Boy Moms – kein neues Phänomen, aber ein gefährliches

Boy Moms – ich lese die Bezeichnung zum ersten Mal in irgendeinem Social Media Post und denke mir nichts dabei. Das sind einfach Mütter von Söhnen, oder? Weit gefehlt! Boy Moms sind kein Social Media Phänomen und nicht einfach nur die Mütter von Söhnen, sie sind etwas Erschreckendes, das wir schon längst alle kennen. Wir hatten nur noch keinen Namen dafür.

Was sind Boy Moms?

In meiner Welt waren Jungsmamas oder Boy Moms lange Zeit einfach genau das: Mütter eines oder mehrerer Söhne. Fertig.

Gleichzeitig kannte ich lange vor der Verbreitung des Begriffs und der Aufklärung darüber auf Social Media so einige (künftige) Schwiegermonster und Mütter von Jungs, die ihre Söhne reichlich unreflektiert erzogen. Und/Oder Söhne und Töchter extrem ungleich behandelten.

Damit kannte ich schon die Riege der Boy Moms – ich hatte nur noch keinen Namen für das Verhalten. Was macht eine Mutter nun also zur Boy Mom, anstatt einfach nur zur Mutter eines Sohnes? Boy Moms:

  • stellen Söhne über Töchter:

Sie präsentieren das Gebären eines Sohnes als Nonplusultra, als Krone der Schöpfung und werten sich selbst damit auf. Selbst dann, wenn sie bereits eine Tochter haben, ist ein Sohn „etwas ganz Anderes, etwas ganz Besonderes und überhaupt das Beste“. Von Geburt an werten sie also das männliche Geschlecht auf und das weibliche Geschlecht ab.

  • sehen sich als (erste) romantische Liebe ihres Sohnes:

Schon im Kleinkindalter sind sie eifersüchtig auf (weibliche) Freunde ihrer Söhne, befürchten den Tag ihrer Hochzeit und nehmen ihre Söhne gegen andere ein. Ständiges Umarmen, Küssen, Familienbett mit Söhnen und ohne Vater der Kinder gehören oftmals dazu.  

Sie zeigen sich eifersüchtig gegenüber anderen Betreuungspersonen ihrer Söhne und verwenden oft ein romantisches Vokabular.

  • erziehen Söhne und Töchter ungleich:

Boy Moms sind häufig Pick me Frauen, die Frauen generell als Konkurrenz begreifen. Das bezieht sich sogar auf die eigenen Töchter. Sie reagieren eifersüchtig darauf, wenn die Kindsväter Zeit mit ihren Kindern verbringen oder wenn die Kinder lieber zum Vater, zur Erzieherin oder zu den Großeltern wollen.

Sie entschuldigen das Verhalten ihrer Söhne jedoch und heben sie auf ein Podest (Boys will be boys.) – während sie gegenüber Töchtern deutlich härter, strenger und kritischer sind.

  • begreifen (zukünftige) Freundinnen oder Freunde als Konkurrenz:

Wenn ein Kind im Kindergarten einen besten Freund oder eine beste Freundin hat, ist das für normale Eltern ein Grund zur Freude. Playdates, Geschenke für Freund oder Freundin, lange Geschichten über ihn oder sie, Übernachtungen beieinander – das ist einfach Zucker.

Nicht so für Boy Moms. Sie freuen sich zwar und geben damit an, wenn ihr Sohn bei anderen beliebt ist, sind aber auch eifersüchtig. Sie wollen die gesamte Aufmerksamkeit ihres Sohnes für sich. Da stehen bereits andere Kinder im Weg.

Auf TikTok und Co. geben Boy Moms aus diesem Grund zum Beispiel damit an, dass sie ihren Söhnen kochen beibringen und sie verwöhnen, damit diese später nicht von der „Tiefkühl-Lasagne deiner Töchter beeindruckt sind“. Sie leben hier ihre Frauenfeindlichkeit gegen andere Mütter und deren Töchter aus. Und stellen sich als etwas Besseres dar.

Bringen Söhne dann ihre Freund*innen mit, müssen die sich schon mal auf die gleiche Behandlung gefasst machen. Kritik, Abwertung und Eifersucht stehen auf dem Programm.

  • behandeln Söhne als Partnerersatz:

Pick me Frauen gehen keine echten Freundschaften und keine echten Beziehungen ein. Sie haben zwar einen Mann, aber keinen wirklichen Partner. Werden sie zu Boy Moms, übertragen sie romantische Gefühle auf ihre Söhne. Sie betrachten, behandeln und benutzen sie als Ersatz für einen erwachsenen Partner.

