten! Dann kommt der Narzisst mit. Und es ist doch viel schöner und romantischer, gemeinsam zu Bett zu gehen. Nur bleibt es eben nicht bei den 5, 10, 20 Minuten, bevor du ins Bett gehen kannst.
  • Du bist auf der Couch eingeschlafen? Der Narzisst wird dich wecken. Auch, wenn er dich im Anschluss nur mit Schweigen straft oder wütend ist.
  • Du willst ins Bett gehen oder liegst schon darin? Der Narzisst beginnt einen Streit, macht dir Angst oder er macht dir Arbeit.

Warum lassen Narzissten dich nicht schlafen?

Schlafentzug ist eine bewährte Foltermethode und wird unter anderem in Sekten dazu eingesetzt, die Mitglieder gefügig und vom klaren, logischen Denken entfernt zu halten. Bist du so richtig müde, erschöpft und schlafgemangelt, leiden deine Willens- und deine Urteilskraft.

Genau das ist das Ziel des Narzissten. Denn in diesem Zustand bist du deutlich leichter zu kontrollieren. Du gibst keine Widerworte mehr oder zumindest weniger. Du hinterfragst nichts mehr und reagierst schneller emotional.

Kontrolle

Mit wem telefonierst du? Wie viele deiner Kollegen sind männlich? Was machst du gerade? Und mit wem? Worüber hast du gerade mit deiner Mutter gesprochen? Willst du das wirklich alles essen? Wie hoch ist dein Kontostand? Wer hat dir gerade eine Nachricht geschrieben? Na, das ziehst du aber heute nicht an!

Schleichend, aber sicher übernimmt ein Narzisst die Kontrolle über dein Leben. Er räumt deine Wohnung um, wenn du ihn allein darin lässt – und wenn er dabei nur alles um 5 Zentimeter verrückt. Er will bestimmen, wann und wie lange du schläfst, was du isst und wie viel davon, welches Outfit du anziehst, ob du Parfum trägst. Was er durch Vorschriften und direkte Drohungen nicht schafft, versucht er über Manipulation.

Keine Privatsphäre

„In einer guten Beziehung gibt es keine Geheimnisse!!!“ heißt es. Klingt romantisch und alles, ist aber so weit von der gesunden Realität entfernt wie ungewaschene Käsefüße von frischem Lavendelduft. In einer guten, gesunden Beziehung entscheiden beide Personen, was sie dem anderen mitteilen und was sie mit dem anderen teilen und wann.

In einer Beziehung mit einem Narzissten? Da werden deine Schränke durchsucht, dein Tagebuch gelesen, deine Post geöffnet, die Nachrichten auf deinem Handy kontrolliert.

Du willst deinen Kontostand nicht mitteilen? Der Narzisst wird dich entweder manipulieren, nötigen oder dir bei der nächsten Gelegenheit über die Schulter schauen, um ihn herauszufinden. Du willst in Ruhe mit einem Freund, einer Freundin oder einem Kollegen telefonieren? Der Narzisst wird dir folgen, dich belauschen und im Anschluss ausfragen.

Wann immer du dir ein Mindestmaß an Privats- oder Intimsphäre erbittest, wird der Narzisst in deinem Leben alles daransetzen, dir genau dieses Stück Privatsphäre wegzunehmen.

Gespräche drehen sich im Kreis (wieder und wieder und wieder)

Habt ihr dieses Gespräch nicht schon letzte Woche geführt? Und die Woche davor? Und davor? Eine Beziehung mit einem Narzissten fühlt sich an, als würdet ihr nie irgendetwas wirklich klären.

Du wirst dich wieder und wieder in den gleichen Diskussionen, Streits und Situationen wiederfinden. Das hängt eng mit dem nächsten Anzeichen zum Erkennen von Narzissten zusammen.

Entschuldigungen, die keine sind

Stell dir vor: Ich trete dir gegen das Schienbein. Du schreist vor Schmerz auf.

