Wenn aus dem Kinderwunsch das Elterndasein wird, ist plötzlich alles anders. Und oftmals anders als vorher gedacht. Obwohl sich alle schwören, dass sie als Mama und Papa alles besser machen werden, tappen dann doch die meisten in die gleichen Fallen. Willst du die Fettnäpfchen der Familiengründung vermeiden? Wie es funktioniert, erfährst du hier!
- Gute Vorsätze und Realität als Eltern: warum der Wunsch nach Perfektion dein Feind ist
- Fehler 1: Vor dem eigenen Kind keine praktischen Erfahrungen sammeln
- Fehler 2: Trends nicht kritisch hinterfragen
- Fehler 3: Kind, Kind, nur noch Kind
- Fehler 4: Beziehungen vernachlässigen
- Fehler 5: Dich selbst vernachlässigen
- Fehler 6: Mit anderen vergleichen
- Fehler 7: Dir den Rat erfahrener Eltern nicht annehmen
- Fehler 8: Kinder überbehüten und überbeschäftigen
- Fehler 9: Zu den eigenen Eltern werden
- Fehler 10: Das eigene Leben vergessen
- Fehler 11: Abwesenheit überkompensieren
- Fehler 12: Nicht die Mama!
- Fehler 13: Keine authentischen Regeln haben und vorleben
- Fehler 14: Nicht aus der Vergangenheit lernen
- Fehler 15: Keine Grenze zwischen Eltern und Kindern setzen
- Fehler 16: Keine Erwachsenen erziehen
- Fehler 17: Kindern keine Privatsphäre und Geheimnisse zugestehen
- Fehler 18: Kinder nicht ernst nehmen
- Fehler 19: Kinder als Ausrede verwenden
- Die größten Fehler von Eltern: nachmachen, statt besser machen
Gute Vorsätze und Realität als Eltern: warum der Wunsch nach Perfektion dein Feind ist
Eltern machen Fehler. Schließlich sind auch wir nur Menschen und jeder von uns bringt eigene Prägungen, Erinnerungen, Erfahrungen und Einstellungen mit. Sehr oft sind die Fehler aber vermeidbar, wenn du zum einen reflektierst und zum anderen aus den Fehlern anderer Eltern lernst. Auch, wenn beides im Alltagstrubel mit Kind schwerfällt.
Bereit für einen Blick auf die größten Fehler, die Eltern machen und wie du sie vermeidest? Los geht’s!
Fehler 1: Vor dem eigenen Kind keine praktischen Erfahrungen sammeln
Vor nicht allzu langer Zeit war es vollkommen normal, mehrere Kinder und eine große Familie zu haben. Viele verdienten bereits als Jugendliche Geld als Babysitter und betreuten kleine Geschwister mit. Erfahrungen mit Kindern waren also in der Praxis und mit reichlich reellen Aspekten schon lange vor dem ersten eigenen Kind vorhanden.
Heute sieht das anders aus. Werdende Eltern oder solche, die es werden wollen, haben daher eine reichlich romantische Vorstellung vom Elterndasein und beziehen ihr oftmals rein theoretisches Wissen aus Ratgebern. Kommen sie dann auf dem Boden der Realität an, gibt es ein böses Erwachen.
„Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt!“
„Es kann sich ja keiner vorstellen, wie anstrengend das ist!“
„Ich bereue es, Kinder zu haben.“
Sind Sätze, die häufig fallen – oder zumindest gedacht werden.
Besser: Sammle vor deinem ersten eigenen Kind Erfahrungen mit Kindern. Biete dich als Babysitter für Freunde und Familie an, unternimm mehr mit Eltern junger Kinder und hör zu, wenn sie dir von ihren Problemen berichten.
Fehler 2: Trends nicht kritisch hinterfragen
Was haben schwarze Pädagogik, antiautoritäre Erziehung und Attachement Parenting gemeinsam? Sie alle waren Trends. Was so gern als Erziehungsstil bezeichnet wird, ist leider viel zu oft ein Mitlaufen mit anderen, weil es gerade IN ist.
