Lange Autofahrten mit Kindern sind vieles. Zum Beispiel eine grandiose Nerven- und Geduldsprobe und ein Test, wie oft jemand direkt nach der Abfahrt oder der Pause am Rastplatz auf Toilette muss und wie oft du die Frage „Sind wir bald da?“ erträgst. Entspannt sind sie jedoch meist nicht. Mit den folgenden Beschäftigungstipps kannst du die Belastung für euch aber zumindest ein wenig verringern.
- Gut vorbereitet entspannter fahren
- Tipp 1: Apps
- Tipp 2: Aufregende Pausen gestalten
- Tipp 3: Auto-Bingo
- Tipp 4: Blind ertasten
- Tipp 5: Fädeln und Flechten
- Tipp 6: Fahrtüchtige Spielzeuge
- Tipp 7: Foto-Apparat einpacken
- Tipp 8: Hörspielen lauschen
- Tipp 9: Ich sehe was, was du nicht siehst
- Tipp 10: Kettengeschichten
- Tipp 11: Leckereien bereithalten
- Tipp 12: Magnetspiele
- Tipp 13: Malen
- Tipp 14: Pläne schmieden
- Tipp 15: Reisespiele
- Tipp 16: Serien und Filme
- Tipp 17: Überraschungsboxen packen
- Autofahrten mit Kindern – eine Nervenprobe, aber auch eine Herausforderung
Gut vorbereitet entspannter fahren
Der erste Schritt zur entspannten Autofahrt ist die Vorbereitung. Absolut empfehlenswert:
- Starte frühzeitig und möglichst dann, wenn nicht mit ewigen Staus zu rechnen ist.
- Pack das Auto am Tag vor der Abfahrt und durchdacht. Snacks, Wechselkleidung, Utensilien für die schnelle Beseitigung von Flecken und nicht zuletzt Spiele sollten in Reichweite sein und kein Umräumen des Kofferraums erfordern.
- Plane regelmäßige Pausen ein und such dafür passende Orte aus.
- Sorg für eine Nacht voller Ruhe. Lass deine Kinder am Vortag der Reise ausgiebig rennen und spielen, geht schwimmen oder unternehmt eine Radtour. Folgt darauf ein ruhiger Abend, hilft das Auspowern dabei, am nächsten Tag im Auto entspannter zu sein.
- Lass deine Kinder Spielzeuge und Beschäftigungen aussuchen, auf die sie sich im Auto freuen können. Gib dabei von vornherein Optionen an, zwischen denen sie sich entscheiden können. Federball im Auto ist beispielsweise reichlich unpraktisch. Das und ähnlich ungeeignete Aktivitäten werden aber zur Debatte stehen, wenn sich dein Nachwuchs frei etwas aussuchen kann.
- Macht zuvor eine Probefahrt. Mit einem Säugling ist das unnötig, denn der Bewegungsdrang ist bei Babys deutlich geringer. Mit Kleinkindern ist es hingegen eine gute Idee auf kurzen Trips auszuprobieren, was für euch funktioniert und was nicht. Deinen Nerven zuliebe.
Tipp 1: Apps
Die Nutzung von Apps für spielerisches Lernen und altersgerechte Spiele ist im Alltag meist begrenzt. Schließlich willst du nicht, dass dein Kind stundenlange Screen-Time hat. Auf langen Autofahrten darf es hier ruhig eine Ausnahme geben.
Lade entsprechende Spiele und Apps schon vor der Fahrt herunter, um böse Überraschungen zu vermeiden. Stell sicher, dass die Apps auch offline funktionieren und vergiss die vollgeladene Powerbank nicht, damit ein leerer Akku euren Plan nicht zum Kentern bringt.
Alternativ können natürlich auch ein Tablet für Kinder oder Handheld-Konsolen ins Handgepäck wandern.
Tipp 2: Aufregende Pausen gestalten
Langes Stillsitzen fällt vielen Kindern schwer. Umso wichtiger ist es, regelmäßig für Bewegung zu sorgen. Plan schon im Vorfeld, an welchen Rastplätzen oder Abfahrten ihr aktive Pausen verbringen könnt. Wo gibt es Spielplätze oder einen Tierpark, wo könnt ihr ein Picknick machen und im Anschluss eine Runde Ball spielen oder einen Spaziergang einlegen?
Aufregende Pausen sind aber nicht nur zum Abbau der aufgestauten Energie sinnvoll. Sie motivieren, bis zum nächsten Stopp durchzuhalten und im Anschluss darüber zu reden. Dadurch lassen sie selbst lange Fahrten kürzer erscheinen.