Ich sage „Sorry! Das war aus Versehen.“. Und trete dir wieder gegen das Schienbein. Dieses Mal sage ich „Entschuldige, kommt nicht wieder vor!“ – und trete dich direkt wieder.

Bist du langsam ordentlich genervt von mir und wirst wütend? Aber ich habe mich doch entschuldigt!

Du bist einfach viel zu empfindlich. Und überhaupt, bist du selbst daran schuld, dass ich dich trete.

Nachdem ich dich noch fünf weitere Male getreten und mich „entschuldigt“ habe, behaupte ich einfach, ich hätte dich nie getreten.

Bist du gerade verwirrt? Oder kommt dir dieses Verhalten bekannt vor? Die „Entschuldigungen“ und das Verhalten drumherum sind bei einem Narzissten hochgradig verwirrend. Falls er sich überhaupt entschuldigt, passen seine Worte nicht zu seinen Taten. Er wird dich bald wieder auf die exakt gleiche Weise verletzen, und zwar mit vollster Absicht.

Spätestens, wenn du dich darüber aufregst oder das Verhalten ansprichst, bist du:

  • zu empfindlich
  • selbst schuld
  • verstehst alles falsch
  • bist auch nicht perfekt

Der Grund dafür liegt darin, dass Narzissten sich nicht wirklich entschuldigen. Selbst, wenn sie die passenden Worte aussprechen. Sie haben nicht vor, ihr Verhalten zu ändern. Erst recht nicht, wenn es dich verletzt oder provoziert. Immerhin haben sie dann mit diesem Verhalten eine sichere Möglichkeit, dich aufzuregen und dir im Anschluss vorzuwerfen, dass du zu emotional bist oder ständig ausrastest.

Ihre Macht über dich wächst.

Übrigens: „Es tut mir leid, dass du das so empfindest.“ ist auch keine Entschuldigung.

Streit und immer wieder Streit

  • Narzissten reagieren einerseits allergisch auf deine Grenzen. (Wie kannst du es wagen, Nein zu einem Narzissten zu sagen?!)
  • Andererseits begreifen sie deine Grenzen als Herausforderung, die sie mit einem „Jetzt erst recht!“ fröhlich angehen und immer wieder überschreiten.
  • Sie werfen dir Verhaltensweisen vor, die sie an den Tag legen und nicht du.
  • Sie halten sich nicht an Regeln, die für alle anderen gelten.
  • Narzissten lügen dreist und ohne Reue.

Und am allerwichtigsten: Sie lieben Streit.

All diese Faktoren tragen dazu bei, dass es ständig Konflikte gibt. Hinzu kommt noch, dass sie ihre schlechte Laune an dir ablassen und dir an allem die Schuld geben.

Partner oder besser gesagt Opfer von Narzissten lernen irgendwann, ihren Mund zu halten, Ärger runterzuschlucken und dem Narzissten so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, wenn er schlechte Laune hat. Dennoch schaffen es Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung, weiterhin zu streiten. Notfalls während du schweigend anwesend bist.

Ebenso wie bei den Gesprächen drehen sich die Streitigkeiten im Kreis (und immer wieder um die gleichen Themen.)

Ihre Worte passen nicht zu ihren Taten

„Ich liebe dich“, sagt der Narzisst. Danach kritisiert er absolut alles an dir, gibt dir die Schuld an allem, beleidigt und verletzt dich. Er bringt dich zum Weinen und fragt dann, warum du jetzt schon wieder heulst.

Würdest du das machen, wenn du jemanden liebst?

Narzissten können von sich behaupten (und das tun sie auch), dass sie die ehrlichsten Menschen sind. Neben dieser Lüge erzählen sie in den nächsten 20 Minuten 20 weitere Lügen.

