Warum gerate ich immer an den Falschen? Das fragen sich viele Männer und Frauen. Die gute Nachricht: Du kannst jetzt sofort aktiv werden, um den Zustand zu ändern. Die schlechte Nachricht: Du musst ein klein wenig Arbeit in dich investieren, um das Problem abzustellen und deine wiederkehrenden Muster hinter dir zu lassen.
Warum gerate ich immer an den Falschen? Deine Prägung spielt eine große Rolle
Wir akzeptieren die Behandlung und Liebe, von der wir glauben, dass wir sie verdienen.
Ein erheblicher Faktor dabei, wieder und wieder an die falschen Freunde und Partner zu geraten, ist deine Prägung. Wir fühlen uns oft zu dem hingezogen, was wir kennen – selbst wenn es uns nicht guttut. Alte Beziehungserfahrungen oder frühe Prägungen können da stark mitwirken.
Musstest du dir Aufmerksamkeit und Zuneigung innerhalb deiner Familie verdienen? Kennst du es nur zu gut, dass die Menschen, die dich lieben, dich anschreien, belügen oder durch Schweigen strafen? Dann hast du leider die allerbesten Voraussetzungen dafür, immer wieder auf die Falschen hereinzufallen.
Hoffnung statt Realität
Manche verlieben sich mehr in das Potenzial einer Person („Er könnte ja anders werden…“) als in das, was sie tatsächlich zeigt. Manche Menschen gehen bei der Partnerwahl sogar ganz bewusst mit der Einstellung heran, dass sie sich den anderen schon noch erziehen.
Lass das.
Den einzigen Menschen, den du ändern kannst und ändern wirst, bist du.
Wenn du einen wirklichen Partner und eine gesunde Beziehung willst, such dir einen Menschen, der deine Vorstellungen, Wünsche und Ziele teilt. Jemanden, der tatsächliche Gemeinsamkeiten mit dir hat. Nicht den, den du eventuell, vielleicht, mal sehen mit reichlich Arbeit in die Person verwandeln könntest, die du willst.
Zu schnell zu viel Vertrauen
Manche Menschen verschenken ihr Vertrauen. Sie teilen innerhalb kürzester Zeit, ihre Ängste, Träume und Wünsche mit, erzählen ihre Geheimnisse und verlassen sich auf den potenziellen Partner. Nur, um dann herauszufinden: Wenn sie sich auf den verlassen, sind sie verlassen.
Besser: Mach dir klar, dass gesundes Vertrauen etwas ist, das mit der Zeit wächst. Vertrauen ist etwas, das verdient werden muss.
Trau den neuen Menschen in deinem Leben also erstmal genauso weit, wie du sie werfen könntest. Setz zusätzlich auf Slow-Dating.
Warum? Weil du dadurch eine Menge unpassende, potenzielle Partner direkt am Anfang aussortierst und dich vor ihnen schützt. Narzissten und andere toxische Menschen oder Personen, die es nicht ehrlich mit dir meinen, neigen zum Drängen und Drängeln. Spielst du bei ihrem Zeitplan im Turbogang nicht mit, betrachten sie dich nicht mehr als mögliches Opfer.
Grenzen werden zu spät gesetzt und Warnsignale ignoriert
Wie oft hast du dir in oder nach einer Beziehung schon gedacht: „Spätestens da hätte ich schreiend davonrennen müssen!“
Kleine Warnsignale am Anfang werden ignoriert, weil Gefühle, Nähe oder Angst vor dem Alleinsein stärker sind. Weil du dich manipulieren lässt. Weil du Hoffnung hast, dass du dich täuschst. Oder, weil du dir deine Gefühle ausredest. Rückblickend gab es aber sehr oft eindeutige Warnsignale und es gab ein ungutes Bauchgefühl. Stimmt’s?
Vertrau auf dich selbst! Hör auf das Bauchgefühl. Frag bei Warnsignalen nach.
Informier dich außerdem über Narzisstische Persönlichkeitsstörungen, Anzeichen für toxische Beziehungen und Dating-Maschen.
Retter- oder Anpassungsrolle
Wenn du dazu neigst, viel zu geben, zu erklären oder zu entschuldigen, zieht das oft Menschen an, die genau das ausnutzen wollen. Es ist weder falsch noch verwerflich, dass du ein Geber und empathisch bist. Es gibt auch niemandem das Recht, dich deswegen zu benutzen. Aber es wird wieder und wieder passieren, bis du endlich deutliche Grenzen setzt und auf ihre Einhaltung bestehst.
