Frühjahrsmüdigkeit zu bekämpfen, kann schwerfallen, immerhin bist du müde, antriebslos und hast vielleicht zusätzlich Kreislaufprobleme. Mit den folgenden 10 Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit gelingt es trotzdem, denn diese funktionieren ohne großen Aufwand und erfordern weder abrupte Umstellungen noch viel Antrieb.
Tipp 1: Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen und auf Ausgleich achten
Frühjahrsmüdigkeit gibt es gar nicht – das zeigt zumindest eine Studie von Schlafforschern aus der Schweiz.[1] Die Teilnehmer wurden über ein Jahr lang von April 2024 bis September 2025 alle sechs Wochen befragt. Obwohl 47 Prozent von ihnen zunächst angaben, dass sie regelmäßig unter Frühjahrsmüdigkeit leiden, gab es keine saisonalen Unterschiede in Hinblick auf Müdigkeit und Schlafqualität.
Warum fühlen sich also viele dennoch müde und abgeschlagen? Das kann zum einen an der gesteigerten Aktivität und Belastung liegen. Frühjahrsputz, Ostern, Ferien der Kinder, auf der Arbeit ist viel los und außerdem müssten mal noch Garten und Balkon dran glauben, die Winterreifen gegen die Sommerreifen getauscht werden und Urlaub musst du auch endlich mal planen, wenn du nicht gerade versuchst, das gute Wetter zu nutzen.
Fühlst du dich wirklich müder, weil Frühling ist – oder, weil deine To-do-Liste überquillt und du dir weniger Pausen und Erholungsphasen gönnst?
Ist Letzteres der Fall: Achte auf Schlaf und darauf, dich nicht zu übernehmen.
Tipp 2: Frühjahrsmüdigkeit lindern durch Trinken und Essen
Im Winter geht es bei vielen deftig auf dem Speiseplan zu, aber nicht unbedingt reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Durch eine erhöhte Zufuhr von Flüssigkeit und wichtigen Vitalstoffen kannst du dir einen wohltuenden Boost verschaffen, und mit Suppen, Salaten und Smoothies löst du alles auf einmal – und das auch noch einfach.
Tipp 3: Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen und Immunsystem stärken
Ein weiterer Grund für die besonderen Belastungen im Frühjahr ist die Grippe- und Erkältungswelle, die jährlich durch die Gesellschaft rollt. Ist das Immunsystem stark herausgefordert (oder deine Gesundheit bereits angeschlagen) sinkt die Energie. Sende deinen Abwehrkräften Hilfe in Form von:
- Hygiene:
Die meisten Keime gelangen über die Luft oder die Hände in Gesicht und Nase und damit in den Körper. Die Keimbelastung in Räumen senkst du durch regelmäßiges Lüften. Die an deinen Händen durch häufiges und gründliches Waschen.
- Pflege der Schleimhäute:
Forscher der Harvard University fanden heraus, dass die Funktion der ersten Abwehrkräfte sinkt, wenn die Nase abkühlt oder austrocknet. Also halt sie warm, sauber und (innerlich) feucht. Klingt komisch, ist aber so. Befeuchtendes Nasenspray, Nasenduschen und Inhalation helfen dabei.
- Versorgung:
Das Frühjahr ist oftmals auch die Zeit der Diäten. Leider gehen viele davon mit der einen oder anderen Unterversorgung einher. Besser ist eine gesunde Ernährungsumstellung, die die Kalorien reduziert und die Zufuhr essenzieller Nährstoffe erhöht.
Tipp 4 gegen Frühjahrsmüdigkeit: Vitamin-D-Mangel bekämpfen
Am Ende des Winters sind die Vitamin-D-Speicher oftmals leer. Vitamin-D-Mangel ist ohnehin einer der am weitesten verbreiteten Mangelzustände in unseren Breitengraden. Daher lohnt es sich:
- Die Versorgung ärztlich überprüfen zu lassen.
- Dir mehr Sonnenlicht zu gönnen oder eine UVB-Lichttherapie zu beginnen.
- Deine Ernährung reicher an Vitamin D zu gestalten.
- Bei Bedarf ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.
Tipp 5: Frühjahrsmüdigkeit reduzieren durch Vorfreude
Vorfreude und Lieblingsbeschäftigungen setzen Glückshormone frei. Diese wirken sich wiederum positiv auf das gesamte Wohlbefinden und die Gesundheit aus. Also plan etwas, worauf du dich wirklich freust. Ausflug, Frauenabend, Filmmarathon, dein Lieblingsgericht, Wellness, ein gutes Buch in Ruhe lesen können – ob du endlich mit einer Badebombe abtauchen willst oder dir den Wunsch erfüllst, selbst Bier zu brauen – etwas für dich zu machen kann Müdigkeit vertreiben und die Lebensgeister wecken.

