Fragst du dich manchmal, was andere Paare glücklicher macht? Was dazu führt, dass sie nicht einfach nur zusammenbleiben, sondern jeden Tag nebeneinander aufwachen und einschlafen wollen? Wie schaffen es Menschen, auf Dauer und ohne Verliebtheit des Anfangs eine wirkliche Bereicherung für ihren Partner zu sein und nicht einfach nur präsent? Hier gibt es die Antworten.
- Was Paare zusammenhält
- Geheimnis 1: Wirkliche Gemeinsamkeiten von Anfang an
- Geheimnis 2: Verständnis füreinander
- Geheimnis 3: Respekt
- Geheimnis 4: Kommunikation
- Geheimnis 5: Humor
- Geheimnis 6: Zärtlichkeit und Zeit füreinander
- Geheimnis 7: Wertschätzung
- Geheimnis 8: Unterstützung
- Geheimnis 9: Freiraum haben und geben
- Geheimnis 10: Erinnerungen schaffen und pflegen
- Geheimnis 11: Realistische Ansprüche
- Geheimnis 12: Gemeinsam kämpfen, nicht gegeneinander
- Geheimnis 13: Treue und Loyalität
- Geheimnis 14: Kompromissbereitschaft ohne Selbstaufgabe
- Geheimnis 15: Die Meinung anderer bleibt außen vor
- Glückliche Beziehungen folgen keinen Trends
Was Paare zusammenhält
Vor einigen Jahren suchte ich gezielt nach Büchern, die mir das Geheimnis glücklicher Beziehungen verraten sollten. Dabei stieß ich auf den Titel „Was Paare zusammenhält“. Ich setzte große Hoffnung auf das Buch und war im Anschluss reichlich ernüchtert. Denn dabei ging es nicht um glückliche Paare, die auch nach 10, 20, 30 Jahren noch miteinander lachen. Es ging lediglich darum, dass Paare, die ein Haus bauen und Kinder haben, potenziell länger zusammenbleiben.
Klar, ein Kredit über Jahrzehnte und gemeinsamer Nachwuchs fesseln schon rein finanziell aneinander und selbst, wer nur einen Ring am Finger hat, überlegt sich eben dreimal, ob er den teuren und aufreibenden Weg der Scheidung geht oder lieber weiterhin semi-zufrieden ist. Nur hat das mit guten Beziehungen nichts zu tun. Also suchte ich weiter und stieß dabei auf Gemeinsamkeiten, die wirklich langfristig glückliche Paare mitbringen.
Geheimnis 1: Wirkliche Gemeinsamkeiten von Anfang an
Glückliche Paare sind an ihrer Basis Freunde. Sie würden auch ohne die Beziehung Freizeit miteinander verbringen, gemeinsamen Hobbys nachgehen, stundenlang miteinander reden und wären füreinander da.
Sexuelle Anziehung ist nur der Punkt auf dem i.
Also hör auf, Gemeinsamkeiten vorzugaukeln, Kittenfishing zu betreiben oder zu glauben, dass „Liebe“ schon alles löst. Kommt jemand für eine platonische Freundschaften nicht in Frage, passt er als Partner erst recht nicht.
Geheimnis 2: Verständnis füreinander
Einer der größten Wünsche jedes Menschen ist es, verstanden und so angenommen zu werden, wie er ist. Wir fühlen uns immer dann am wohlsten, wenn wie unser wahres Ich sind und angenommen werden. Ohne Versuche, uns umzuerziehen, zu optimieren oder uns endlich in eine Schublade zu pressen.
In glücklichen Beziehungen fühlen sich beide verstanden und bringen demnach auch beide Verständnis für ihren Partner auf.
Also beginn nie eine Beziehung mit dem Glauben, du könntest dir den anderen schon noch zurechtbiegen. Das ist verständnislos, respektlos und unfassbar verletzend – sobald du dir vorstellst, jemand sagt es über dich.
Geheimnis 3: Respekt
„Aber ich meine es doch nur gut!“ – übergriffiges und respektloses Verhalten wird gerne damit gerechtfertigt, dass es im Kern gut gemeint sei. Nur macht es das weder weniger übergriffig noch respektvoller.
In glücklichen Partnerschaften respektieren sich beide und sich selbst. Sie treffen keine Entscheidungen über den Kopf des anderen hinweg, machen sich nicht runter und manipulieren nicht, um ihren Willen durchzusetzen.
Geheimnis 4: Kommunikation
Glückliche Partner erzählen sich ihre Wünsche, Träume, berichten von Ärgern, Ängsten, Erfolgen, Rückschlägen. Sie sprechen an, wenn sie unzufrieden sind. Aber auch, was ihnen gefällt und worüber sie glücklich sind.
Sie lassen den anderen teilhaben, und zwar freiwillig. Dennoch haben sie weiterhin Privatsphären und Bereiche, die nur ihnen gehören. Und da ist er wieder, der Respekt. Denn sich nicht 100 Prozent erzählen zu müssen, ohne, dass deswegen ein schlechtes Gewissen eingeredet oder Zwang aufgebaut wird, gehört dazu.
