Wir müssen mehr über Selbstbefriedigung reden

Während der Mittagszeit laufen Werbespots für Sex Toys, Witz über Waschmaschine, elektrische Zahnbürsten und „persönliche Massagestäbe“ tauchen gelegentlich in Familienserien auf und dennoch schaffen wir es zwischen den Bemerkungen über das „auffällig lange Duschen“ noch immer nicht, objektiv und frei von Vorurteilen über Selbstbefriedung zu sprechen. Das muss sich ändern, denn:

  1. Selbstbefriedigung ist gesund
    1. Vorteil 1: Verringerte Gesundheitsrisiken
    2. Vorteil 2: Stressabbau
    3. Vorteil 3: Verbesserter Schlaf
    4. Vorteil 4: Trainierte Muskeln
    5. Vorteil 5: Glückshormone
    6. Vorteil 6: Körper und Vorlieben kennenlernen
    7. Vorteil 7: Sexuelle Lust steigern
  2. Ab wann ist Masturbation normal?
  3. Wie viel Selbstbefriedigung ist normal?
  4. Gibt es zu viel Selbstbefriedigung?
  5. Ist Masturbieren in Beziehungen normal?

Selbstbefriedigung ist gesund

Stress abbauen, Stimmung aufhellen, den eigenen Körper besser kennenlernen und die Muskeln trainieren – Masturbieren bringt eine ganze Reihe an gesundheitlichen Vorteilen mit sich. Über diese wird deutlich zu selten gesprochen.

Stattdessen ranken sich immer noch reichlich Vorurteile und falsche Behauptungen rund um die Masturbation. Darunter beispielsweise, dass sie nicht in gesunde und glückliche Beziehungen gehört oder, dass sie schmutzig sei. Räumen wir endlich damit auf.  

Vorteil 1: Verringerte Gesundheitsrisiken

Männer, die sich häufig selbst befriedigen oder häufiger einen Samenerguss haben, senken damit effektiv das Risiko für Prostatakrebs. Etwa 21-mal sollte es pro Monat sein, damit dieser präventive Effekt eintritt.

Bei Frauen sinken hingegen das Risiko für Scheidentrockenheit, Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaftsbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne. Nebenbei wird die Selbstreinigung des Vaginaltrakts begünstigt. Das wiederum reduziert die Häufigkeit von Infekten.

Vorteil 2: Stressabbau

Du weißt nicht mehr, wo dir der Kopf steht? Eine Aufgabe jagt die nächste und deine To-do-Liste scheint stetig zu wachsen, statt zu schrumpfen? Wenn du unter Stress stehst, leidet deine Gesundheit.

Selbstbefriedigung hilf dir dabei, den negativen Stress abzubauen und schneller zu entspannen.

Vorteil 3: Verbesserter Schlaf

Weniger Stress, besserer Schlaf: Masturbation kurbelt einige Vorgänge im Körper an und verhilft dir zur besseren, erholsameren Nachtruhe.

Die angeregte Durchblutung, die Hilfe zur Entspannung und nicht zuletzt einige Wohlfühlhormone tragen dazu bei.

Vorteil 4: Trainierte Muskeln

Anspannung und Entspannung, Pulsieren und die Anregung der Drüsen sorgen dafür, dass die Muskeln im Beckenboden einiges zu tun haben. Sie werden während der Stimulation und beim Orgasmus trainiert, was sich unter anderem positiv auf die Blasenkontrolle auswirkt.

Vorteil 5: Glückshormone

Oxytocin, Endorphine, Noradrenalin und Serotonin – Masturbation und Orgasmus setzen einen Cocktail an Wohlfühlhormonen frei, der bei der Entspannung hilft und sogar depressive Verstimmungen positiv beeinflussen kann.