Besser: Hinterfrag Erziehungstrends und -stile kritisch!
Etwas zu machen, weil es alle anderen so machen, zeugt weder von Reife noch von Reflektion und ist schon gar nicht authentisch.
Fehler 3: Kind, Kind, nur noch Kind
Samstagabend, ein lang geplantes Treffen. Heute soll es zur Abwechslung mal nicht um Kinder gehen, sondern um alles andere. Der Babysitter ist bestellt, Getränke und Snacks stehen bereit. Und dann gehen sie los, die Gespräche über KiTa, Paw Patrol und Pippa Pig. Wie es ansonsten im Leben aussieht, bleibt unklar, aber immerhin sind alle auf dem neuesten Stand bei den liebsten Serien des Nachwuchses, über seine Freunde informiert und haben 193 Bilder gesehen.
Besser: Wer gerade neu im Elterndasein gelandet ist, hat logischerweise viel zu berichten. Spätestens nach den ersten drei Jahren sollte es aber auch wieder andere Themen im Leben und in Freundschaften geben. Das gilt ebenso für die Partnerschaft wie für Freundschaften und die Familie. Andere Mitglieder der Familie und Bekanntschaften haben schließlich auch noch Leben, Bedürfnisse und Geschichten.
Fehler 4: Beziehungen vernachlässigen
Du hast keine Ahnung, was im Leben deiner besten Freundin vor sich geht? Wann hattest du die letzte Date-Night mit deinem Partner? Hast du gerade mal wieder ein Treffen mit Freunden abgesagt, weil stattdessen ein Playdate mit Freunden deines Kindes stattfindet?
Vor allem bei der (falsch verstandenen) bedürfnisorientierten Erziehung bleiben die Beziehungen der Eltern untereinander und außerhalb auf der Strecke. Damit Leben sie ihren Kindern oftmals reichlich verquere Werte vor und stehen im Fall der Fälle alleine da.
Besser: Dein Kind kann das Wichtigste in deinem Leben sein, ohne 24/7 im alleinigen Mittelpunkt zu stehen. Pflege deine Partnerschaft, deine Freundschaften und die Beziehung zu dem Rest deiner Familie. Das bekommt deinem Nachwuchs und dir deutlich besser.
Fehler 5: Dich selbst vernachlässigen
Eine Bekannte berichtete einmal stolz davon, dass sie in den ersten Jahren mit Kind nichts anderes machte, als sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Sie kochte nicht, duschte so gut wie nicht, unterhielt sich nicht mit Freunden, verfolgte ihre Hobbys nicht, jede Sekunde jeden Tages ging es nur um das Kind.
Gesund für Eltern und Kinder sieht anders aus. Wer sich für den Nachwuchs selbst vernachlässigt, gibt oftmals vor, im besten Sinne des Kindes zu handeln. Doch das stimmt ganz und gar nicht. Nicht nur, dass deine Batterien irgendwann leer sind, wenn du deine (Grund-) Bedürfnisse ignorierst und deine Beziehungen leiden. Du bist auch noch ein furchtbares Vorbild.
Besser: Nimm dir Zeiten nur für dich. Pflege dich, deine Freundschaften und deine Interessen. Dadurch lebst du deinem Kind vor, wie ein ausgewogenes und gesundes Leben aussieht.
Fehler 6: Mit anderen vergleichen
„Thorben-Malte kann ja schon…“
„Also das macht die Priscilla-Ivaine ja schon seit…“
„Also wir folgen ja…“
Nicht nur selbsterklärte Supereltern machen aus dem Großziehen von Kindern einen Wettkampf. Wessen Kind kann was am schnellsten? Wer macht die pädagogisch wertvollsten 50 Sachen pro Tag und warum hast du eigentlich noch nicht diese drei Trend-Spielzeuge gekauft, die unbedingt jedes Kind haben muss?
