Gute Vorsätze zum neuen Jahr und Frühjahrsputz, Diäten und mehr Sport, Minimalismus und Selbstoptimierung: Vor allem am Anfang des Jahres versuchen viele, ihr Leben zu verbessern. Dabei wird auf die Ordnung in der Wohnung und auf die körperliche Gesundheit geachtet, das menschliche Umfeld bleibt aber vollkommen außen vor. Dabei ist es gerade das, was uns entweder zurückhält und Energie raubt oder Energie spendet.
- Menschen-Detox: Darum ist es so wichtig, Beziehungen auf den Prüfstand zu stellen
- Frühjahrsputz im Freundeskreis: deine Vorteile
- Frühjahrsputz im Freundeskreis – wichtige Fragen
- Frühjahrsputz heißt weder Trennung noch Ghosting
- Frühjahrsputz im Freundeskreis ist schwer, aber lohnt sich
Menschen-Detox: Darum ist es so wichtig, Beziehungen auf den Prüfstand zu stellen
14.610 Tage. Oder auch 40 Jahre. So lange habe ich in etwa gebraucht, um etwas zu begreifen: Ich habe einen Arschloch-Magneten in mir, der im Gegensatz zu meinem Smartphone absolut zuverlässig funktioniert und einen Akku mit endloser Laufzeit hat. Überlass es mir, in einem Raum voller Menschen zuverlässig die Personen anzuziehen, die mich manipulieren, ausnutzen und fallen lassen, wenn ich nein sage oder nicht mehr nützlich bin.
Ganz so schlimm muss es allerdings um niemanden bestellt sein, um von einem Frühjahrsputz im Freundeskreis zu profitieren. Denn falsche Freunde und schlechte Beziehungen entziehen dir in jedem Fall reichlich Energie, die an anderen Stellen deutlich sinnvoller eingesetzt wäre und haben einen verheerenden Einfluss auf dein Leben.
Frühjahrsputz im Freundeskreis: deine Vorteile
„Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.“
Jim Rohn
Hast du in deinem Leben einen Menschen, der dich Tag für Tag kritisiert? Feierst du einen Erfolg und willst diesen teilen und als Antwort erhältst du: „Gut und schön, ABER…“, und dann folgt eine Liste mit Dingen, die du noch erledigen musst oder haben solltest? Bist du ständig damit beschäftigt, anderen zu helfen, aber für dich ist niemand da?
Vielleicht hast du das Gefühl, nie du selbst sein zu können und auf Eierschalen zu laufen. Eventuell darfst du nie auch nur im Ansatz kritisch sein, während alles, was du sagst und tust, bewertet und verurteilt wird. Und vielleicht wirst du ständig kleingemacht, beneidet oder daran gehindert, deine Ziele zu erreichen.
Die Menschen in deinem Leben haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie du dich fühlst, wie du dich selbst wahrnimmst und was dir gelingt. Befreist du dich von negativen Personen, kreierst du damit eine ganze Reihe an Vorteilen. Dazu gehören:
- Du erhältst mehr Energie:
Narzissten und andere toxische Menschen können immense Energiefresser sein, deine physische und psychische Gesundheit beeinträchtigen und dir die Kraft für alles andere in deinem Leben nehmen.
Vielleicht vernachlässigst du Beziehungen, die dir guttun, weil deine gesamte Energie für die schlechten Einflüsse in deinem Leben draufgeht. Deine Wünsche und Ziele bleiben auf der Strecke.
Trenn dich von den menschlichen Energiefressern in deinem Leben und schon hast du deutlich mehr Kapazitäten für positive Entwicklungen.
2. Du schaffst mehr Zeit für dich und für die, die zählen:
Du könntest gerade endlich mal einen Tag für dich einlegen. Doch das wird von einem Menschen sabotiert, der deine Nummer nur dann kennt, wenn er etwas braucht. Du könntest gerade mit wirklich lieben Personen schöne Momente erleben und Kraft tanken. Doch stattdessen hörst du dir weitere Kritik an, während du kontrolliert wirst oder einem anderen hilfst.
Und wenn du endlich fertig mit all dem bist? Dann fehlen dir Zeit und Energie für die wohltuenden Dinge im Leben. Mit dem Frühjahrsputz im Freundeskreis änderst du das. Du schaffst dir selbst die Zeit und den Freiraum dafür, endlich deine Wünsche zu erfüllen, deine Ziele zu erreichen und freier durchzuatmen.