Tipp 3: Auto-Bingo
Je nach Alter deines Kindes kannst du Bingo-Karten mit Autofarben, den Buchstaben oder Zahlen auf den Kennzeichen oder aber Automodelle aufführen. Abgesehen von den Preisen, die es dabei zu gewinnen gibt, und dem Abhaken der Kästchen, richtest du den Fokus deines Kindes damit nach außen und auf den Verkehr.
Am schnellsten Bingo zu erreichen und damit einen Preis zu gewinnen, ist also nur ein Teil des Spaßes.
Tipp 4: Blind ertasten
Ein Stift, ein Spielzeug-Auto, eine kleine Packung M&Ms oder Gummibärchen – füll einen Beutel mit kleinen Überraschungen, die dein Kind durch blindes Ertasten erraten muss. Wer richtig rät, darf die Überraschung behalten. Achte bei der Auswahl darauf, dass es Sachen sind, die sich sauber essen lassen oder noch im Auto zum Einsatz kommen können.
Tipp 5: Fädeln und Flechten
Fädel-Spielzeuge und Material zum Flechten von Freundschaftsarmbändern sind eine wunderbare Beschäftigung für alle Kinder, die feinmotorisch orientiert sind oder noch etwas Übung brauchen. Verzichte dabei aber auf Perlen, Strick- oder Häkelnadeln.
Tipp 6: Fahrtüchtige Spielzeuge
Eine schnelle Bremsung, ein unvorsichtiger Griff oder eine falsche Bewegung – im Auto sollten nur Spielzeuge und Spiele vorhanden sein, die keinerlei Gefahr darstellen. Bausteine und Bälle können geworfen zur Gefahr werden und auch wenn dein Kind bereits gut mit größeren und stumpfen Strick- und Häkelnadeln umgehen kann, sollten sie im Auto nicht zum Einsatz kommen. Ebenso wenig wie Bastelscheren und alles, was herunterfallen und sich großzügig im Fahrerraum verteilen kann.
Verwende stattdessen lieber weiche, magnetische oder mit Klett bewährte Spielzeuge.
Tipp 7: Foto-Apparat einpacken
„Mir ist langweilig!“
Falls dieser Satz fällt, mach dein Kind zum Fotoreporter der Reise. Lass es Autos, Straßenschilder oder die Landschaft fotografieren. Auch spezielle Aufgaben sind eine gute Beschäftigung während der Autofahrt. Beispielsweise 5 blaue Autos, 6 LKWs und 7 rote Autos zu fotografieren.
Tipp 8: Hörspielen lauschen
Hörbücher und Hörspiele sind ein toller, spannender oder ruhiger Zeitvertreib auf Autofahrten. Netter Nebeneffekt: Bei Kindern besteht die Möglichkeit, dass sie durch die Geschichten einschlafen.
Bonus-Tipp: Du kannst dir Paw Patrol nicht zum gefühlten 123. Mal anhören? Dann setz auf Kopfhörer für deine Kinder oder überrasch sie mit Hörbüchern und Hörspielen, die dir gefallen. Mittlerweile nahezu Klassiker sind zum Beispiel „Die drei ???“ und „Harry Potter“.
Tipp 9: Ich sehe was, was du nicht siehst
Kennst du dieses Spiel noch aus deiner Kindheit? Der Himmel, ein Baum da hinten, ein Auto einer bestimmten Farbe oder das McDonalds-Schild am Horizont – das Suchen und Raten fordert dein Kind dazu auf, stärker auf die Umgebung zu achten und lässt die Fahrt kurzweiliger erscheinen.
Tipp 10: Kettengeschichten
Es war einmal ein Bauer…
…der einen sprechenden Frosch fand…
…der eigentlich eine verzauberte Ziege war…
Bei Kettengeschichten trägt jeder der Reihe nach ein Stück zu der Geschichte bei und darf dabei ruhig albern sein. Vielleicht findet ihr auf diese Weise heraus, warum der Mann im Mond ständig Schluckauf hat oder, dass Drachen Feuer spucken können, weil sie immer zu scharf essen. Lasst eurer Fantasie freien Lauf!
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Tipp 11: Leckereien bereithalten
Lange Autofahrten sind nicht nur für den oder die Fahrer anstrengend. Kommt zu der Erschöpfung auch noch Hunger, ist schlechte Laune bei allen vorprogrammiert.
Mundgerecht geschnittenes Obst und Gemüse, kleine Sandwiches, Nüsse, Cake Pops – was mit einem Happs im Mund verschwinden kann, lässt sich auch während der Fahrt gut naschen. Dazu darf bei längeren Autofahrten auch mal die eine oder andere Ausnahme auf dem Plan stehen. Burger, Pommes, Currywurst und vielleicht zwei bis fünf Süßigkeiten können Wunder für die Stimmung im Auto bewirken.
