Einsamkeit bekämpfen – 11 wirklich wirksame Methoden

Die Pandemie der Einsamkeit greift um sich und gewinnt an Fahrtwind. So scheint es zumindest, wenn der Blick auf Studien und Umfragen zum Thema Einsamkeit fällt. Gehörst du auch zu den Menschen, die sich gelegentlich oder häufig einsam fühlen? Dann lass uns etwas dagegen unternehmen.

  1. Einsam oder allein?
    1. Tipp 1: Gestalte Zeit mit dir selbst schöner
    2. Tipp 2: Buch dir eine Begleitung
    3. Tipp 3: Reaktiviere und vertiefe alte Kontakte
    4. Tipp 4: Tu etwas Gutes für andere
    5. Tipp 5: Sei sozial und freundlich
    6. Tipp 6: Such Gleichgesinnte
    7. Tipp 7: Nutze Angebote der Stadt und der Gemeinde
    8. Tipp 8: Finde online eine Lösung (und andere Menschen)
    9. Tipp 9: Werde mutiger und offener
    10. Tipp 10: Organisier selbst, was es nicht gibt
    11. Tipp 11: Geh auf Dates
  2. Einsam als Erwachsener – geh aktiv dagegen an

Einsam oder allein?

Sich einsam zu fühlen und allein zu sein klingen zwar ähnlich, sind aber grundverschieden. Vielleicht kennst du das Gefühl nur zu gut, dich gerade dann am einsamsten zu fühlen, wenn du von Familie und Freunden umgeben bist oder dich in einem Raum voller Menschen befindest. Der Grund dafür kann in der fehlenden oder unzureichenden Tiefe von Beziehungen liegen. Wenn du glaubst, dass andere dich nicht verstehen oder du ihnen nichts bedeutest, nimmt die empfundene Einsamkeit zu.

Dagegen kannst du (lernen) dich allein rundum wohlzufühlen und keinen Gedanken an die Einsamkeit zu verschwenden. Aber auch bei der Einsamkeit umgeben von Menschen gibt es wirksame Mittel. Bereit? Legen wir los!

Tipp 1: Gestalte Zeit mit dir selbst schöner

Für dein Wohlbefinden, deine Psyche und deine Ausstrahlung ist es unerlässlich, dass du selbst dein bester Freund bist. Als so nett zu dir und betreibe Selfcare.  

  • Richte deine Wohnung ganz nach deinem Geschmack ein, damit sie zu deiner persönlichen Oase wird.

Das Projekt hat nicht nur Wohlfühlen als Ziel. Es lenkt deine Konzentration auch auf etwas Positives und Produktives und nimmt damit den Fokus vom Gefühl der Einsamkeit. Renovierst du deine vier Wände: Geh dafür in den Baumarkt und in lokale Ladengeschäfte. Dadurch kommst du zugleich unter Menschen, kannst in das eine oder andere Gespräch kommen und die Pläne für dein Projekt besprechen – oder dir gezielt Tipps holen.

  • Beginne, ein Tagebuch zu schreiben, denn du hörst dir zu.

Der bloße Akt des Aufschreibens kann erleichternd und beruhigend sein, dich entspannen und dir Klarheit verschaffen. Benutze das Journal zusätzlich zur Selbstreflektion. Vielleicht fällt dir beim Schreiben auf, dass du dich einsam fühlst – aber gleichzeitig schon lange mal wieder bei einem alten Freund reinhören wolltest und es vor dir herschiebst. Ändere das.

  • Erkenne und genieße die Vorteile der Me-Time

Kein Streit um das TV-Programm, keine Diskussionen darüber, was gegessen wird, du kannst ansehen, machen und essen, was du willst. Nimm stundenlang ein Bad, während der Marathon deiner Lieblingsfilme läuft. Lies in Ruhe ein Buch nach dem anderen oder tanz halbnackt zu deinen liebsten Songs durch die Wohnung. Erlaubt ist, was gefällt und was dir in diesem Moment guttut.

Tipp 2: Buch dir eine Begleitung

Denn bei einem gebuchten Mann stehen du, deine Wünsche und deine Bedürfnisse im Vordergrund.

Dir Zeit mit einem Begleitherren für eine Date, Unternehmungen oder den Urlaub zu gönnen, klingt ungewöhnlich, ist aber außergewöhnlich wirksam.

Tipp 3: Reaktiviere und vertiefe alte Kontakte

In manchen Beziehungen leben sich Menschen auseinander und obwohl sie gerne an die gemeinsame Zeit zurückdenken, haben sie sich nicht mehr allzu viel zu sagen. Denn der aktuelle Alltag ist einfach zu verschieden. Andere Freundschaften schlafen hingegen aufgrund von Zeitdruck oder räumlicher Entfernung ein.