Tipp 6: Erholung und Entspannung einplanen – Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen
Die meisten Filme werden während der kalten Jahreszeit angesehen. Und die meisten Bücher im Urlaub und bei schlechtem Wetter gelesen. Sobald die Tage kürzer werden, richten wir unseren Fokus darauf, drinnen zu entspannen. Es werden mehr Vollbäder genommen und öfter ruhige Zeiten eingelegt.
Im Sommer zwingt uns dann die Hitze oftmals dazu, im Schatten ein Eis zu essen oder in der Sonne zu faulenzen. Im Frühjahr aber: Da ist jede Menge zu tun und jeder Sonnenstrahl muss genutzt werden.
Denk also ab und an daran, bewusst faul zu sein.
Tipp 7: Darmgesundheit verbessern gegen Frühjahrsmüdigkeit
Ist der Darm überlastet, krank oder aus anderen Gründen in der Funktion eingeschränkt, wirkt sich das auf alle Bereiche aus: von den Abwehrkräften bis zur Psyche. Eine ärztliche Untersuchung und eine Darmsanierung können hier weiterhelfen.
Bereits kleine Veränderungen wie mehr zu trinken und den Ballaststoff-Anteil auf dem Speiseplan zu erhöhen, können ebenfalls Verbesserungen mit sich bringen.
Tipp 8: Schlafqualität erhöhen – Müdigkeit im Frühjahr reduzieren
Vom Säugling bis zum Senior: Schlaf ist ein heikles Thema. Wir brauchen ihn dringend und kämpfen doch häufig gegen ihn an oder er wird gestört. Apnoe, Geräusche, Gerüche, Licht, beängstigende oder stressige Gedanken, schlechte Träume, zu wenig Zeit – die Liste der Störfaktoren ist lang.
Die besten Voraussetzungen für ruhigen, tiefen und vor allem erholsamen Schlaf zu schaffen, ist daher nicht nur beim Bekämpfen der Frühjahrsmüdigkeit sinnvoll.
Tipp 9: Leben pflegen gegen Frühjahrsmüdigkeit
Pflanzen kultivieren, ein Ehrenamt begleiten, Bienen, Igel und Vögel füttern: Verantwortung für das Wohlbefinden anderer zu übernehmen, motiviert und trägt sogar zu deiner Gesundheit bei. Das kann wiederum Müdigkeit vertreiben oder ihr vorbeugen.
Tipp 10: Frühjahrsmüdigkeit oder immer müde?
Die von 2024 bis 2025 durchgeführte Studie legt nahe, dass sich Menschen im Verlauf der Jahreszeiten zwar bei längerem Tageslicht trotz weniger Schlaf wacher und aktiver fühlen können und, dass es objektiv keine Frühjahrsmüdigkeit gibt – und jetzt das große ABER:
Das sagt noch nichts über dich und die Gründe für deine Müdigkeit aus.
Bist du einfach nur gerade mal ein paar Tage erschöpft oder leidest im Frühjahr unter Frühjahrsmüdigkeit, im Sommer unter Müdigkeit durch Hitze, im Herbst und Winter unter saisonaler Depression?
Dokumentiere dein Wohlbefinden (oder das Fehlen davon) und dann betreib gezielte Ursachenforschung.
Über einen längeren Zeitraum und detailliert aufzuschreiben, wann du besonders abgeschlagen und müde bist, was dich belastet und wann du dich wohlfühlst – das hilft dabei, die Auslöser in deinem Leben zu finden und besser damit umzugehen.
Mehr als Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen
Frühjahrsmüdigkeit gibt es zwar laut der aktuellen Studie der Schlafforscher nicht, dafür aber zahlreiche Gründe für Müdigkeit. Findest du heraus, welche auf dich zutreffen, kannst du deutlich wacher und fitter leben – noch in diesem Frühling.
[1] No Evidence for Seasonal Variations in Fatigue, Sleepiness, and Insomnia Symptoms: Spring Fatigue is a Cultural Phenomenon rather than a Seasonal Syndrome
Christine Blume, Albrecht Vorster
bioRxiv 2025.09.27.678954; doi: https://doi.org/10.1101/2025.09.27.678954
Abruf 16.03.2026







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