Das macht sich nicht nur dadurch bemerkbar, dass viele Boy Moms mit ihren Söhnen jahrelang im „Familienbett“ schlafen, während der Ehemann auf der Couch nächtigt. Sie wollen zum Beispiel auch der „erste Kuss“ sein. Sie haben Mutter-Sohn-Dates. Sie werden spätestens dann manipulativ, wenn „eine andere Frau“ auf der Bildfläche auftaucht.

Sie verwenden das Vokabular einer Partnerin, nicht das einer Mutter.

Sind Boy Moms ein Social Media Trend?

Nein. Es gibt seit Jahrzehnten unzählige Schwiegertöchter, die ein Lied von ihrem Schwiegermonster ihrer Schwiegermutter singen können. Sabotierte Datenights, ständige Kritik und Abwertung, übergriffiges Verhalten, emotionale Manipulation – sie befinden sich im Konkurrenzkampf mit ihrer Schwiegermutter, der sie nichts, aber auch nichts, recht machen können. Und die sich eher wie die verrückte und immer noch präsente Ex-Partnerin verhält, als wie die Mutter ihres Partners.

Social Media hat Pick me Frauen und Boy Moms lediglich als schon lange existentes Problem bekannt gemacht und darüber aufgeklärt.

Wie wird eine Frau zur Boy Mom?

Frauenhass und Frauenfeindlichkeit sind weit verbreitet. Noch heute glauben viele, dass der Wert einer Frau steigt, wenn sie heiratet. Sie gewinnt an noch mehr Wert, wenn der Mann einen hochrangigen Beruf begleitet – also zum Beispiel Arzt ist.

Noch immer definieren sich Frauen über ihren Wert für Männer. Es gibt zahlreiche Pick me Frauen, die andere Frauen runtermachen und sich bis ins Unendliche verbiegen, um für Männer interessanter zu sein als andere.

Bekommen diese Frauen dann Söhne, haben sie endlich sehr viel Macht über „kleine Männer“ und ja, mich ekelt der Begriff auch an. Aber genau so sehen sie ihre Söhne. Sie setzen in der Folge alles daran, diese Macht zu behalten und sie auszuweiten. Voila: So kommt es zu Boy Moms und zu Schwiegermonstern.

Wie erkenne ich eine Boy Mom?

Die folgenden Fragen helfen dabei, eine Boy Mom zu erkennen:

  • die Wortwahl:

„Keine/r ist gut genug für meinen Jungen.“

„Keiner wird dich je so lieben wie ich.“

„Alle anderen Frauen sind Schlampen.“

  • das Verhalten:

Ist das eigene Kind mit einem Partner glücklich, freuen sich normale Eltern. Sie wissen ihr Kind schließlich glücklich.

Boy Moms reagieren grundlegend anders. Sie werden übergriffig. Kommen also zum Beispiel in die Wohnung ihres Sohnes spaziert – ohne Anmeldung. Sie sabotieren die Dates ihres Sohnes. Sie verlangen, dass ihr Sohn am Wochenende und an allen Feiertagen zu ihnen kommt, anstatt mit seiner Partnerin Zeit zu verbringen.

Sie reden die Partnerin des Sohnes bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit schlecht.

  • in Abhängigkeit halten:

Söhne von Boy Moms werden ungesund „geliebt“. Ihnen wird oftmals eingeredet, dass sie ohne ihre Mutter aufgeschmissen sind oder, dass ihre Mutter ohne sie nicht überlebensfähig ist.

Warum sind Boy Moms eine Gefahr?

Boy Moms sind eine Gefahr für ihre eigenen Kinder. Unabhängig vom Geschlecht der Kinder!

Sie heben ihre Söhne auf ein Podest. Halten sie aber gleichzeitig in manipulativer Abhängigkeit und versuchen zumindest, sie sozial zu isolieren.

Sie werten ihre Töchter und alle anderen Frauen ab. Gerade für Töchter ist das ein schwerer Schlag und eine Prägung, die sich das ganze Leben lang auf sie auswirken kann.

Sie werfen die Gleichberechtigung zurück, weil sie Frauenfeindlichkeit perpetuieren.

Gibt es auch Boy Moms ohne Söhne?

Ja! Klingt komisch, ist aber so. Sie haben dann zwar keinen Sohn, den sie als Partnerersatz verwenden können, sind aber überkritisch gegenüber ihren Töchtern und nutzen später den Schwiegersohn als Sohnersatz.

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