Wenn es um die Familienplanung geht, treten drei Fragen viel zu selten auf, und zwar, ob und warum du ein Kind willst und ob du bereit dafür bist. Dabei sind es gerade diese drei Fragen, die sich unbedingt jeder stellen und beantworten sollte. Hier findest du Hilfe dabei.
- Warum will ich ein Kind?
- Habe ich genug Erfahrung mit Kindern?
- Unterhalt dich mit Eltern
- Ist meine Partnerschaft stabil?
- Kann ich allein für ein Kind sorgen?
- Traue ich meinem Partner zu, dass er sich allein um ein Kind kümmern kann?
- Habe ich verlässliche Hilfe?
- Kann ich mit den Auswirkungen auf meine Karriere leben?
- Bin ich bereit für ein Kind? Sei schonungslos ehrlich zu dir selbst, aber lass dich nicht entmutigen!
Warum will ich ein Kind?
Was versprichst du dir von einem Kind? Willst du endlich jemanden, der dich bedingungslos liebt? Der dich nicht verlassen kann? Freust du dich darauf, deine Erfahrungen und deine Glaubenssätze weiterzugeben? Soll es deine Beziehung kitten oder sie vervollständigen?
Geh in dich und sei ehrlich zu dir selbst. Denkbar ungünstige Gründe sind:
- Weil Kinder niedlich sind.
- Weil alle anderen Kinder bekommen.
- Weil ich halt will.
Stell deine Erwartungshaltung auf den Prüfstand.
Habe ich genug Erfahrung mit Kindern?
Wann immer sich jemand einen Hund oder ein ähnlich anspruchsvolles Haustier zulegen will, geben wohlmeinende und erfahrene Experten den ultimativen Tipp: Sammle vorher Erfahrungen damit!
Wie soll das denn gehen, solange du noch kein eigenes Kind hast?
Es gibt überraschend viele Möglichkeiten dazu:
- Babysitting:
Ob Verwandte, Bekannte oder Nachbarn – Eltern sind oftmals händeringend auf der Suche nach verlässlichen Babysittern. Absolvier einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, lass dich zum Jugendgruppenleiter ausbilden und erhöh damit deine Chancen, zum gefragten Babysitter zu werden. Gleichzeitig hilfst du anderen und erlebst zahlreiche Facetten des Lebens mit Kindern. Du schaffst zusätzlich mehr Kontakte mit Eltern, was dir bei einem weiteren Tipp zugutekommt.
- Ferienlager:
Werde Helfer oder Betreuer im Ferienlager. Die Aufgaben hier reichen von der 24-Stunden-Betreuung bis hin zum Geben einzelner Kurse oder Unterstützung bei Unternehmungen.
- Ehrenamtliche Hilfe:
Kindertagesstätten, Schulen, Kinderheime und Vereine freuen sich oftmals über ehrenamtliche Unterstützung. Bei einem Ehrenamt kannst du nicht nur Erfahrungen mit Kindern sammeln und etwas Gutes tun, sondern trägst auch zu deinem eigenen Glück bei.
Unterhalt dich mit Eltern
Damit meine ich nicht selbsterklärte Supereltern, die die pflegeleichtesten Kinder der Welt haben und bei denen immer alles perfekt läuft. Angeblich. Unterhalt dich mit normalen Eltern, die gelegentlich am Rande der Verzweiflung sind. Was haben sie sich anders vorgestellt, bevor sie Kinder hatten? Was würden sie wieder machen? Was nicht? Welche Probleme haben sie?
Schau in Foren vorbei, in denen Eltern über ihre Sorgen berichten. Und lies auch, was Menschen zu sagen haben, die die Entscheidung für Kinder bereuen.
Ist meine Partnerschaft stabil?
Obwohl es mittlerweile weithin bekannt sein sollte, kommen noch immer Kitt-Kinder auf die Welt. Kitt-Kinder? Das sind Kinder, die eine Beziehung kitten sollen. Wird aus der Partnerschaft eine Familie, dann wird das schon. Dann übernimmt der Mann endlich mehr Verantwortung, Konflikte verschwinden und überhaupt wird dann nicht mehr so schnell an Trennung gedacht. Schließlich gibt es eine Verbindung durch das Kind. Und diese besteht lebenslang.
