23 Angewohnheiten, die dir das Leben erleichtern

Bist du ständig gestresst, unzufrieden, müde, hast das Gefühl, dass du nichts schaffst und nie etwas funktioniert? Wenn du morgens schon die Nase voll vom Tag hast und dir vorkommst, als würdest du gegen Windmühlen kämpfen, wird es höchste Zeit für Veränderungen. Mit den folgenden Tipps brauchst du dafür weder ein Jahr Urlaub noch einen Lottogewinn. Neugierig?

  1. Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
    1. Tipp 1: Geh Schritt für Schritt vor
    2. Tipp 2: Schlaf dich glücklicher
    3. Tipp 3: Meal Prep und Ernährungsumstellung – Schritt für Schritt
    4. Tipp 4: Beweg deinen Arsch
    5. Tipp 5: Me-Time und neue Wellness
    6. Tipp 6: Nimm Beziehungen unter die Lupe
    7. Tipp 7: Übe dich in Dankbarkeit und Achtsamkeit
    8. Tipp 8: Optimier dein Zuhause
    9. Tipp 9: Entwickle eine Morgenroutine
    10. Tipp 10: Dokumentiere und feiere Erfolge
    11. Tipp 11: Sieh dich als Freund
    12. Tipp 12: Priorisiere und delegiere
    13. Tipp 13: Lern nein zu sagen
    14. Tipp 14: Kultiviere ein Hobby  
    15. Tipp 15: Organisier dich endlich, aber richtig
    16. Tipp 16: Leg Haushaltstage ein
    17. Tipp 17: Sortier „Helfer“ aus
    18. Tipp 18: Erkenne deine Energieräuber und meide sie
    19. Tipp 19: Investiere überlegt in allen Lebenslagen
    20. Tipp 20: Finde individuelle und unkonventionelle Lösungen
    21. Tipp 21: Hilf anderen
    22. Tipp 22: Nimm Hilfe in Anspruch
    23. Tipp 23: Regelmäßige Kurskorrektur
  2. Gesunde Gewohnheiten schaffen, ohne Selbstoptimierungswahn

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Liegst du gerade schon am Boden, scheint die einzige Möglichkeit für wirkliche Veränderung zu sein, ganz neu anzufangen. Und wäre es nicht unfassbar schön, im Stil von „Eat, Pray, Love“ erstmal ne Runde um die Welt zu reißen, erleuchtet und von Grund auf verändert als neuer Mensch durchzustarten?

Leider gibt es im Leben keine einzelne Reset-Taste und für lange Auszeiten vom Alltag haben die meisten weder die Zeit noch das Geld. Das brauchst du auch nicht. Denn du kannst dein Leben mit kleinen Änderungen verbessern, ohne dabei direkt alles über den Haufen zu werfen. Was du mitbringen musst, ist etwas Geduld. Lass dich von den folgenden Tipps inspirieren und lass dich von ihren Auswirkungen überraschen.

Tipp 1: Geh Schritt für Schritt vor

Kennst du diese Filme, in denen das Leben des Protagonisten gegen die Wand läuft? Der Job läuft miserabel oder sie sind arbeitslos, die Partnerschaft steht kurz vorm Aus oder ist gerade schon gesunken wie die Titanic, sie sind unzufrieden, traurig und in einem tiefen Loch. Dazu ist ihre Wohnung Chaos pur und überhaupt ist alles doof.

Doch dann! Dann kommt die Wende. Untermalt von motivierender Musik beginnt das Make-over und schwupps haben sie in einer 3-minütigen Montage eine neue Frisur, neue Garderobe, sind beruflich erfolgreich, haben ihre Wohnung verwandelt, sind sportlich, glücklich, zufrieden und froh.

Wie geil wäre es, wenn es die „Movie-Make-over-Montage“-Variante auch im wahren Leben gäbe?

Leider haben wir diese Option nicht. Und leider gaukeln derlei Szenen uns vor, dass sich alle Veränderungen innerhalb einer Song-Länge erzielen lassen.

Gehst du alles mit einmal an, erreichst du jedoch das Gegenteil. Du wirst dich verausgaben und maximal kurzfristige Erfolge erzielen.