Beides sind keine Gründe dagegen, dich einfach mal zu melden. Erinnere an eine lustige gemeinsame Unternehmung. Sag danke, wenn dir jemand früher geholfen hat (und du das Danke bisher vergessen hast). Frag nach, wie es geht.

Auch wenn daraus nicht automatisch erneut eine tolle, aktive Freundschaft mit tiefer Verbindung wird, ist es einfach schön, voneinander zu hören. Und ja: Gelegentlich lebt die Freundschaft wieder auf und du erkennst, dass du überraschenderweise doch Menschen in deinem Leben hast, die für dich da sind.

Gleiches gilt bei deiner Familie. Seht ihr euch meist nur zu besonderen Anlässen und Gespräche dazwischen fallen eher knapp aus? Ruf einfach mal an und nimm dir Zeit dafür, zuzuhören und euch wirklich auszutauschen.

Tipp 4: Tu etwas Gutes für andere

Du siehst immer wieder, wie deine Nachbarin sich mit ihren Einkäufen abmüht? Hilf ihr. Könnte die junge Mutter von nebenan mal einen Babysitter brauchen, um 5 Minuten für sich zu haben? Biete deine Hilfe an. Klang ein Kollege letztens niedergeschlagen? Sei das offene Ohr für ihn. Traut sich deine Oma nicht mehr, allein Ausflüge zu machen? Überrasch sie mit einem Besuch und einem gemeinsamen Ausflug.

Mach jemandem in deinem Leben ein überraschendes Geschenk, weil du es gesehen und an die Person gedacht hast. Schau dich in deiner Umgebung um, wo Hilfe dringend nötig ist. Sei es Unterstützung im Seniorenheim, das Aufräumen eines Parks, Gassigänger im Tierheim, Nachhilfe-Angebote in der Schule.

Hast du viel für Tiere übrig? Frag bei Tierschutzorganisationen nach, wo und wie du helfen kannst. Liegen dir Kinder im Herzen? Frag in Schulen nach, ob sie Interesse an Kursen oder Clubs als Freizeitmöglichkeiten nach dem Unterricht haben. Vielleicht kannst du Kindern Freude am Kochen und ein paar Rezepte vermitteln oder du unterhältst einen Französisch-Club, bringst dein Hobby näher oder hilfst mit Computerkursen.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, anderen etwas Gutes zu tun. Nutzt du sie, wird dein soziales Netz unweigerlich wachsen und du wirst nach und nach zahlreiche Menschen in deinem Leben haben, die ebenfalls sofort zur Stelle sind, wenn du Hilfe brauchst.

Tipp 5: Sei sozial und freundlich

Du fühlst dich einsam und allein? Geh raus an einen belebten Ort. Spazier durch einen Park, besuch ein Café oder geh shoppen. Lächle Leute an, sei nett zum Kassierer oder Kellner, mach jemandem ein Kompliment. Frag den Mann am Nebentisch oder auf der Parkbank, ob er das Buch empfehlen kann, das er gerade liest. Mach dem Paar da drüben ein Kompliment für ihren gut erzogenen, lieben Hund. Oder frag jemanden danach, wo es das beste Eis, die leckersten Pommes oder den geilsten Burger gibt. Bitte um einen Geheimtipp in der Umgebung.

Es mag am Anfang etwas Überwindung kosten, ein paar Worte mit Fremden zu wechseln. Aber es bringt viele Vorteile mit sich. Indem du freundlich auf andere zugehst, richtest du den Fokus auf Menschen und weg von der Einsamkeit. Du kannst anderen damit den Tag versüßen, wenn sie ansonsten nur mit schlechtgelaunten Kunden und Passanten zu tun haben. Und ja, vielleicht kommt es sogar zu einer Zufallsbekanntschaft, aus der mit der Zeit ein Freund wird.  

Tipp 6: Such Gleichgesinnte

Für viele Hobbys finden sich Clubs, Vereine, Kurse oder Veranstaltungen, bei denen Gleichgesinnte aufeinandertreffen. Leg dir ein Hobby zu oder bau ein Vorhandenes aus und finde Menschen, mit denen du dich darüber austauschen kannst.

Das kann ein Oldtimer sein, den du restaurierst und damit im regionalen Club Freunde findest. Aber ebenso Fotografie, Kochen, das Lernen einer neuen Sprache, Sport, Tanzen, Bowling – die Liste ist lang.

In anderen Bereichen bietet es sich an, ein Ehrenamt anzunehmen oder einen Workshop zu besuchen. Oder aber selbst einen Workshop oder Kurs zu geben!

Tipp 7: Nutze Angebote der Stadt und der Gemeinde

Kennst du „Gemeinsam gegen Einsamkeit“? Die Bürgerinitiative hat es sich zum Ziel gesetzt, Einsamkeit bei Erwachsenen zu bekämpfen. Stammtische, Telefonate und Veranstaltungen bringen Menschen aus der (empfundenen) Isolation.