3. Du baust ein stabiles, verlässliches soziales Netzwerk auf:
Du bist immer für alle da, kannst nicht nein sagen und verzichtest eher bei dir an allen Ecken und Enden, als jemanden zu enttäuschen.
Doch dann, dann kommt immer wieder das böse Erwachen. Denn, wenn du Hilfe brauchst, ist plötzlich keiner da. Oder schlimmer noch, funktionierst du nicht mehr wie gewünscht, wirst du als Last behandelt. Dir wird ein schlechtes Gewissen eingeredet und du wirst entwertet.
Sortierst du die toxischen Menschen in deinem Leben aus und richtest deinen Fokus und deine Energie auf die positiven Einflüsse aus, ändert sich das. Du baust ein soziales Netz auf, dass dich bei Bedarf wirklich auffängt oder schon viel früher agiert und reagiert, um deinen Sturz zu verhindern.
4. Dein Selbstwertgefühl wächst:
Toxische Menschen in deinem Leben sind wie Steine und Feinde, die du freiwillig an dir behältst. Sie beschweren dich und sorgen dafür, dass du dir permanent als unzureichend vorkommst. Erfolge werden weder anerkannt noch gefeiert. Rückschläge und vermeintliche Schwächen werden dafür herausgestellt und in den Fokus gerückt.
Befreist du dich von diesen Feinden mit Freundesstatus, haben dein Selbstbewusstsein und dein Selbstwertgefühl Raum für Wachstum.
5. Du wirst weniger anfällig für toxische Beziehungen:
Fällst du immer wieder auf falsche Freunde und die gleichen Arschlöcher herein? Verwunderlich ist das nicht, wenn deine Familie und dein Freundeskreis bereits aus toxischen Menschen bestehen. Denn abwertendes Verhalten dir gegenüber ist deine Normalität, die dich von allen Seiten umgibt.
Mit dem Frühjahrsputz im Freundeskreis schlägst du eine deutlich gesündere Richtung ein. Du lernst, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen, lässt keine Abwertung mehr zu und baust damit einen deutlich besseren Schutz gegen andere manipulative Menschen auf.
Frühjahrsputz im Freundeskreis – wichtige Fragen
Wie läuft er nun aber ab, der Frühjahrsputz im Freundeskreis, der dich befreit und dir Energie gibt? Beginne mit wichtigen Fragen!
Frage 1: Würde ich mich nochmal so entscheiden oder ist es Gewohnheit?
Freundschaft oder Partnerschaft – manche Beziehungen erhalten wir nicht, weil sie uns guttun. Wir erhalten sie, weil sie eben da sind. Gewohnheit und Angst vor dem Alleinsein sind mächtige Motivatoren.
Hinzu kommt noch der Einfluss, die unsere Investitionen auf uns haben. Hast du bereits viel für eine Person in deinem Leben gemacht? Hilfst du immer wieder? Bist du immer wieder da? Hörst du zu jeder Tages- und Nachtzeit zu, unterstützt du bei Liebeskummer, Umzügen und allen anderen Problemen? Oder hast du stattdessen so einiges für eine Beziehung aufgegeben, das dir wichtig war?
Je größer der Berg deiner Leistungen und Freundschaftsdienste für dich ist, desto stärker fühlst du dich verbunden. Desto schwerer fällt es auch, die Situation objektiv zu betrachten.
Würdest du dich heute noch einmal für die Person entscheiden? Habt ihr Gemeinsamkeiten? Beruht die Beziehung auf Gegenseitigkeit? Oder fällt es dir schwer, dich an das letzte schöne Erlebnis oder nette Wort zu erinnern?
Frage 2: Tut mir die Beziehung gut?
Nimm dir Zeit, gönn dir Ruhe und Abstand und frag dich: Was macht diese Beziehung mit dir? Warst du vor ihr selbstbewusster, ambitionierter, glücklicher, alberner? Wann hast du zuletzt so richtig gelacht? Dich so richtig gefreut? Wann hast du dich zuletzt geliebt gefühlt?
Hast du im Verlauf der Freundschaft oder Partnerschaft immer wieder auf Dinge verzichtet, die dir wichtig sind? Freust du dich auf Gespräche, Besuche, die gemeinsame Zeit? Oder hast du eher das Bedürfnis, Ausreden zu erfinden und wegzurennen?