Besser: Geh Schritt für Schritt vor. Mach jeden Tag etwas, bis es zur Gewohnheit geworden ist, und geh dann das nächste Problem an. Auf diese Weise erzielst du nachhaltige Erfolge, die dein Leben wirklich verbessern und erleichtern.  

Tipp 2: Schlaf dich glücklicher

Fühlst du dich permanent wie gerädert, möchtest morgens liegen bleiben oder dir geht die Energie spätestens am Nachmittag aus? Dafür bist du abends hellwach und findest kein Ende, weil du erst dann wirklich etwas für dich machen kannst?

Damit bist du nicht allein. Du befindest dich in einem Teufelskreis, der mit Schlafmangel einhergeht und durch ihn immer schlimmer wird.

Besser: Betreibe Schlafhygiene, verwandle dein Schlafzimmer in deine persönliche Wohlfühl-Oase und schalte Störfaktoren ab. Das ist leichter gesagt als getan, aber oftmals gibt es individuelle Lösungen – auf die du vor lauter Schlafmangel selbst nicht kommst. Wie du das Problem beseitigst, erfährst du in einem der folgenden Tipps.

Tipp 3: Meal Prep und Ernährungsumstellung – Schritt für Schritt

Deine Ernährung lässt zu wünschen übrig? Fertiggerichte und Fast Food sind feste Bestandteile und du bist mit dem Lieferservice per du? Dein Speiseplan hat ebenso wie Schlaf eine unfassbar große Auswirkung auf dein Wohlbefinden. Damit meine ich nicht die schlanke Linie oder nur, wie gut dein Körper Infektionen abwehren kann. Im großen Maßstab das Falsche zu essen wirkt sich auf die Psyche aus, darauf, wie du dich fühlst, wie schnell du müde wirst und wie resilient du bist.

Ganz zu schweigen von deinem Budget.

„Aber mir fehlt die Zeit!“

Mit durchdachter Meal Prep löst du dieses Problem, und zwar in kürzester Zeit.

„Ich kann nicht kochen!“

Solange du weißt, wo der Herd angeht und wie du ein Messer bedienst, lässt sich das simpel und schnell lernen. Du brauchst nur die richtigen Rezepte.

„Aber ich hab keine Lust, jeden Tag das Gleiche zu essen.“

Wirst du mit der richtigen Meal Prep auch nicht.

„Ich will keine Diät oder auf mein Lieblingsessen verzichten!“

Musst du nicht. Bei einer durchdachten Ernährungsumstellung geht es darum, deinen Speiseplan zu bereichern. Nicht darum, ihn einzuschränken.

Teste die 3S-Regel und erlebe dabei, wie praktisch du gesunde Speisen zubereiten und dabei Zeit, Aufwand und Geld sparen kannst.

Tipp 4: Beweg deinen Arsch

Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung: Die Dreieinigkeit eines gesunden Lebensstils quillt dir vielleicht schon aus den Ohren. Es hat aber gute Gründe, dass die drei Faktoren wieder und wieder betont werden. Denn sie sind das Fundament deines Befindens.

Teste hier aus, was dir gefällt und was dir guttut. Geh dabei wieder Schritt für Schritt vor. Starte deinen Tag mit 5 bis 10 Minuten Yoga. Setz dich beim Telefonieren, beim Scrollen durch Reels oder beim Anschauen deiner liebsten Serie auf den Hometrainer, statt auf die Couch oder Planke direkt nach dem Aufstehen für eine Minute. Diese kleinen Einheiten in den Alltag einzubauen ist deutlich einfacher, als dreimal wöchentlich ins Fitness-Studio zu gehen oder jeden Tag eine Stunde zu joggen.  

Tipp 5: Me-Time und neue Wellness

Ob du dich einsam fühlst oder dich vor Menschen nicht retten kannst: Zeit für dich selbst ist ein wichtiger für ein zufriedenes Leben. Setz dir einen festen Termin pro Tag oder pro Woche, bei dem du keine Anfragen anderer beantworten, dich nicht um die Bedürfnisse anderer kümmern und auch nur mit anderen reden musst. Nimm ein Bad, geh spazieren, koch dein Lieblingsessen, vertief dich in einem Handyspiel, lern Entspannungstechniken oder sing und tanz zu deinen liebsten Songs. Mach, was dir gefällt und was dir guttut. Und vergiss dabei für einen Moment den Rest der Welt.

