11 Dinge, die jeder seinem Kind mitgeben sollte

Jedes Elternteil steht früher oder später vor der Frage, was der eigene Nachwuchs können sollte und im weiteren Leben braucht. Was ist wirklich wichtig und wofür kannst du als Mutter oder Vater die Weichen stellen? Die Antwort darauf erscheint schwierig. Doch in den folgenden 11 Tipps findest du reichlich Inspirationen, von denen dein Kind ein Leben lang profitiert.

  1. Denk daran, dass du Kinder zu Erwachsenen erziehst
    1. Tipp 1: Allein beschäftigen können
    2. Tipp 2: Freude am Lernen
    3. Tipp 3: Freude an der Bewegung
    4. Tipp 4: Freude am Helfen  
    5. Tipp 5: Resilienz
    6. Tipp 6: Respekt vor anderen und vor sich selbst
    7. Tipp 7: Selbstregulation
    8. Tipp 8: Selbstständigkeit
    9. Tipp 9: Spaß am Kochen und am gesunden Essen
    10. Tipp 10: Über Gefühle sprechen
    11. Tipp 11: Verantwortungsgefühl
  2. Sei ein gutes Vorbild für deine Kinder – denn abschauen werden sie sowieso

Denk daran, dass du Kinder zu Erwachsenen erziehst

Die einfachste Möglichkeit, wichtige Lebenslektionen in deine Erziehung zu integrieren: Stell dir dein Kind als Erwachsenen vor. Was soll dieser Mensch haben und können?

Dann wirf einen Blick auf deinen Partner. Unheimlich viele Frauen regen sich noch immer darüber auf, dass der eigene Mann weder Kochen noch Wäsche waschen kann, seine Sachen überall liegen lässt, nicht über seine Gefühle spricht und angeekelt das Gesicht verzieht, wenn das Thema Menstruation aufkommt. Haben diese Frauen dann Söhne, bekochen sie sie, Waschen ihre Wäsche, räumen hinter ihnen her, reden nie über Menstruation und machen es auch nicht zur Normalität, offen über Gefühle zu sprechen. Sie setzen den Kreislauf für die nächste Generation fort.

Ärgerst du dich darüber, dass du selbst bei den einfachsten handwerklichen Aufgaben Hilfe brauchst? Oder, dass du dich zum Sport zwingen musst? Dass du mühsam lernen musst, nein zu sagen? Oder Probleme damit hast, allein zu sein oder dich allein zu beschäftigen?

Mach es bei deinem Kind besser!

Gib deinem Nachwuchs das mit auf den Weg, was das spätere Leben erleichtern und Kinder zu besseren Erwachsenen machen wird.

Tipp 1: Allein beschäftigen können

Spielplatz, KiTa, Playdates, Spieleabende und spielen mit den Eltern – mittlerweile wissen wir, wie wichtig Spielen für Kinder ist. Dabei wird aber in der modernen Erziehung häufig vergessen, dass Kinder sich auch allein beschäftigen sollten. Ohne Anleitung, ohne Korrekturen oder Lob von den Eltern. Und auch ohne Fernseher, Smartphone, Tablet, Handheld oder Konsole.


Fantasie, Kreativität, Selbstregulation und Selbstständigkeit werden dabei neben der Selbstwirksamkeit trainiert und die intrinsische Motivation gestärkt. Zudem gibt es deinem Kind die Freiheit, mal nach ganz eigenen Regeln zu spielen.  

Tipp 2: Freude am Lernen

Ich habe sie bei meinen Kindern geliebt: die Warum?-Phase. Warum ist der Himmel blau, warum müssen wir schlafen, warum muss ich mein Gemüse essen, warum gibt es große und kleine Hunde? Warum, warum, warum?

Jedes Wieso, Weshalb, Warum war pure Neugier und Lust darauf, zu lernen. Und jede dieser Fragen war eine wunderbare Gelegenheit zu lernen.

