Urlaubskrankheit: Wenn die Leisure Sickness zuschlägt

Der Urlaub hat begonnen, aber statt Spaß, Spiel und Entspannung schlagen Schnupfen, Hals- und Kopfschmerzen und sogar Fieber zu. Schlechtes Timing und Zufall sind das allerdings nicht. Stattdessen handelt es sich um die Urlaubskrankheit – auch als Leisure Sickness bekannt. Was das ist und wie du die Krankentage im Urlaub vermeidest, erfährst du hier.

Was ist die Urlaubskrankheit?

Warum werde ich immer im Urlaub krank? Wenn du dir diese Frage stellst, bist du nicht allein. Immer mehr Menschen fühlen sich ausgerechnet an langen Wochenenden und im Urlaub, als hätten sie sich gerade eben eine dicke fette Grippe eingefangen oder als wäre zumindest eine Erkältung im Anmarsch.

Der Grund dafür: Stress – oder genauer gesagt – das plötzliche Fehlen von Stress.

Klingt unlogisch, ist aber so. Denn unter Stressbelastung schüttet unser Körper fleißig Stresshormone wie Kortisol aus. Diese Botenstoffe unterdrücken das Immunsystem und verzögern damit auch Immunreaktionen wie Halsschmerzen, Schnupfen und Fieber.

Schließlich ist es der Job dieser Hormone, uns kampf- und fluchtbereit zu halten. Auf der Flucht vor Mammuts zu niesen oder sich über das Kratzen im Hals zu beschweren ist immerhin gefährlich. Mammuts sind im heutigen Leben zwar ein geringeres Problem. Das Prinzip hat sich dennoch bewährt und ist uns erhalten geblieben.

Fällt der Stress weg, kann das Immunsystem aufdrehen und beschert dir die typischen Symptome der Urlaubskrankheit. Die körpereigene Abwehr allein ist aber nicht für die Leisure Sickness verantwortlich.

Der abrupte Wechsel von Stress zu Entspannung

Ja, genau der ist es, der Tumult im Körper anrichtet. Bist du bisher auf Hochtouren gelaufen und machst nun nichts, schläfst plötzlich deutlich länger und hast keine eiligen Termine mehr, bedeutet das Stress für den Körper. Dieser muss mit dem Wegfallen der Belastung erst einmal zurechtkommen und sich auf die neue Situation einstellen, was zum Beispiel auch einen Effekt auf den Kreislauf haben kann.

Kopfschmerzen, Verspannungen und sogar Verdauungsstörungen sind in den ersten Tagen der abrupten Umstellung bei vielen nicht weit entfernt.

Urlaubskrankheit – was tun?

Bist du im Urlaub krank, gibt es zumindest eine gute Nachricht: Du kannst dich krankschreiben lassen und damit deine Urlaubstage retten. Die schlechten Nachrichten sind allerdings:

Erstens, du bist wirklich krank und musst dich auskurieren.

und

Zweitens, du hast eindeutig zu viel anhaltenden Stress in deinem Alltag.

Leisure Sickness vorbeugen – kurzfristig

Wenn du Kopfschmerzen und Co. in deinen freien Tagen vorbeugen willst, helfen dir die folgenden Tipps:

  1. Vermeide abrupte Wechsel:

Urlaub oder ein langes Wochenende stehen an? Verringere deine Belastung schon vorher schrittweise. Viele machen den Fehler, ausgerechnet vorm Urlaub nochmal richtig aufzudrehen, schließlich müssen tausend Sachen erledigt werden. Versuche deine To-do-Liste über einen längeren Zeitraum abzuarbeiten, anstatt dich kurz vor Urlaubsantritt noch mehr zu stressen.

Es kann auch helfen, nicht sofort bei Urlaubsbeginn eine Reise anzutreten. Denn der Stress der Vorbereitungen ist für viele eine enorme Belastung, wenn er in die ersten freien Stunden gequetscht werden muss.

2. Gleiche Schlafenszeiten einhalten:

    Hast du bisher deutlich zu wenig geschlafen? Dann ist die Verlockung groß, im Urlaub aber mal so richtig auszuschlafen. Nur sind die Folgen davon häufig Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme und Abgeschlagenheit.

    Besser: Steigere deine Schlafdauer allmählich. Damit gibst du deinem Körper Zeit, sich an mehr Ruhe zu gewöhnen und erzielst den größeren Erholungseffekt.

    3. Belastung ersetzen:

    Im Alltag bist du ständig in Bewegung oder hochkonzentriert? Dann sind dein Kopf und dein Körper darauf eingestellt. Fallen die normalen Anstrengungen weg, solltest du nicht sofort nichts tun. Mildere den abrupten Wechsel ab, indem du Sport treibst oder zumindest spazieren gehst. Löse Kreuzworträtsel oder widme dich einem Projekt, das dir Spaß macht und doch deine grauen Zellen fördert. Indem du die Belastung des Alltags langsam ausschleichst, kommst du sanfter und sicherer im Urlaubsmodus an.

    Wie beuge der Urlaubskrankheit vor? So funktioniert es langfristig

    Die Grundregel klingt einfach: Reduzier deinen Stress!

    Wir alle wissen, in der Realität ist es dann doch nicht so leicht und ein Thema für sich. Allerdings kannst du den Urlaub dafür nutzen, gesündere Angewohnheiten und einen schonenderen Tageablauf einzuführen.

    Diese Beispiele helfen dabei:

    1. Betreib Meal Prep!

    Im Urlaub oder an freien Tagen ganz in Ruhe einkaufen zu gehen, neue Rezepte auszuprobieren und vorzukochen spart dir Zeit, wenn dich der Stress des Alltags wieder hat. Du förderst damit zudem deine gesunde Ernährung.

    2. Lern Entspannungstechniken!

    Autogenes Training, Atemmeditation, progressive Muskelrelaxation, Qi Gong, Yoga – finde das Passende für dich und trainiere täglich, um gezielte Entspannung zur Gewohnheit werden zu lassen.

    3. Stell deinen Alltag auf den Prüfstand!

    Leidest du unter der Urlaubskrankheit, ist eines klar: Du hast im Alltag deutlich zu viel anhaltenden Stress. So viel Stress, dass sich dein Körper nicht einmal die Zeit nehmen kann, Krankheitserreger zu beseitigen. Er befindet sich stattdessen ständig im Kampf- oder Fluchtmodus. Nimm also deinen Alltag unter die Lupe. Was kannst du abgeben oder streichen? Mutest du dir sogar in deiner Freizeit noch eine Wagenladung Stress zu, weil du unbedingt dies und das und jenes machen „musst“?

    Mit ein wenig Abstand lässt sich oft doch das eine oder andere finden, das du ersatzlos streichen kannst oder bei dem du Hilfe finden kannst.  

    Die Urlaubskrankheit ist ein Warnsignal

    Sie ist ein Alarm und ein überdeutlicher Hinweis darauf, dass du dir zu viel zumutest. Nimm diese Warnung ernst, bevor deine Gesundheit noch schwerere Schäden davon trägt.

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