Tipp 6: Nimm Beziehungen unter die Lupe

Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn und nicht zuletzt die Partnerschaft: Ein soziales Netz ist richtig und wichtig.

ABER: Einige Menschen darin können sich bei genauerem Hinsehen als toxische Einflüsse entpuppen. Hast du „Freunde“, die deine Nummer nur dann kennen, wenn sie etwas von dir wollen? Die aber wundersamer Weise nie Zeit haben, wenn du Hilfe oder auch nur ein offenes Ohr brauchst? Fühlst du dich nach Besuchen bei deiner Schwiegermutter jedes Mal aufs Neue wie ein Fußabtreter und der Sündenbock?

Ein gelegentlicher Frühjahrsputz im Freundeskreis hilft dir dabei, Beziehungen zu verbessern oder sie zu beenden, wenn sie dir bei genauerer Betrachtung schon lange nicht mehr guttun.

Tipp 7: Übe dich in Dankbarkeit und Achtsamkeit

Fühlst du dich gerade wie in einem tiefen Loch, indem du kaum noch das Tageslicht erkennen kannst? Dann ist es selbstverständlich mehr als schwierig, dankbar zu sein. Aber möglich ist es.

Hast du immer noch ein Dach über dem Kopf? Genug zu essen? Strom und fließend Wasser? Bezahlt dein Job, auch wenn du ihn gerade hasst, deinen Lebensunterhalt? Hast du Freunde oder Familie? Diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten sind etwas, für das du dankbar sein kannst.

Richtest du deinen Fokus auf das aus, was du hast, stellt sich Entspannung ein. Probier es aus!

Tipp 8: Optimier dein Zuhause

Ärgerst du dich wieder und wieder über fehlenden Stauraum, deine Chaosecke oder den Schrank, an dem du dich regelmäßig stößt? Ändere das!

Deine Wohnung sollte dein Reich sein, in dem du dich wohlfühlst. Beseitige Ärgernisse, sortier aus, gestalte um und kreiere damit deinen persönlichen Traum vom Wohnen. Das Aufräumen und Umgestalten an sich hat einen ordnenden Effekt, kann dir im Anschluss langfristig Zeit sparen, dein Wohlgefühl und deinen Selbstwert merklich erhöhen. Es kann zudem dazu führen, dass du effizienter arbeitest, besser schläfst und schneller entspannst. Vom Einsparen beim Putzaufwand zum Beispiel ganz zu schweigen.

Tipp 9: Entwickle eine Morgenroutine

Möchtest du dein Wohlbefinden verbessern, musst du bei gesunden Gewohnheiten beginnen. Möchtest du deine Tage verbessern, musst du am Morgen ansetzen.

Bereite dir ein gesundes Frühstück vor. Mach 5 Minuten Sport. Mach dein Bett. Verlass deine Wohnung ordentlich und mit gespültem Abwasch. Nimm dir Zeit, eine realistische To-do-Liste aufzusetzen.

Ja, das erfordert Selbstdisziplin. Aber es bringt dir direkt am Morgen eine Reihe von Erfolgen und damit auch eine bessere Einstellung für den Rest des Tages.

  • Was auch immer passiert, du hast bereits gesund gegessen, damit weniger Hunger und bessere Voraussetzungen dafür, zum Mittagessen eine ebenfalls gesunde Entscheidung zu treffen.
  • Was auch immer noch kommt und egal, wie deine Stimmung am Abend ist, du hast bereits eine Fitness-Einheit hinter dir.
  • Was auch immer passiert, du wirst in eine saubere, ordentliche Wohnung zurückkehren.
  • Du startest organisiert und hast einen Fahrplan, dem du folgen kannst.
  • Du beugst dem Prokrastinieren vor, weil du dich bereits überwunden hast. Danach wird vieles andere leichter.

Möchtest du mit einem Schlag vieles zum Besseren wenden (darunter deine Einstellung), fang am Morgen an! Auch, wenn das am Anfang schwerfällt.  