Wenn du keine Antwort hast, tu dir selbst und deinem Kind einen Gefallen: Erfinde keine Antwort und würg die Neugier nicht ab. Gib stattdessen zu, dass du die Antwort auch nicht weißt, und ihr sie beide zusammen herausfinden könnt. Notier dir die Frage! Das zeigt, dass du die Wissbegier teilst und ernstnimmst.

Recherchiert im Anschluss gemeinsam im Internet, fragt Experten oder besucht eine Bibliothek. Dadurch vermittelst du gleichzeitig, welche Möglichkeiten sich zum Lernen finden.

Ebenso hilfreich ist es:

  • als Familie Lesezeiten zu haben
  • Dokumentationen anzuschauen
  • gemeinsam Neues auszuprobieren und zu lernen
  • Ausstellungen, Messen und Museen zu besuchen
  • Lernspiele zu spielen

Tipp 3: Freude an der Bewegung

Würdest du gerne häufiger Sport treiben, aber so recht hast du daran einfach keinen Spaß? Egal wie genau du weißt, dass Bewegung und Fitness entscheidende Rollen spielen, für dich ist es eine Überwindung. Mach es deinem Kind leichter, sportlich und gesund zu sein!

Springseilspringen, klettern, um die Wette rennen, Federball spielen – es gibt viele Möglichkeiten, Spaß und Bewegung in den Alltag einzubauen. Geht als Familie Wandern und macht daraus eine Schatzsuche, unternehmt Fahrradtouren. Spielt draußen Klettball, anstatt vorm Fernseher zu sitzen.

Nutze die Neugier und die Experimentierfreude deines Kindes und fördere beides, das kann auch durch die Anmeldung in einem Sportverein erfolgen.  

Tipp 4: Freude am Helfen  

Vor allem viele Mütter kennen es nur zu gut: Sie kaufen ein, kochen, waschen, putzen, räumen hinter anderen her, waschen ab und fühlen sich am Ende des Tages wie erschossen. Selbst das Wort „Danke“ hören sie selten dafür.

Auch viele Mütter: „Lass mal, ich mach das!“

Mach es besser! Involvier dein Kind so früh wie möglich in der Hausarbeit und bei der Arbeit für die Familie. Lass es beim Einkaufen Sachen aus den Regalen holen und in den Wagen legen. Gib ihm beim Kochen Aufgaben, die es bewältigen kann. Teile feste Arbeiten zu, wie das Decken des Tisches für das Abendbrot. Verfahr beim Waschen der Wäsche und beim Aufräumen und Putzen ebenso. Bedank dich dabei für die Hilfe.

Wird die „Hilfe“ am Anfang länger dauern? Ja. Aber du vermittelst damit viele wichtige Lektionen und Fähigkeiten auf einmal:

  1. Damit Essen auf dem Tisch steht, saubere Kleidung vorhanden ist und das gewünschte Spielzeug auf Anhieb gefunden werden kann, ist Arbeit nötig.
  2. Respekt vor den Leistungen der Eltern kommt vor allem dadurch zustande, dass Kinder allmählich begreifen, was im Haushalt geleistet werden muss.
  3. Helfen alle, erzeugt das Freude, Dankbarkeit, mehr Zeit zusammen und mehr Zeit für Spaß.

Leb deinem Kind zudem Hilfsbereitschaft in anderen Lebenslagen vor. Benötigt der Nachbar gerade Unterstützung beim Tragen der Einkäufe? Helft ihm. Es haben sich reichlich Bücher, Spiele und Spielzeuge angesammelt, die ihr nicht mehr benutzt? Spendet sie. Der liebste Park ist zugemüllt? Schnappt euch Müllbeutel und Handschuhe und befreit ihn von dem Abfall. Du bringst deinem Kind damit bei, nicht nur sich selbst zu sehen. Was es aber sehr wohl sehen wird: Wie viel sich mit wenig Aufwand erreichen lässt.

Tipp 5: Resilienz

Rückschläge gehören zum Leben und Stress lässt sich nicht vollständig vermeiden. Wichtig für Kinder und Erwachsene ist das Wissen, dass sie sich von Belastungen erholen und Probleme lösen können.