Vergleiche mit anderen enden häufig darin, dass vollkommen unsinniger Stress aufgebaut wird und ein falsches Bild entsteht.
Besser: Achte darauf, ob ihr glücklich seid. Könntet ihr manches optimieren? Dann schau dir Tipps und Tricks ab oder frag gezielt nach Ratschlägen.
Fehler 7: Dir den Rat erfahrener Eltern nicht annehmen
„Heute macht man das anders!“
Natürlich gibt es Fortschritte und andere Ansichten, was die Kindererziehung betrifft. Deswegen ist aber noch lange nicht alles schlecht oder veraltet, was erfahrene Eltern dir mitgeben können. Vom Hausmittel bis zur Beschäftigungsidee hast du in deinen Eltern und Großeltern einen unfassbaren Erfahrungsschatz, den viele leider ungenutzt lassen.
Besser: Frag ruhig mal gezielt nach, was deine Eltern oder Eltern erwachsener Kinder gemacht haben. Was würden sie immer wieder machen? Was war ein totaler Reinfall? Wovon wünschen sie sich heute, dass sie es anders gemacht hätten? Welche Fehler bereuen sie? Und dann lern daraus. Du musst nicht alles kopieren. Ebenso wenig musst du aus Trotz alles anders machen.
Fehler 8: Kinder überbehüten und überbeschäftigen
Ein Kurs hier, das Playdate da, im Anschluss noch gemeinsam spielen und gemeinsam einen Film schauen, gemeinsam ins Familienbett gehen, gemeinsam aufstehen, gemeinsam basteln und danach gründlich durchgetaktet lesen, Ausflüge, Spielplatzbesuche…
Manche Eltern halten absolut alles von ihren Kindern fern, was auch nur im Ansatz unangenehm sein könnte. Darunter auch fünf Minuten Langeweile und selbst eine Beschäftigung finden. Das Ergebnis sind Kinder, die sich nicht selbst beschäftigen und selbst das kleinste Problem nicht allein lösen können.
Besser: Pack euren Wochenplan nicht voll. Verbringt das Wochenende mal ganz langweilig zu Hause. Sag mal nein, wenn dein Kind spielen, du aber gerade mal dringend Zeit für dich haben willst. Trau deinem Kind zu, dass es selbst Lösungen und Aktivitäten findet.
Fehler 9: Zu den eigenen Eltern werden
Die meisten Eltern kleiner Kinder nehmen sich vor, nicht zu ihren Eltern zu werden. Und dann hören sie sich Sätze sagen, die Wort für Wort aus dem Mund der eigenen Mutter oder des eigenen Vaters stammen könnten. Das ist ziemlich auffällig. Das Übernehmen anderer Verhaltensweisen verläuft deutlich schleichender.
Dabei kann es sich darum handeln, dass du nach dem 30. Nein doch Ja sagst, dass du ein Kind dem anderen vorziehst oder, dass ihr nach außen die harmonische Bilderbuchfamilie vorspielt, selbst wenn es gerade Krach gab. Hast du dich bei deiner Mutter immer darüber geärgert, dass sie sich nur beschwert und über andere aufregt? Oder bei deinem Vater über unsinnige Regeln, an die er sich selbst nicht hielt und bei denen es nur um Macht ging?
Besser: Reflektier dein Verhalten immer wieder. Nimm es ernst, wenn dich jemand darauf hinweist, dass du das gleiche Verhalten bei deinem Vater oder bei deiner Mutter furchtbar findest. Das hört zwar niemand gerne, aber es sollte dir zu denken geben.
Fehler 10: Das eigene Leben vergessen
Die Elternschaft sorgt für neue Prioritäten. Keine Frage. Was dir zuvor wichtig war, rückt vor allem in den ersten Jahren in den Hintergrund. Aber da solltest du es auch wieder vorholen.