Im Großen und Ganzen: Bereichert dich die Beziehung zu einem Menschen oder schränkt sie dich ein und schwächt dich mit jedem weiteren Tag?
Frage 3: Gibt es ein Geben und Nehmen?
Gibt es Menschen in deinem Leben, die für dich da sind? Die dir zuhören? Dir Tipps geben? Dich mit Geschenken und Gesten überraschen? Die beim Einkauf an dich denken? Dich hin und wieder einladen? Nachfragen, wie es dir geht? Revanchieren sie sich, wenn du ihnen geholfen hast?
Dieses Geben und Nehmen sollte normal sein. Es ist neben gegenseitigem Respekt und Wohlwollen die Basis für gesunde Beziehungen.
Fällt dir bei einigen Menschen in deinem Leben gerade partout nicht ein, wann sie zuletzt gegeben, statt genommen haben? Absichtlich falsche Geschenke oder falsche Versprechungen nicht eingerechnet.
Frage 4: Laufe ich auf Eierschalen?
Du machst dir ständig Sorgen, bloß nicht das falsche Wort zu verwenden. Denn das könnte sofort die Beziehung beenden. Einmal in zehn Jahren fünf Minuten zu spät kommen? Das wird dir bis in alle Ewigkeit vorgehalten. Darfst du nicht äußern, wenn du etwas nicht in Ordnung findest oder etwas anders siehst?
Ein markantes, deutliches und doch oftmals übersehenes Anzeichen für schlechte Freundschaften und Verhältnisse ist es, dass du beständig auf Eierschalen läufst. Du verbiegst dich und verbietest dir selbst den Mund, denn Konflikte eskalieren entweder vollkommen oder du befürchtest, dass die Beziehung sie nicht aushält. Diese immer bestehende Angst begleitet dich fortlaufend und bewirkt, dass du dich allmählich verlierst.
Frage 5: Bin ich ich selbst?
Wir alle gehen mit unterschiedlichen Menschen in unserem Leben auch unterschiedlich um. Du verhältst dich gegenüber deinem Chef vermutlich anders als gegenüber deinen Kollegen. Deine Freunde wissen im Normalfall mehr über dich als deine Nachbarn und sehr wahrscheinlich redest du mit deiner Mutter anders als mit deinem Partner oder dem Kassierer im Supermarkt.
In welcher Beziehung wir zu jemandem stehen, entscheidet darüber, was wir mit der Person teilen und wie wir uns verhalten. Dennoch bleiben wir in gesunden Beziehungen wir selbst.
In ungesunden Freundschaften, Partnerschaften und Verhältnissen fangen wir hingegen an, uns zu verbiegen. Wir reden nicht mehr über das, was uns wichtig ist oder streiten Vorlieben ab. Wir meiden Themen, um keine Wut zu erzeugen. Wir sprechen nicht offen über Erfolge oder Rückschläge, Wünsche oder Ziele. Wir passen uns an und schauspielern, unterdrücken und ignorieren.
Vielleicht hast du seit einer halben Ewigkeit dein Lieblingslied nicht mehr gehört oder überhaupt auf Musik verzichtet. Eventuell liest du nicht mehr, weil das als Zeitverschwendung gilt. Oder du verzichtest auf dein liebstes Essen. Gehst du auf jede Party mit, obwohl du keine Lust darauf und nie Spaß daran hast? Hörst du dir dafür an, wie dumm deine Hobbys sind?
Frag dich, ob du in dieser Freundschaft, gegenüber diesem Menschen du selbst sein kannst. Oder, ob du es aus Angst nicht bist.
Frühjahrsputz heißt weder Trennung noch Ghosting
Frühjahrsputz im Freundeskreis heißt nicht, dass du sofort einen radikalen Schlussstrich ziehen musst. Es kann ebenso bedeuten, dass du alte Freundschaften besser pflegst, deine Grenzen klar machst und offene Gespräche darüber führst, was du nicht mehr möchtest.
Steh zum Beispiel nicht mehr jederzeit auf Abruf zur Verfügung, sondern bewahr deine Zeit für dich und gib stattdessen vor, wann du da sein und helfen kannst. Wirst du abwertend behandelt? Mach klar, dass du dieses Verhalten nicht mehr duldest und die Situation beendest, wenn es wieder dazu kommt. Ist jemand manipulativ, sprich laut aus, was er macht, und, dass du darauf nicht mehr hereinfällst.