Aus eben diesem Grund ist es auch wichtig, dass dein Kind Enttäuschungen erlebt und eigene Erfahrungen sammelt. Beides lassen Helikopter- oder Rasenmähereltern nicht zu. Sie möchten alles potenziell Negative und jede Hürde von ihrem Nachwuchs fernhalten. So verständlich dieser Wunsch ist, in der Realität umgesetzt nehmen diese Eltern ihren Kindern die Möglichkeit, eine gesunde Widerstandskraft und eigene Problemlösungen zu entwickeln.

Tipp 6: Respekt vor anderen und vor sich selbst

Bei der bedürfnis- und bindungsorientierten Erziehung steht es im Vordergrund, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen, sie ernst zu nehmen und zu befriedigen. Im Fokus ist zusätzlich die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Oder oftmals zwischen der Mutter und den Kindern.

Leider werden diese Erziehungsabsichten oftmals falsch verstanden. Manche Eltern halten beispielsweise Bedürfnisse und Wünsche nicht auseinander und scheuen jede Regel, Grenze und jedes Verbot aus Angst, die Bindung zu ihren Kindern zu schädigen. Die typische Folge sind Kinder, die keine Grenzen kennen, eine schlechte Frustrationstoleranz aufweisen und respektlos mit anderen umgehen.

Nehmen wir ein Beispiel:

Eine Bekannte von mir hat zwei Kinder. Mittlerweile 10 und 12 Jahre alt. Seit sie Mutter ist, hat sie nicht ein einziges ungestörtes Telefonat geführt. Denn obwohl ihre Kinder mittlerweile alt genug sind, um nicht immer ausgerechnet dann Fragen, Wünsche und Beschwerden zu äußern und obwohl sie sich wahnsinnig darüber ärgert, setzt sie ihre Grenze nie durch. Sie hat Angst davor, dass sich ihre Kinder vernachlässigt fühlen oder es zu einem Streit kommt.

Respekt vor den Grenzen und Wünschen anderer bringt sie ihnen damit jedoch nicht bei. Im Gegenteil. Die Kinder wollen alles „jetzt sofort!“ und gehen dabei ohne Rücksicht vor.

Überprüfe deine Grenzen. Welche sind dir wichtig und warum? Und dann setz sie durch. Fordere Respekt dafür ein. Du erziehst deine Kinder damit nicht nur zu respektvolleren, netteren Erwachsenen. Du stellst damit auch sicher, dass du ein gutes Vorbild für die Bedeutung von Respekt bist.

Tipp 7: Selbstregulation

Wutanfälle sind bei kleinen Kindern in der Regel normal und auch Teenager sind häufiger wütend. Damit daraus keine Probleme entstehen, sind Frustrationstoleranz und Selbstregulierung entscheidend. Das gilt nicht nur bei Ärger und Wut. Auch beim Umgang mit allen anderen Emotionen ist es wichtig, dass Kinder gesunde Strategien entwickeln.

Gefühle benennen zu können und offen darüber zu sprechen zählt dazu ebenso wie allein zu spielen, klare Grenzen als Orientierung und dich als Vorbild zu haben.  

Tipp 8: Selbstständigkeit

Selbst die Tasche packen, selbst das Frühstück zubereiten, selbst angebaute Pflanzen pflegen, sich um ein Haustier kümmern, die Kleidung aussuchen, über einen Teil der Freizeit allein bestimmen: Selbstständigkeit zu fördern ist von immenser Bedeutung in der Erziehung.

Schließlich bereitest du deine Kinder darauf vor, ohne dich in der Welt zurechtzukommen. Achte also darauf, dass du deinem Nachwuchs die Möglichkeiten dazu einräumst, altersgerecht selbstständig zu sein, eigene Entscheidungen zu treffen, eigene Fehler und Erfolge zu verbuchen oder Lösungen zu finden.

Tipp 9: Spaß am Kochen und am gesunden Essen

Noch heute ist es weitverbreitet, dass vor allem Männer kaum kochen. Selbst, wenn sie einige einfache Gerichte zubereiten können, haben sie auf das Kochen einfach keine Lust. Und auch bei Frauen stehen Fertiggerichte und Takeout oftmals höher im Kurs.