Ein Narzisst kann dir anfangs erzählt haben, dass er viel und häufig liest. Wann hast du ihn, ausgenommen der Textnachrichten auf seinem Handy, etwas lesen sehen?

Was ein Narzisst sagt und was ein Narzisst macht, sind oftmals komplette Gegensätze. Für das Opfer ist das verwirrend. Denn sie möchten an das glauben, was der Narzisst sagt, werden von seinen Handlungen aber am laufenden Band verletzt.

Deine Erfolge erzeugen Wut

Egal ob Freundschaft oder Beziehung: Wenn dir etwas Gutes widerfährt oder du einen hart erarbeiteten Erfolg verzeichnen kannst, möchtest du das den Menschen in deinem Leben mitteilen. Du willst dich gemeinsam mit ihnen freuen und feiern.

Mit einem Narzissten funktioniert das nicht. Denn ob Beförderung oder kleiner Lottogewinn: Er kritisiert dich, entwertet den Erfolg oder das Glück und verdirbt dir damit gründlich die Freude. Oftmals wird er sogar wütend.

Viele Opfer von Narzissten lernen daraus, Erfolge und alles andere Positive vor dem Narzissten zu verstecken. Sie spielen es selbst herunter oder schweigen darüber – aus Angst vor der Entwertung und der Wut des Narzissten.

Trotz-Reaktionen

  • Du willst gerade einen Artikel oder ein Buch lesen? Der Narzisst muss JETZT unbedingt mit dir reden.
  • Du willst ins Bett gehen? Der Narzisst bricht einen Streit vom Zaun.
  • Du sagst „nein“, der Narzisst steigert das Verhalten noch, zu dem du gerade Nein gesagt hast.
  • Du willst deine Ruhe? Der Narzisst wird lauter, als er ohnehin schon ist.

Trotz, Grenzentesten und Wutanfälle – von außen mit etwas Abstand betrachtet erkennst du, dass Narzissten in ihrem Verhalten oftmals sehr kindlich sind. Sie bekommen Wutanfälle, wenn etwas nicht nach ihrem Willen läuft.

Sie testen Grenzen aus und halten sich nicht an Regeln. Folgen darauf Konsequenzen, bekommen sie wieder Wutanfälle.

Sie sind egozentrisch und trotzig.

Du arbeitest dich tot und kannst nichts richtig machen

Was Opfer von Narzissten in Beziehungen mit den Narzissten hält, ist unter anderem die Hoffnung. Die Opfer hoffen darauf, dass der Narzisst wieder so wird wie am Anfang, als er sie auf Händen trug, mit positiver Aufmerksamkeit überschüttete und auf ein Podest stellte.

Zusätzlich sehen die Opfer verdeckter Narzissten, dass die Narzissten nach außen, gegenüber anderen weiterhin der nette, zuvorkommende oder verletzliche Typ sind, den auch sie am Anfang erlebt haben. Sie fragen sich also, warum der Narzisst alle anderen weiterhin gut behandelt, sie selbst aber schlecht. Muss doch an den Opfern liegen, oder?

Genau diese Frage stellen sich die Opfer selbst, also strengen sie sich noch mehr an als ohnehin schon. Denn in Beziehungen mit einem Narzissten gilt:

Die Narzissten dürfen alles und müssen nichts.

Die Opfer müssen alles und dürfen nichts.

Eine gesunde, gleichberechtigte Partnerschaft gibt dir Kraft. Zwar nicht in jeder Sekunde und Minute an jedem Tag, aber im Großen und Ganzen kannst du dich in einer gesunden Partnerschaft darauf verlassen, dass dein Partner da ist, wenn du ihn brauchst. Du machst etwas für ihn, er macht etwas für dich.

In Beziehungen mit einem Narzissten sieht das vollkommen anders aus. Du kannst einkaufen, kochen, waschen, putzen, sein Chaos mehrfach täglich beseitigen, Rechnungen bezahlen, Geschenke für ihn, seine Familie und Freunde besorgen, seine Arzttermine vereinbaren und ihn zu den Terminen begleiten, ihn rundum versorgen und jeden Wunsch erfüllen.