Was hast du vor deinen Kindern liebend gerne gemacht? Liebst du Musik, warst zuvor in einer Band, einem Chor oder einem Orchester? Hast du Modellbau betrieben oder warst sportlich unterwegs? Hast du dich regelmäßig mit Freunden getroffen und Spieleabende veranstaltet?
Besser: Vergiss diesen Teil deines Lebens nicht. Ob Wandern und Fahrradtouren oder Tanzen gehen – zeig deinen Kindern, dass du nicht nur Mama oder Papa bist, sondern ein Mensch mit Interessen, Freunden und einem Leben fernab des Spielplatzes.
Fehler 11: Abwesenheit überkompensieren
Es ist für so manchen eine Zerreißprobe, zur Arbeit zurückzukehren, eine Geschäftsreise zu unternehmen oder eigenen Hobbys ohne Kinder nachzugehen. Oftmals kommt dabei das schlechte Gewissen auf und in der Folge werden Kinder mit Geschenken und Aufmerksamkeit überschüttet, nicht mehr aus dem Blick gelassen und vermeintliche „Quality Time“ ganz großgeschrieben.
Besser: Verbanne den Gedanken, dass dein Kind ohne dich leidet. Im Gegenteil, Zeit allein mit dem anderen Elternteil, den Großeltern, Onkel und Tante, einem lieben Babysitter oder Freunden tut deinem Kind gut. Und schafft gleichzeitig ein größeres, verlässliches soziales Netz und mehr Bindungen, von denen du und dein Kind profitieren. Es besteht also kein Grund, den Nachwuchs im Anschluss zu trösten. Und damit sind wir beim nächsten großen Fehler angelangt, den viele Eltern machen:
Fehler 12: Nicht die Mama!
Mit der Verbreitung der bedürfnisorientierten Erziehung verbreitete sich auch ein Problem, das nicht in unser Jahrhundert und nicht in unsere Gesellschaft zu gehören scheint. Allen voran Mütter interpretierten die bedürfnisorientierte Erziehung als regelrechtes Versklaven für das Kind. Es kann nur die Mama geben! Zwischen Dauertragen, ständigem Stillen, Windelwechsel allein durch die Mutter, Baden nur durch die Mutter, Familienbett allein mit der Mutter – gibt es dann eben nur sie: die Mutter.
So geprägte Kinder lassen sich in der Regel von niemand anderem beruhigen oder trösten. Sie können nicht ohne sie schlafen, keine Erkältung durchstehen, wenn sich der Papa um sie kümmert und „allein“ bei den Großeltern, Onkel, Tante oder Babysittern zu bleiben, funktioniert maximal für ein paar Stunden.
Das kommt weder den Eltern noch den Kindern zugute.
Besser: Binde Partner, Familie und Freunde stärker ein. Du verteilst damit nicht nur die Arbeit und erleichterst deine Last, du schaffst damit extreme Vorteile für dein Kind. Es heißt nicht umsonst: „Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Lass das Dorf helfen.
Fehler 13: Keine authentischen Regeln haben und vorleben
„Und wenn alle von der Brücke springen, springst du hinterher?“
Kennst du diesen Satz? Wenn du etwas so machen oder etwas haben wolltest wie alle anderen, war er meist nicht weit entfernt. Waren deine Eltern gleichzeitig der Inbegriff der Mitläufer und haben vieles so gemacht, weil alle anderen in der Umgebung es so machen?
„Weil ich das sage!“
Das ist oft genug ein Hinweis darauf, dass hinter der Regel keine wirkliche Begründung steht und macht sie und dich als Elternteil unglaubwürdig.
„Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“
Während Eltern sich selbst nicht daranhalten und mäkeln? Siehe oben!
Besser: Denk darüber nach, was dir wirklich wichtig ist und warum. Authentische Regeln und Grenzen sind nicht nur einfacher umzusetzen und zu verteidigen. Sie machen dich auch glaubwürdig.