Das ist schade, teuer und ungesund.

Besser: Macht Kochen in eurer Familie zur Gewohnheit, die Spaß bereitet. Betreibt Meal Prep, grillt beim Indoor-Zelten oder backt am Wochenende gemeinsam. Lass deinen Nachwuchs zumindest gelegentlich entscheiden, was es zu essen gibt, und überlass ihm die Zubereitung (so weit wie möglich).

Kochen mit Kindern hat zahlreiche Vorteile, die du unbedingt nutzen solltest und mit denen du einen Erwachsenen erziehst, der gerne und gesund kocht.

Tipp 10: Über Gefühle sprechen

Trauer, Frust, Wut, Verzweiflung, Sehnsüchte, verletzte Gefühle, Einsamkeit, Angst, Freude, Rührung, Dankbarkeit – die eigenen Emotionen richtig einordnen und benennen zu können, ist wichtig für ein glückliches, gesundes Leben.

Dennoch schaffen es viele Erwachsene nicht, offen über ihre Gefühle zu sprechen. Werden sie zu Eltern und leben die Probleme mit der Offenheit vor oder versuchen, alles potenziell Negative von ihren Kindern fernzuhalten, setzt sich der Kreislauf fort.

Steh zu deinen Gefühlen und äußere sie, ohne deinem Kind die Schuld dafür zu geben. Dadurch lebst du einen gesunden Umgang damit vor. Frag nach, wie sich dein Kind fühlt und verbiete Emotionen nicht.

Tipp 11: Verantwortungsgefühl

Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein fehlen vielen (jungen) Erwachsenen. Oftmals liegt das daran, dass ihre Eltern ihnen entweder eine ganz besonders offene und unbeschwerte Kindheit ermöglichen wollten oder ihnen nichts zutrauten.

Alles von Kindern fernzuhalten und ihnen weder feste Aufgaben noch Verantwortung zu übertragen, bereitet sie jedoch nicht oder zumindest schlecht auf das Leben vor. Sie lernen dabei nicht, dass mit Pflichten auch positive Aspekte einhergehen oder das getragene Verantwortung auch den Selbstwert und das Selbstbewusstsein erhöht.

Für dein Kind kannst du das besser gestalten. Hat dein Kind einen Haustierwunsch? Richtig gestaltet kann das eine wunderbare Verantwortung sein, die zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Auch fest zugeteilte, regelmäßige Pflichten und Aufgaben im Haushalt sind gut für Kinder aus denen verantwortungsbewusste Erwachsene werden sollen.

Sei ein gutes Vorbild für deine Kinder – denn abschauen werden sie sowieso

Kinder sind regelrechte Schwämme und nehmen alles auf. Das Positive und das Negative.

„Geh doch mal draußen spielen!“, sagen die Eltern und lehnen sich selbst auf der Couch vor dem Fernseher zurück.

„Hörst du mir überhaupt zu?“, fragt der Vater, der ansonsten selbst ständig abgelenkt ist und öfter auf sein Telefon als seinem Gesprächspartner ins Gesicht schaut.

„Solche Wörter benutzen wir nicht!“, schimpft die Mutter, die gerade eben noch alle Verkehrsteilnehmer im Umkreis von drei Kilometern mit ausgewähltem Vokabular verflucht hat.

Eltern erwarten von ihren Kindern oft ein deutlich besseres, gesünderes und vorbildlicheres Verhalten als sie selbst an den Tag legen. Genauso rum funktioniert es aber nicht. Willst du deinen Kindern etwas Wichtiges mitgeben? Dann leb es vor. Und zwar authentisch, nicht geschauspielert.

Hinterlasse einen Kommentar

Mein Leben Eben

Finde Ratgeber, Rezepte, Tipps und spannende Themen, die uns alle angehen. Mach dir dein Leben leichter, gestalte es aufregender oder entspannter – MeinLebenEben hilft dir dabei!

Let’s connect