Nicht nur, dass du dafür kein einziges Danke zu hören bekommst. Du bekommst dafür Kritik am laufenden Band und eindeutig vermittelt, dass du absolut nichts richtig machen kannst.

Im Gegensatz dazu wird dir der Narzisst alles vorhalten, was er jemals für dich gemacht hat. Und wenn es das Reichen eines Taschentuchs ist. Er erwartet dafür ewige Dankbarkeit. Mindestens.

Bei Regeln und Grenzen setzt sich das extreme Ungleichgewicht fort. Der Narzisst darf flirten, private Gespräche führen, sich allein mit anderen treffen, ausrasten und sich im Ton vergreifen. Er darf dich verletzen, beleidigen und kritisieren. Du darfst all das nicht.

Isolation

Es ist am Anfang einer Beziehung vollkommen normal, Freundschaften und Hobbys etwas zu vernachlässigen. Vielleicht gehst du nicht zum Mädelsabend, sondern lieber auf ein Date mit deinem neuen Partner. Vielleicht bleibst du am Sonntag lieber mit deiner neuen Flamme im Bett, als zum Brunch aufzubrechen.

Bedenklich ist das nicht, solange es ein vorübergehender Effekt ist und die anderen Beziehungen in deinem Leben nicht dauerhaft oder intensiv unter der Partnerschaft leiden.

Bei (verdeckten) Narzissten sieht das anders aus. Sie wollen deine Freunde und deine Familie so schnell wie möglich kennenlernen und sie auf ihre Seite ziehen. Narzissten isolieren ihre Opfer von ihren Nachbarn und Freunden, von ihrer Familie und in einigen Fällen sogar von Kollegen und Kunden.

Sie erzählen Lügen über ihre Opfer, manipulieren ihre Opfer und fordern ihren Opfern so viel Zeit und Energie ab, dass sie keine Kapazitäten mehr für andere haben.

Warum? Weil die gesunden Freundschaften und anderen Beziehungen in deinem Leben eine Bedrohung für sie sind. Ein starkes soziales Netzwerk macht es deutlich schwerer, dich zu kontrollieren. Denn hier können dich andere Menschen auffangen, ermutigen und nicht zuletzt dich darauf hinweisen, dass dir die Beziehung zu dem Narzissten nicht guttut.

Hat es der Narzisst erfolgreich geschafft, dich von anderen zu isolieren? Dann wird es für dich deutlich schwieriger, dich zu trennen. Schon weil du Angst davor hast, dass dir keiner glaubt und du komplett allein dastehst.

Narzissten erkennen ist schwer und einfach zugleich

Narzissten zu erkennen, ist rückblickend super einfach. Du kannst dich hinsetzen und die Checkliste für Narzissten abhaken. Dabei wirst du dich fragen, warum um alles in der Welt du nicht (früher) gegangen bist. Warum bist du nicht schreiend davongerannt, als dir seine Lügen auffielen, seine zwei Gesichter, die Widersprüche zwischen dem, was er sagt und dem, was er tut? Warum bist du geblieben, als er anfing dich zu isolieren und deine Privatsphäre zu vernichten?

Rückblickend, mit dem richtigen Wissen und etwas Abstand, siehst du die Beziehung als aneinandergereihte leuchtende Neon-Warnzeichen. Während du darin steckst, bist du aber nahezu blind dafür, dazu erschöpft und absichtlich verwirrt.

Hast du den Verdacht, dass du in einer toxischen Beziehung und auf einen Narzissten hereingefallen bist? Dann setz dich hin und nimm die Beziehung und das Verhalten deines Partners unter die Lupe. Dadurch kannst du verhindern, noch mehr Zeit und Energie zu verschwenden.   

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