Fehler 14: Nicht aus der Vergangenheit lernen
Jeden Tag wieder dauert es eine halbe Ewigkeit, bis die ganze Familie fertig für die Abreise ist. Jeden Tag wieder regst du dich darüber auf und treibst zur Eile an, damit dann alle gestresst und genervt aufbrechen.
Albert Einstein sagte einst: „Verrückt ist der, der immer die gleichen Dinge tut und andere Ergebnisse erwartet.“
Also mach es anders. Finde Lösungen für die immer gleichen Probleme. Du weißt ganz genau, dass dein Kind schwer vom Bildschirm zu lösen ist? Dann lass es nicht mehr fernsehen oder spielen, wenn ihr gleich dringend aufbrechen müsst. Wird das am Anfang einen Aufstand geben? Ja! Dennoch könnt ihr bessere Alternativen finden und künftige Konflikte vermeiden.
Kommt es im Supermarkt immer wieder zu einem Wutanfall, wenn es die gewünschte Süßigkeit nicht gibt? Hier gibt es reichlich Möglichkeiten, von der Beteiligung am Einkauf bis zur Selbstbestimmung über das Taschengeld.
Fehler 15: Keine Grenze zwischen Eltern und Kindern setzen
Das Wohnzimmer ist eigentlich das Kinderzimmer, denn überall liegen Spielzeug und Bastelsachen. In der Nacht schlafen (meist) Mutter und Kinder im Familienbett. Einen Film für Erwachsene habt ihr zuletzt vor zig Jahren gesehen, was ungefähr mit dem letzten Abend nur für dich und deinen Partner zusammenfällt. Dafür könnt ihr reichlich Kinderfilme auswendig.
Was im Leben eurer Kinder und ihrer Freunde vorgeht wisst ihr bis ins letzte Detail. Was bei euch und euren Freunden passiert? Das ist eine gute Frage, die ihr als Erwachsene unter euch mal beantworten solltet.
Wann hast du zuletzt ein Gespräch nur unter Erwachsenen geführt? Hast du einen Raum, der nur dir oder dir und deinem Partner gehört?
Besser: Als Familie eng zu sein und zusammenzuhalten ist eine wunderbare Sache. Als Erwachsene nur noch Kindersachen zu machen ist es nicht. Zieht eine klare Grenze zwischen euch Erwachsenen und euren Kindern. Schafft Räume und Zeiten, in denen Erwachsene erwachsen und Kinder Kinder sein dürfen. Diese eigenen Reiche sind in jedem Alter wichtig und gesund.
Fehler 16: Keine Erwachsenen erziehen
„Mein Mann kann ja nicht kochen. Oder waschen. Oder putzen. Ehrlich, da fragt sich frau doch!“, sagt sie, und schneidet dem 12-Jährigen die Bratwurst in mundgerechte Stücke. Wie kochendes Wasser aussieht, weiß er maximal aus dem Internet. Sich selbst ein Brot schmieren? Nicht zumutbar für den Kleinen. Waschmaschine bedienen oder auch nur Schmutzwäsche in den Wäschesammler werfen, anstatt über den Boden verteilen? Mama macht das schon.
Besser: Frag dich, was dein Kind als Erwachsener können soll und dann arbeite auf dieses Ziel hin. Möchtest du einen selbstständigen Menschen in die Welt entlassen, der waschen, kochen und putzen kann? Dann fang frühzeitig damit an, Spaß daran zu vermitteln und es zur alltäglichen Normalität werden zu lassen.
Fehler 17: Kindern keine Privatsphäre und Geheimnisse zugestehen
Die Kritik am Familienbett mit zunehmendem Alter der Kinder bezieht sich oft darauf, dass die Paarbeziehung der Eltern leidet oder darauf, dass Kinder sich nur schwer umgewöhnen, je länger sie mit ihren Eltern oder aber meist der Mutter in einem Bett schlafen. Was gerne vergessen wird: Kinder brauchen und verdienen mit zunehmendem Alter auch Privatsphäre, Raum und Zeit für sich selbst und allein.