Denn: Auch in grundlegend gesunden Beziehungen kann es dazu kommen, dass sich ungesunde Verhaltensmuster einschleichen. Das muss weder absichtlich noch böswillig sein. An diesen Beziehungen zu arbeiten, wird sie wachsen lassen und stärken. Manchmal reicht es vollkommen aus, bestehende Missstände anzusprechen und gemeinsam eine Lösung zu finden.
Grundlegend einseitige Beziehungen siebst du mit dem Ansprechen der Probleme hingegen aus. Wer nicht daran interessiert ist, eine Freundschaft oder Partnerschaft auf Augenhöhe mit dir zu führen, wird sich über die neuen Regeln echauffieren oder einen ausgewachsenen Wutanfall bekommen. Er wird dir Vorwürfe machen, dich für zu sensibel und verrückt erklären und jede einzelner deiner Grenzen in Frage stellen. Dass die Situation für dich unfair ist, wenn du immer nur gibst und nichts zurück erhältst, wird unter den Teppich gekehrt.
Sehr beliebt ist auch der Satz: „Warum hast du denn dann nichts gesagt, wenn es so schlimm ist???“ – nun ja.
Erstens: Du sagst jetzt gerade eben, dass es für dich so nicht mehr passt und du dir Verbesserungen und Veränderungen wünschst. Jetzt gerade eben wäre also der Zeitpunkt, darauf ein- und verständnisvoll damit umzugehen, über die Probleme zu sprechen und Lösungen zu finden.
Zweitens: Ist dir gerade eine Welle der Entrüstung entgegengeschlagen? Wurdest du mit Zorn und Wut konfrontiert? Gab es reichlich Vorwürfe? Hattest du genau davor Angst, brauchtest du logischerweise Anlauf, musstest dich überwinden und hast vermutlich sehr lange darüber nachgedacht, wie du alles so formulierst, dass es nicht nach einem Angriff klingt. Genau deswegen hast du vorher nichts gesagt und gerade den besten Beweis dafür erhalten, dass ein respektvolles, reflektiertes Gespräch auf Augenhöhe – wenn überhaupt – nur schwer möglich ist.
Überraschendes Verständnis, Entschuldigungen und ein Neuanfang oder mehr Bemühungen können dich beim Frühjahrsputz im Freundeskreis ebenso erwarten wie abrupte Kontaktabbrüche. In jedem Fall siebt es aus.
Mach dich dabei dennoch nicht selbst zum Arschloch, indem du jemanden ohne Vorwarnung ghostest.
Frühjahrsputz im Freundeskreis ist schwer, aber lohnt sich
Hast du einmal die Warnzeichen toxischer Beziehungen oder die Anzeichen von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung verinnerlicht, fallen die gleichen Eigenschaften häufig im Freundeskreis und in der Familie auf. Wirst du zum Beispiel immer wieder mit anderen verglichen, um dich abzuwerten? Werden deine Leistungen als selbstverständlich hingenommen, während du dich mindestens 30 Mal dafür bedanken musst, wenn dir jemand ein Taschentuch reicht? Bist du angeblich nachtragend, weil du verletzt bist und noch immer keine Entschuldigung erhalten hast? Darfst du dir gleichzeitig anhören, dass du vor über einem Jahrzehnt einmal zu spät warst? Wofür du dich entschuldigt hast oder wofür du schlicht nichts konntest?
All die Diskrepanzen und fehlende Fairness fallen auf, sobald du bewusster mit deinen Freundschaften und Beziehungen umgehst und dir nicht mehr alles bieten lässt. Das ist anstrengend, schwer und teilweise schmerzhaft. Zugleich ist es befreiend, all die falschen Freunde, die Energieräuber und die anderen toxischen Menschen auf Abstand zu halten. Die Überwindung zu diesem Schritt zahlt sich aus und kann ungeahnte Verbesserung in deinem Leben bewirken.
Ganz davon abgesehen: Jahre oder auch Jahrzehnte deines Lebens an die Falschen zu verschwenden ist etwas, das du bereuen wirst. Der Mut zur Änderung wird dich hingegen mit Stolz erfüllen.








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