Leider geht dieser Gedankengang unfassbar oft nach hinten los. Hinzu kommt noch, dass ein starker Kinderwunsch den Blick auf die Beziehung verschleiern kann. Wer unbedingt ein Kind will, schaut nicht so genau auf die Schwachstellen der Partnerschaft oder redet sie sich schön.
Wirf einen ehrlichen und objektiven Blick auf deine Beziehung. Ist sie stabil, positiv und fördert ihr euch gegenseitig? Fangt ihr euch auf? Oder macht einer die ganze Arbeit? Bringt ihr ein Kind in die Welt, werden selbst kleine Konflikte zu großen Problemen. Viele Partnerschaften scheitern innerhalb der ersten Jahre des Kinderlebens – auch wenn es nicht immer zur offiziellen Trennung kommt. Denn Kinder sind eine Herausforderung, sie verändern die Dynamik der Beziehung und erhöhen das Stresslevel.
Bestehen also Probleme in eurer Partnerschaft? Löst sie, bevor ihr die Beziehung um Nachwuchs erweitert.
Kann ich allein für ein Kind sorgen?
Trennung, Unfall, Krankheit – kannst du allein für ein Kind sorgen, wenn es darauf ankommt? Viele verlassen sich vor der Geburt ihres Kindes darauf, dass sie immer mit ihrem Partner zusammen sein und die Aufgaben gerecht geteilt werden. Leider ist das oftmals nicht der Fall. Frag dich also ehrlich, ob du allein in der Lage bist, ein Kind großzuziehen.
Traue ich meinem Partner zu, dass er sich allein um ein Kind kümmern kann?
Obwohl viele Väter mittlerweile aktiver an der Kindererziehung teilhaben oder es zumindest wollen, fällt immer wieder ein Satz von Müttern:
„Ich kann meinen Mann nicht mit den Kindern allein lassen.“
Zumindest nicht länger als zwei Stunden. Oder, wenn sie krank sind. Oder, wenn sie ins Bett gebracht werden müssen. Oder, wenn sie essen müssen. Oder, wenn…
Hand aufs Herz, traust du deinem Partner oder deiner Partnerin zu, allein für das Kind zu sorgen? Falls nicht, solltest du das Ganze nochmal überdenken.
Habe ich verlässliche Hilfe?
Eltern, Großeltern, Geschwister, enge Freunde – alle Eltern brauchen früher oder später Hilfe. Hast du ein verlässliches soziales Netz, ist das bedeutend einfacher. Zusätzlich oder stattdessen solltest du dich fragen, ob du für Hilfe bezahlen kannst. Kannst du zumindest Teile der Hausarbeit an eine Haushaltshilfe abgeben? Kannst du dir zumindest gelegentlich einen Babysitter leisten?
Kann ich mit den Auswirkungen auf meine Karriere leben?
Kinder verändern das Leben. Dazu gehört auch deine Karriere. Trotz aller guten Vorsätze wird es Zeiten geben, wenn du für dein krankes Kind da sein musst und gleichzeitig eine Deadline drängelt. Wenn die angeblich bombensichere Betreuung abrupt wegfällt und du ungeplant Urlaub nehmen musst, obwohl gerade ein dringendes Projekt ansteht.
Kannst und willst du damit leben, dass andere dich auf der Arbeit überrunden werden?
Bin ich bereit für ein Kind? Sei schonungslos ehrlich zu dir selbst, aber lass dich nicht entmutigen!
Gibt es aktuell Verbesserungsbedarf in deinem Leben, bis du einem Kind den besten Start ermöglichen kannst? Dann verändere es! Nimm die Verbesserungen vor, schaff mehr Sicherheit und Stabilität, um deutlich entspannter ins Elterndasein zu starten. Oder stellst du fest, dass du Kinder doch nicht so toll findest, wie du dachtest?
In beiden Fällen machst du etwas bedeutend besser als viele andere.








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