Vorteil 6: Körper und Vorlieben kennenlernen

Mädchen und Frauen wurde jahrelang eingeredet, dass Selbstbefriedigung etwas Schmutziges und Männliches ist. Selbst Hand anlegen oder einen Vibrator benutzen? Das ist sogar in nicht christlichen Haushalten verpönt. Abgesehen davon sollten Frauen historisch betrachtet auch keinen Spaß am Sex haben.

Das Ergebnis: Viele Frauen wissen bis heute nicht, was sie mögen, was sie wirklich erregt und zum Höhepunkt bringt. Wer das selbst im Alleingang nicht schafft, kann sich erst recht nicht auf eine andere Person verlassen.

Mach es besser und finde es heraus. Welche Gedanken, Erotica und Toys bringen dich in Stimmung? Wie gelangst du am schnellsten und sichersten zum Orgasmus? Umso besser du dich selbst kennst, desto einfacher und befriedigender wird der Sex mit einem Partner.

Vorteil 7: Sexuelle Lust steigern

Wer sich regelmäßig selbst befriedigt, ist auch in Partnerschaften zufriedener mit seinem Sexleben und hat häufiger Sex. Kein Wunder, denn Masturbation kann in Stimmung bringen, die Lust steigern und baut – siehe oben – Stress ab.

Stress ist einer der Hauptgründe für ein eingeschlafenes Sexleben in Beziehungen. Hast du Mittel und Wege besser damit umzugehen, kann das die Erotik zwischen dir und deinem Partner neu entfachen.

Ab wann ist Masturbation normal?

Spätestens mit dem Einsetzen der Pubertät, deren Beginn vollkommen unterschiedlich erfolgen kann. Allerdings ist ein erigierter Penis oder eine feuchte Scheide bereits bei Säuglingen normal. Ebenso normal ist es, dass Kleinkinder damit beginnen, ihren Körper zu erkunden und selbstbefriedigende Handlungen ausleben.

Wichtig: Nicht verbieten, nicht schlechtreden, nicht als eklig bezeichnen. Bring deinen Kindern bei, was Intimsphäre bedeutet. Nicht, dass Onanieren etwas Schlechtes ist.


Wie viel Selbstbefriedigung ist normal?

Mehrfach täglich oder nur einmal im Monat? Das und alles dazwischen kann vollkommen normal sein. Ungesund wird es, wenn du dir die Masturbation verbietest oder ein Zwang entsteht. Zudem gibt es erhebliche Schwankungen im Laufe des Lebens. Während der Pubertät oder während eines Eisprungs ist die Lust in der Regel höher als in extrem stressigen Zeiten.

Gibt es zu viel Selbstbefriedigung?

Ja. Mehrmals täglich kann zu Hochzeiten vollkommen normal und gesund sein. Problematisch und ungesund wird es, wenn aus der Selbstbefriedigung ein wirklicher und anhaltender Zwang wird.

Vernachlässigst du andere Bereiche deines Lebens? Bist du für mehr als zwei bis drei Tage immer wieder erregt? Drehen sich deine Gedanken nur noch darum? Dann ist Hilfe notwendig.

Ist Masturbieren in Beziehungen normal?

Ja! Lange Zeit hielt sich hier das Vorurteil und der Irrglaube, bei einem erfüllten Sexleben hätten die Partner keine Masturbation mehr nötig. Vor allem Frauen fassen es zudem als persönliche Beleidigung auf, wenn der Partner sich selbst befriedigt.

Dabei handelt es sich um zwei vollkommen verschiedene Dinge. Bei der Selbstbefriedigung geht es um die Person selbst. Es sind keine Gedanken an den Partner notwendig, keine Rücksichtnahme, kein Warten darauf, ob der oder die andere in Stimmung ist. Es ist eine Form der Self Care und hat mit der Beziehung nichts zu tun. Dazu ist es – vollkommen pragmatisch betrachtet – in der Regel eine effektive Form, um schnell Druck abzubauen.

Über das gemeinsame Sexleben sagt es daher nichts aus.  

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