Neben der Initiative finden sich in vielen Städten und Gemeinden Angebote zu eben diesem Zweck. Schau dich bewusst um und recherchiere im Internet, was sich in deinem Umfeld findet. Ist das Angebot mehr als mager? Dann ruf selbst etwas ins Leben, das dir und anderen hilft.

Auch Sorgentelefone für Erwachsene, Angebote der Malteser, der Caritas und weiterer Organisationen können helfen. Sie sind nur leider oftmals nicht weithin bekannt.                                                                          

Tipp 8: Finde online eine Lösung (und andere Menschen)

Schon mal von der App Helpcity gehört? Oder von Spontacts? Kennst du Kuscheldates? Oder Nebenan.de? Es gibt eine ganze Reihe von Vereinen, Apps und Gruppen, die der Einsamkeit direkt oder indirekt entgegenwirken.

Probier es zum Beispiel mit gemeinsamem Kochen oder einem gemeinsamen Spieleabend. Organisiere über eine der Apps selbst eine Radtour oder eine Wanderung. Gut geeignet sind beispielsweise:

  • Meet5
  • Meetup
  • Bumble for Friends
  • GemeinsamErleben
  • BUDDY

Tipp: Es lohnt sich, mehrere Apps zu testen und dadurch das Passende für dich zu finden.

Tipp 9: Werde mutiger und offener

Das bemerkenswerte an der Einsamkeit: Du bist zu keinem Zeitpunkt damit allein. Vielleicht sitzt der nächste einsame Mensch in der Wohnung neben dir oder du traust dich nicht, über deine Einsamkeit zu sprechen und Kontakt zu alten Freunden aufzunehmen, während es drei deiner Freunde ganz genauso geht.

Für viele ist Einsamkeit ein Tabuthema und peinlich. Gerade das sollte es allerdings nicht sein.

Steh offen dazu, wenn du dir mehr Kontakt, gemeinsame Unternehmungen oder tiefe Gespräche wünschst. Frag andere in deinem Umfeld, ob es ihnen manchmal ebenso ergeht und was sie dagegen unternommen haben. Du wirst überrascht sein.

Hast du niemanden, mit dem du darüber sprechen kannst. Nutz die TelefonSeelsorge oder das Telefonieren gegen Einsamkeit der Malteser.

Tipp 10: Organisier selbst, was es nicht gibt

„Irgendjemand müsste da mal was machen.“

„Wenn es doch nur xy gebe…“

Kommt dir bekannt vor? Dann sei du der irgendjemand, der etwas dagegen unternimmt oder schaff das Angebot, das du dir wünschst. Das wirkt anfangs oftmals unmöglich und unrealistisch. Aber alle anderen Angebote fingen auch einmal mit einem Wunsch oder einer Idee an und erschienen unmöglich. Dennoch gibt es sie jetzt, weil jemand einen Weg gefunden hat.

Tipp 11: Geh auf Dates

Aus empfundener Einsamkeit heraus eine Beziehung einzugehen, ist immer eine dumme Idee. Denn die Gefahr, Warnzeichen nicht zu erkennen oder zu übersehen, weil du nicht allein sein willst, steigt dadurch ins Unermessliche.

Das bedeutet jedoch nicht, dass du nicht auf Dates gehen kannst und solltest – solange du mit offenen Karten spielst. Weder eine Beziehung noch etwas anderes Verbindliches zu wollen, heißt schließlich nicht, dass kein Brunch, Tanzen gehen oder ein langer Spaziergang möglich ist.

Selbst, wenn du dir im Anschluss an die Verabredung sagst, dass sie ein Reinfall war: Du lernst in jedem Fall neue Menschen kennen und etwas über dich selbst. Vielleicht fällt dir dabei auf, dass du immer wieder auf die gleiche Sorte Mensch hereinfällst und daran dringend etwas ändern solltest. Vielleicht versuchst du es mit Contra-Dating und bist positiv überrascht. Und vielleicht findest du beim Daten sogar einen guten Freund.  

Einsam als Erwachsener – geh aktiv dagegen an

Wenn du deprimiert bist und dich einsam fühlst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du gerade keine große Lust hast, positiv und aktiv zu sein. Überwinde dich dennoch dazu. Unternimm einen Schritt. Das kann das Herunterladen einer App sein und dich darin umsehen. Das kann auch die Runde um den Block sein, bei der du deiner Nachbarin endlich mal sagst, wie hübsch du ihre Balkonbepflanzung findest. Es kann auch das Aufstellen einer To-do-Liste sein, auf der du Tag für Tag einen Punkt abhakst.  

Nimm das Telefon in die Hand und sprich über eine Hotline mit jemandem, der dich versteht. Oder such dir ein Forum, in dem du mit anderen Gleichgesinnten über dein Hobby fachsimpeln kannst. Verwende die Tipps gegen Einsamkeit bei Erwachsenen als Inspiration und probier aus, was für dich funktioniert.

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