Verabschieden sich daraufhin potenzielle Partner und vielleicht sogar Freunde aus deinem Leben? Das tut weh. ABER: Es ist auch ein Beweis dafür, dass du gerade die beste Schutzfunktion deines Lebens entdeckt und richtig eingesetzt hast. Denn wer nicht mit dir zusammen oder mit dir befreundet sein will, weil du dich nicht mehr ausnutzen und manipulieren lässt, war nie ein Freund oder Partner.
Du wirst damit also genau die Menschen los, die falsch für dich sind.
Dein Selbstwert braucht eine Kur
Nicht im Sinne von „du bist schuld“, sondern: Wer seinen eigenen Wert (noch) nicht ganz fühlt, nimmt oft viel zu viel hin. Mach dir daher vor, während und nach Beziehungen immer wieder klar, was du leistest und was du wert bist.
Und was bietet der (potenzielle) Partner dir? Außer, dass er anwesend ist und dein Status nicht auf Single steht? Schau genau hin. Was genau bietet er dir? Geht es dir wirklich besser mit ihm? Hört er dir zu, schenkt er dir Aufmerksamkeit, ist er für dich da, wenn du einen schlechten Tag hattest?
Mit anderen Worten: Ist er tatsächlich dein Partner auf Augenhöhe?
Oder ist er der Typ, den du bedienst und von dem du nichts erwartest, weil du dich nicht traust, etwas zu erwarten?
Du weißt nicht, was du willst
„Ich möchte ein/e Partner/in!“
„Und wie soll sie/er sein?“
„Es muss einfach passen!“
Vage Vorstellungen und Anforderungen sind ein weiterer Grund dafür, dass du immer wieder auf die Falschen reinfällst. Es ist, als ob du eine Stellenausschreibung aufgibst und keine Anforderungen an die Bewerber stellst. Wenn du schon selbst keine Ahnung hast, was du willst und worauf es bei dir ankommt, lässt du dich sehr schnell von den falschen Faktoren lenken.
Nimm dir also die Zeit und schreib deine persönliche Prioritätenliste auf. Mein Partner muss:
- Mir das Gefühl von Sicherheit geben.
- Gemeinsamkeiten mit mir haben.
- Mich zum Lachen bringen.
- Mich respektvoll behandeln.
- etc.
Was sind deine Grenzen und absoluten No Gos? Lügen, Fremdgehen, sich keine Zeit für dich nehmen? Dir nicht zuhören oder deine Grenzen nicht respektieren?
Mach dir bewusst, was du willst und was nicht. Dadurch fällt es bereits bei den ersten Verabredungen deutlich leichter, für dich falsche Personen auszusortieren.
Erst die Einsamkeit bekämpfen, dann wieder Daten
Ein typischer Risikofaktor für das Finden des Falschen ist es, wenn du dich gerade einsam fühlst.
Aber ich bin einsam, deswegen suche ich doch einen Partner!
War das gerade dein Gedanke? Er ist verständlich. Führte dich aber in der Vergangenheit immer wieder in Beziehungen, die dir geschadet haben und die du jetzt bereust.
Besser: Mach dir dein Leben schön. Erfülle dir deine Wünsche und Ziele. Bau ein soziales Netz aus Menschen auf, auf die du dich wirklich verlassen kannst. Geh Hobbys nach. Lern allein und zufrieden, anstatt einsam zu sein.
Du fühlst dich dennoch manchmal einsam? Gönn dir Flirts, ONS und Dates mit Begleitherren oder -Damen, Massagen oder Kuscheldates. Eine Beziehung zu beginnen, weil oder wenn du dich gerade einsam fühlst, lässt deinen gesunden Filter versagen. Dein Risiko, wieder an den Falschen zu geraten, steigt erheblich an.
Warum gerate ich immer an den Falschen? – Du bist nicht kaputt
Dass sich ein Muster wiederholt, heißt, dass da etwas ist, das gesehen und verstanden werden will.
Diese Fragen helfen:
- Was hatten diese „Falschen“ gemeinsam?
- Ab welchem Punkt habe ich eigentlich schon gemerkt, dass die Person nicht gut für mich ist?
- Was wünsche ich mir wirklich – und was akzeptiere ich stattdessen aus Angst vor dem Alleinsein oder, weil ich es aus der Vergangenheit so kenne?
Machst du dir die Antworten immer wieder bewusst, sinkt dein Risiko für die falsche Partnerwahl und du kannst zeitiger eine Beziehung beenden, die dir nicht guttut.







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