Obendrauf kommt noch eine Besonderheit, die langfristig glückliche Paare von anderen unterscheidet. Sie kommunizieren nicht nur mit Worten. Einer muss mal wieder Überstunden schieben und weiß vor Stress nicht mehr, wo ihm der Kopf steht? Zum liebsten Essen nach Hause zu kommen und keine Haushaltspflichten abhaken zu müssen, ist auch Kommunikation. Autowäsche und Ölwechsel stehen an und du hast so gar keine Lust darauf? Erledigt das dein Partner für dich, ist das Kommunikation. Das einfach so in den Arm nehmen, das „Ich denk an dich“ als Textnachricht oder beim Einkauf an die liebsten Chips denken – all das ist liebevolle Kommunikation, die ohne viele Worte auskommt.
Geheimnis 5: Humor
Über sich selbst und miteinander lachen zu können, verbindet und hilft dabei, schwierige Situationen zu überstehen. Es baut ein Polster auf und gibt der Beziehung Leichtigkeit.
Das bedeutet natürlich nicht, übereinander zu lachen, sondern einander zu Lachen zu bringen. Dafür sollte euer Humor übereinstimmen.
Geheimnis 6: Zärtlichkeit und Zeit füreinander
Viele Paare können am Anfang die Finger nicht voneinander lassen. Händchenhalten, im Arm des anderen liegen, auf der Couch oder im Kino kuscheln. Und dann kommt der Alltag, die anfängliche Verliebtheit verfliegt und das Gleichgewicht rutscht immer mehr in Richtung kurzangebundener, gestresster, genervter Konversationen und damit ganz weit weg von zufälliger Zärtlichkeit.
Langfristig glückliche Paare lassen genau das nicht passieren. Da gibt es den Kuss beim Kochen, das Ankuscheln am Abend, Kosenamen, Komplimente oder ein liebevolles, ermutigendes Lächeln auch nach Jahren noch. Da wird trotz Kindern Zeit und Raum für Zweisamkeit geschaffen und genossen.
Geheimnis 7: Wertschätzung
Am Anfang einer Beziehung ist alles großartig. Verliebte verteilen Komplimente, Anerkennung und Wertschätzung. Je mehr die rosarote Brille rutscht, desto stärker kommen Kritik und Genervtheit zum Tragen. Partner in glücklichen Beziehungen fühlen sich wertgeschätzt und drücken ihre Wertschätzung ihrerseits aus.
Also erkenn an, dass dein Partner dir das Leben leichter macht. Dass er dich aufbaut oder auffängt. Sag Danke. Bewundere. Und sprich an, wenn du unzufrieden bist, weil dir Anerkennung und Wertschätzung fehlt.
Geheimnis 8: Unterstützung
Eines der größten nicht ganz so geheimen Geheimnisse glücklicher Beziehungen ist die gegenseitige Unterstützung der Partner. Sie helfen einander und machen sich damit gegenseitig das Leben leichter.
Das kann daraus bestehen, dass einer Wäsche und Kochen übernimmt, der andere sich um die verhassten Finanzen kümmert oder das Sounding Board bei Problemen auf der Arbeit ist.
Wichtig ist, dass die Unterstützung auf Gegenseitigkeit beruht.
Geheimnis 9: Freiraum haben und geben
Es gibt sie in allen Altersgruppen und Bereichen, diese Paare, die absolut alles zusammen machen. Einer muss zum Arzt, der andere kommt mit. Wochenende mit den Freunden des einen? Nicht ohne seinen Partner! Ob Frauenabend, Zocken mit den Jungs, Einkauf oder Hobby – selbst, wenn einer telefoniert, hört der andere zu und hängt sich rein.
Manche bewundern diese vermeintlich glückliche Zweisamkeit. In Wirklichkeit sind die Gründe für derlei Verhalten oftmals in Kontrolle und Abhängigkeit zu finden.
Denn langfristige und wirklich glückliche Partnerschaften basieren nicht darauf, 24/7 aufeinanderzuhängen und miteinander aufs Klo zu gehen. Sie basieren darauf, dass zwei Menschen immer noch zwei eigenständige Personen sind, die ein geteiltes und eigene Leben führen. Mit eigenen Interessen, Unternehmungen, separaten Erlebnissen und eigenen Freunden.
Geheimnis 10: Erinnerungen schaffen und pflegen
Weißt du noch, die Nacht, in der wir 12 Stunden telefoniert haben? Der Abend, an dem wir zum ersten Mal Sushi machen wollten? Weißt du noch, das eine Mal, als…
Positive Erinnerungen zu schaffen ist wichtig und muss durchaus nicht aus großen Gesten oder teuren Geschenken bestehen. Vielleicht wird aus dem Spaziergang, bei dem ihr vollständig durchgeweicht seid, eine eure lustigsten Geschichten. Vielleicht der Striptease-Versuch, der in Lachkrämpfen endete. Oder das Wochenende, das ihr ohne irgendwelche Pläne auf der Couch verbracht habt.