Tipp 10: Dokumentiere und feiere Erfolge

Führ Tagebuch. Viele erfolgreiche Menschen nutzen ein persönliches Journal dazu, Gedanken und Gefühle, Vorhaben, Rückschläge und Erfolge festzuhalten. Das Aufschreiben hilft ihnen dabei, zu reflektieren. Oder auch die Perspektive zu wechseln, zu planen und Fortschritte anzuerkennen.

Nimm dir die Zeit, dich auf Erfolg auszurichten und gelegentlich zurückzuschauen. Denn erst dann erkennst du häufig, wie weit du bereits gekommen bist – selbst, wenn es sich aktuell nicht so anfühlt.

Tipp 11: Sieh dich als Freund

Einer der besten Tipps, die ich jemals erhielt, kam in einer Zeit der Verzweiflung. Ich war ratlos, sah keinen Ausweg, fühlte mich als Versager, schuldig, obwohl ich das Opfer war, hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte, und war durch die Bank weg hilflos. Eine Frage hat all das geändert:

„Was würden Sie tun, wenn Ihnen ein geliebter Mensch erzählt, was Sie mir gerade erzählt haben?“

Mit einem Schlag fühlte ich mich nicht mehr schuldig. Ich wurde wütend. Denn hätte jemand einem meiner geliebten Menschen das angetan, was mir angetan wurde, würde ich kein Pardon kennen. Und auch keine Verzweiflung oder Hilflosigkeit.

In dem Moment, als ich darüber nachdachte, was wäre, wenn es jemanden betrifft, den ich liebe und den ich beschützen und helfen will, war meine Perspektive eine vollkommen andere. Mit einem Mal hatte ich einen Plan und wusste, was zu tun ist.

Hast du auch einen ausgeprägten Beschützerinstinkt? Nur bei dir selbst funktioniert er nicht? Dann stell dir vor, dein bester Freund hat deine Probleme. Oder deine Schwester. Was würdest du ihnen raten? Welche Schritte wären für dich logisch?  

Tipp 12: Priorisiere und delegiere

Reports anfertigen, Mails beantworten, Einkaufsliste schreiben, dich mal wieder bei deiner Mutter melden, dein Kind braucht dringend noch, Staub wischen müsstest du auch – wenn du nicht mehr weißt, wo dir der Kopf steht, halte einen Moment inne. Was muss wirklich jetzt sofort und von dir erledigt werden? Was kannst du kurz verschieben? Was kannst du abgeben?

Musst du dich zum Beispiel wirklich nach Feierabend durch den Supermarkt quälen? Oder kannst du einfach beim Supermarkt bestellen und liefern lassen? Bist du wirklich der beste Ansprechpartner für dein Kind, obwohl du selbst keine Ahnung von dem Schulprojekt hast? Oder wäre hier nicht ein Nachhilfe-Lehrer, Oma, Opa, Onkel, Tante die bessere Wahl?  

Übervolle To-do-Listen haben oft ihre Ursache im Anspruch an Perfektion und dem Gefühl, alles allein bewältigen zu müssen. Und zwar jetzt sofort. Das kann auf Dauer nur nach hinten losgehen. Also denk einmal ehrlich darüber nach, was du abgeben kannst oder streichen solltest.

Tipp 13: Lern nein zu sagen

Manchen fällt es fürchterlich leicht, andere haben davor Angst. Gehörst du zu der Fraktion, die das Wort „nein“ nur schwer aussprechen kann, weil du befürchtest, dass sich Leute von dir abwenden? Willkommen im Club. Dennoch solltest du es lernen.

Denn:

  1. Nein sagen siebt aus.

Eine Grenze zu ziehen und diese zu verteidigen, ist einer der besten Schutzmechanismen gegen Ausnutzer, Narzissten und sonstige Arschlöcher.

Wendet sich jemand von dir ab, weil du mal nicht kannst oder etwas nicht willst? Kommt es zu Vorwürfen, einem Wutausbruch oder Manipulation, bis du ja sagst? Dann gehört die Person nicht in dein Leben.

2. Grenzen setzen erhöht den Selbstwert.

Hast du schon mal zähneknirschend ja gesagt, obwohl du nein meintest? Hast du dich im Anschluss darüber geärgert, weil dadurch andere Sachen hinten runterfielen oder du den Respekt vor dir selbst verloren hast? Sagst du nein, bleibst standhaft dabei und verteidigst deine Grenze, wächst das Selbstwertgefühl wieder.