Besser: Denk an die Grenze zwischen Kindern und Eltern. Schaff klare Bereiche für Kinder, die ganze Familie und Eltern. Führt Anklopfen ein, bevor ihr in den Bereich eines anderen vordringt. Du vermittelst damit Sicherheit, Respekt vor persönlichen Grenzen und schaffst Intimsphären.
Fehler 18: Kinder nicht ernst nehmen
„Ach, der schauspielert schon wieder! Immer gleich so dramatisch!“, sagt sie und lacht über ihren Sohn.
Wer auch nur fünf Minuten darüber nachdenkt stellt fest: Das „dramatische“ Verhalten und auch viele Lügen von Kindern sind oftmals von Eltern gemacht. Lernt der Nachwuchs, dass es erst richtig, richtig schlimm sein muss, bevor Mama oder Papa etwas unternehmen? Welche Wahl hat er dann? Schließlich wird hierdurch vermittelt, dass das „Drama“ nötig ist. Hinzu kommt, dass vieles für Kinder schlimmer ist. Irgendwann ist es eben das erste aufgeschlagene Knie, der erste doofe Freund, der erste Streit, der erste unerfüllte Wunsch. Klar, für dich sind es ferne Erinnerungen und du weißt, es gibt ganz andere Probleme. Für dein Kind ist es aber eventuell das allererste Mal und es muss erst lernen, damit umzugehen.
Fehler 19: Kinder als Ausrede verwenden
„Ich habe Kinder!“, sagt sie, und entzieht sich damit der Inventor. „Das geht nicht wegen der Kinder!“, sagt er und cancelt damit das Treffen mit Freunden.
Natürlich gibt es kaum ein Elternteil offen zu, aber Elternschaft als Ausrede zu verwenden ist weitverbreitet. Mit ihr wird sich vor ungeliebten Aufgaben auf Arbeit gedrückt, Verabredungen abgesagt, Verspätungen wegerklärt und mal wieder aus der Affäre gezogen, denn: Wer will schon als kinder- oder familienfeindlich gelten, wenn er die Ausrede entlarvt?
Geglaubt wird die Ausrede allerdings selten und obendrauf kommt noch, dass sich Eltern damit nicht nur selbst ins Bein schießen. Stellt niemand mehr Mütter oder Frauen im gebärfähigen Alter ein, weil die Arbeit ohnehin immer von anderen erledigt wird? Dafür dürfen sich die Frauen bei anderen Müttern bedanken, die ihre Kinder einmal zu oft als fadenscheinige Entschuldigung verwendet haben. In der Regel immer dann, wenn sie keinen Bock auf gewisse Aufgaben hatten.
Besser: Sei ehrlich. Bist du nach einem langen Tag zu kaputt, um noch auf die Party zu gehen? Dann sag das. Hast du schlicht und einfach keine Lust auf private Veranstaltungen? Sag ab oder besser noch gar nicht erst zu, anstatt andere für dumm zu verkaufen. Klar, bei der Arbeit zählen diese Gründe nicht, Kinder aber schon. Mach dir dabei aber bewusst, welche Auswirkungen dein Verhalten auf andere und auf die Wahrnehmung von dir hat. Mach dir zusätzlich bewusst, welchen Effekt es auf deine Kinder hat. Früher oder später fällt auch ihnen auf, dass du lügst. Willst du so ein Vorbild sein?
Die größten Fehler von Eltern: nachmachen, statt besser machen
Einst war es vollkommen normal, Kinder zu schlagen. Machten ja alle. Es war und ist noch immer normal, Mädchen und Jungs anders zu behandeln – bis hin zur Farbwahl der Kleidung. Machen ja alle.
Nachmachen, was alle anderen machen, lautet das Motto. Gleichzeitig ist das der größte Fehler, den Eltern begehen können. Hinterfrag kritisch, ob Erziehungstrends, Regeln oder Ausstattungen für dich wirklich nötig und sinnvoll sind. Oder finde bessere Lösungen.








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