Ebenso wichtig ist es, euch daran zu erinnern. Macht Fotos, legt ein altmodisches Foto-Album an, legt nostalgische Abende ein, besucht die Orte eurer Dates, bewahrt Erinnerungen auf und schafft Rituale.
Geheimnis 11: Realistische Ansprüche
Ein Mensch, der absolut alles für einen anderen Menschen ist. So soll die glückliche Beziehung aussehen. Der Partner soll romantisch sein, glücklich machen, immer die richtigen Worte finden, nie anderer Meinung sein und nie streiten.
Diese Idee wird wieder und wieder perpetuiert. Doch mit der Realität hat sie nichts zu tun und steht glücklichen Beziehungen sogar im Weg. Sie baut einen unfassbaren Druck auf und sorgt dafür, dass Enttäuschungen und Zweifel am laufenden Band vorprogrammiert sind.
Niemand kann absolut alles für einen anderen sein und das sollte er auch gar nicht. Konflikte wird es geben. Die Kunst liegt darin, sie gemeinsam zu lösen. Nicht, sie zu löschen.
Geheimnis 12: Gemeinsam kämpfen, nicht gegeneinander
„Wir streiten nie!“ klingt toll, ist aber ein bedenklicher Satz. Denn wann immer Individuen aufeinandertreffen, sind Konflikte unvermeidlich. Sie sollten weder täglich noch wöchentlich auftreten, aber selbst bei sehr vielen Gemeinsamkeiten gibt es keine 100-prozentige Deckungsgleichheit.
Wichtig ist dann, wie ihr streitet und Konflikte austragt. Auch dabei sollte noch Respekt vorhanden sein und selbst wenn es verbal eskaliert, im Anschluss ein besserer Weg gefunden werden.
Genau das ist es, was glückliche Paare von anderen unterscheidet. Sie schlucken Ärger nicht runter und sie hören auch nicht auf zu streiten, wenn Meinungen kollidieren oder Gefühle verletzt wurden. Sie finden einen besseren Weg, ihre Konflikte zu lösen.
Geheimnis 13: Treue und Loyalität
Bei Treue denkt so ziemlich jeder an die Sexualpartner. Aber darum geht es nicht (nur). Denn in glücklichen Beziehungen kann es durchaus andere Sexualpartner geben, sofern beide damit einverstanden sind.
Was es nicht gibt, ist Betrug, andere über den Partner stellen, emotionales Fremdgehen oder Illoyalität.
Geheimnis 14: Kompromissbereitschaft ohne Selbstaufgabe
Zusammenleben funktioniert nicht ohne das Eingehen von Kompromissen. Möglichst von Kompromissen, mit denen beide leben können und wollen. Und ohne, dass es dabei zur Einseitigkeit und zur Selbstaufgabe kommt. Gibt immer nur einer nach und verzichtet auf die Erfüllung von Wünschen oder das Erreichen von Zielen, entsteht ein Machtgefälle. Zufriedenheit und Glück entstehen dabei jedoch nicht.
Geheimnis 15: Die Meinung anderer bleibt außen vor
Wie, ihr habt separat voneinander Urlaub gemacht?! Wollt ihr nicht endlich mal zusammenziehen / heiraten? Du gehst einfach so allein mit deinen Freunden weg? Meine Freundin meint, wie müssen…
Glückliche Beziehungen sind nicht immer konventionell. Vielleicht sind Partner verheiratet, wohnen aber nicht zusammen. Partner können sich treu sein, und dennoch Sex mit anderen haben. Manche führen auf Dauer Fernbeziehungen, andere sind beide Workaholics und sehen sich selbst in den gleichen vier Wänden eher selten. Diese Beziehungen funktionieren und sind glücklich, weil sich die Partner auf sich und ihre Partnerschaft konzentrieren. Andere haben dabei kein Mitspracherecht und sie versuchen nicht, ihre Beziehung in Konventionen zu pressen.
Glückliche Beziehungen folgen keinen Trends
Früh zusammenkommen, heiraten, Haus bauen, Kinder bekommen und für immer zusammenbleiben: Das galt lange Zeit als Nonplusultra und wird auch heute noch von vielen angestrebt. Gerade dadurch wird bei der Partnerwahl aber nicht allzu genau hingesehen oder sogar so lange Kittenfishing betrieben und Gemeinsamkeiten vorgegaukelt, bis der Ring am Finger steckt, die Unterschrift unter dem Kredit steht und der Nachwuchs da ist. Und dann ist sie da, die Erkenntnis, dass das alles so nicht passt, der Partner Mittel zum Zweck war und sich eben nicht alles von allein mit der Zeit regelt.
Dieses böse Erwachen tritt aber nicht nur beim klassischen Werdegang eines Paares auf. Es ist immer dann die Folge, wenn ein Trend oder die Meinung anderer höher gewertet wird als das, was für dich und deinen Partner funktioniert.








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