Tipp 12: Magnetspiele
Von Bausteinen bis hin zu Figuren und Schach finden sich mittlerweile zahlreiche Magnetspiele auf dem Markt. Konstruiert dein Kind gerne? Mit magnetischen Bau-Elementen geht das auf Autofahrten wunderbar. Wollen sich deine Kinder miteinander beschäftigen? Auch hierbei können Magneten eine Rolle spielen, wie du im Tipp 15 erfährst.
Tipp 13: Malen
Selbst kreativ werden oder ausmalen kann stundenlang für Beschäftigung sorgen. Damit es weder Tränen noch Frust gibt, bieten sich eine Mal-Mappe und ein Kissentablett an. Papier oder Malbuch und Stifte sind damit besser positioniert und sicher verwahrt.
Tipp 14: Pläne schmieden
Fahrt ihr in den Urlaub, besucht ihr Familie oder Freunde? Wenn die Stimmung zu kippen droht, schmiedet Pläne. Was werdet ihr unternehmen, wenn ihr ankommt? Strand, Zoo, Vergnügungspark, Eis essen? Gibt es Spielen mit den Cousins oder Zeit mit den Großeltern?
Die Vorfreude zu kreieren und auszubauen, reduziert schlechte Laune.
Tipp 15: Reisespiele
Mühle, Dame, Mensch ärger dich nicht, Schiffe versenken – bei mehreren Kindern oder, wenn ein Erwachsener sich auf den Nachwuchs konzentrieren kann, bieten sich Gesellschafsspiele an. Setz auf Reisespiele, die durch Magneten oder Steckverbindungen verhindern, dass alles auf den Boden fällt und unter die Sitze rollt.
Seid ihr nur selten lange im Auto unterwegs? Dann ist es sinnvoll, entsprechende Spiele mit anderen Eltern zu tauschen oder eine Spielesammlung anzulegen, die sich auch im Urlaub bewährt.
Tipp 16: Serien und Filme
Tablett, Handy oder Auto DVD-Player anwerfen und los geht das cineastische Vergnügen für Kinder. Mach auf langen Fahrten ruhig eine Ausnahme bei der Screen-Time und lass deinen Nachwuchs Serien und Filme anschauen, wenn Spiele und Malen nicht mehr ausreichend ablenken. Auch zum Einschlafen ist das Anschauen eine gute Idee und kann so manchen Stau überbrücken.
Günstig ist es hierbei aber, Filme und Serien für Kinder als Ass im Ärmel zu behalten. Anderenfalls verlieren andere Beschäftigungen ihren Reiz, und es wird bei vielen Kindern schwierig, während eines Filmes, Pausen einzulegen. Viele Akkus reichen dafür zudem nicht aus.
Denk daran, passende Snacks bereit zu halten. Kleine Knabbereien, Obst und Gemüse gehören schließlich zum Filmspaß dazu.
Tipp 17: Überraschungsboxen packen
Kleine Spiele und Spielzeuge, besondere Süßigkeiten, Stifte mit Glitter, (Mal-)Bücher, Bastelpapier zum Falten mit Anleitungen, ein neues Hörspiel oder ein neuer Film: Kleine Überraschungen, die während der Fahrt ausgepackt werden, sorgen für Freude, gute Laune und halten beschäftigt. Denk bei der Auswahl wiederum daran, dass der Inhalt der Überraschungsboxen autotauglich sein sollte. Schokolade, Ü-Eier oder Bausätze mit unzähligen Kleinteilen sind denkbar ungünstig, denn bei ihnen ist Schmieren und Verlieren der Stücke unter den Sitzen vorprogrammiert.
Autofahrten mit Kindern – eine Nervenprobe, aber auch eine Herausforderung
Spiele und Aktivitäten, genug leckerer Proviant und regelmäßige Pausen sind die beste Basis für eine möglichst friedliche Autofahrt mit Kindern. Betrachtest du die Reise als Road Trip, kann sie sogar Spaß machen und schöne Erinnerungen schaffen. Singt zusammen. Fahrt den Umweg, um eine Sehenswürdigkeit zu besuchen, auch, wenn ihr dadurch später ankommt. Esst die Burger und im Anschluss Donuts. Kreiert eure eigenen Traditionen und macht bei langen Fahrten Ausnahmen, auf die ihr euch bei der nächsten Reise freuen könnt.








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