3. Du bringst anderen Menschen bei, wie sie dich behandeln sollen.

Jahrelang dachte ich mir frustriert „Mit mir kann man es ja machen!“ – wie Recht ich doch damit hatte. Mit mir konnte man es wirklich machen, denn ich meinte nein, sagte zähneknirschend ja, ließ mich überreden und verzieh Menschen, die es nicht verdienten. Ich zog keine klaren Konsequenzen. Jedes Arschloch wusste, dass er bei mir damit durchkam, dann ein Weilchen nett sein sollte und mit der nächsten Grenzüberschreitung durchkommt.

Hätte ich nach der zweiten Chance gesagt „Noch einmal und das war’s.“ – ich hätte mir so unglaublich viel Belastung erspart und mein Leben so viel leichter gemacht. Ich hätte viel weniger Zeit mit den falschen Personen verschwendet.

Tipp 14: Kultiviere ein Hobby  

Freizeitaktivitäten machen glücklich, steigern Zufriedenheit und Gesundheit und zusätzlich die Effektivität und Produktivität. Bei der Auswahl deiner Hobbys musst du lediglich einen Faktor berücksichtigen: Sie müssen dir Spaß machen.

Geh wandern, leg dir eine Sammlung zu oder brau dein eigenes Bier. Ob du anfängst, Hundekekse zu backen, Bilderrahmen gravierst oder deinen Indoor-Garden pflegst – Hobbys helfen beim Abschalten, schulen andere Fähigkeiten als Arbeit und Alltag und steigern die Motivation. Viele gute Gründe also, deine Freizeit ernstzunehmen und großzuschreiben.

Tipp 15: Organisier dich endlich, aber richtig

An welcher Stelle stolperst du im Haushalt oder auf der Arbeit immer wieder? Was bereitet dir immer wieder Probleme oder löst regelmäßig Panik aus? Ärgerst du dich immer wieder darüber, dass auf deinem Bürotisch Papierstapel entstehen und du den Überblick verlierst? Wirst du kurz vor der Frist für die Steuererklärung hektisch, weil du erst noch die Suche nach Belegen anfangen musst – und das alle Jahre wieder?

Vielleicht musst du vor jedem Besuch einen Grundputz deiner Wohnung durchführen oder fängst erst an zu waschen, wenn dein Schrank leer ist. Wir alle haben sie: unsere Problemzonen.

Sei ehrlich zu dir selbst und halte fest, was dich regelmäßig nervt. Und dann ändere es. Nimm dir beispielsweise zehn Minuten vor Feierabend Zeit, um deinen Schreibtisch aufzuräumen oder organisiere ihn neu. Leg häufigere Waschzeiten fest. Hefte Belege jeden Freitag ab, bevor dein Wochenende beginnt. Du sparst damit Zeit, Nerven und Aufwand.

Tipp 16: Leg Haushaltstage ein

Das mache ich morgen. Das mache ich irgendwann. Ja, das müsste ich mal machen.

Ob es ein Stapel Wäsche ist, knarzende Türscharniere, der Abfluss, der das Wasser nur noch in Zeitlupe durchlässt, die Unordnung im Kleiderschrank oder das Gefrierfach, das abgetaut werden muss: Nimm dir einen Tag pro Monat Zeit, um alles Liegengebliebene und Nötige abzuarbeiten. Hör dabei deine liebste Musik, einen Podcast oder ein Hörbuch, telefonier mit einem Freund oder freu dich über die Stille. Belohn dich im Anschluss mit Zeit für dich.

Der Sinn dahinter: Anstelle eines radikalen Frühjahrsputzes, der deutlich mehr Zeit und Nerven raubt, hältst du den Aufwand für Ausbesserungen, Aufräumen und Ausmisten gering. Du lässt deutlich weniger Chaos aufkommen und hast dadurch auch weniger Anlass, es vor dir herzuschieben.

Tipp 17: Sortier „Helfer“ aus

„Der Saugroboter ist schon toll.“, sagt sie, während sie den Schmutzfang leert, den Robi umständlich in die Ladestation schiebt und dann selbst zum Staubsauger greift. Denn so richtig sauber macht der ja nicht. Und manchmal verfängt er sich. Und in die Ecken kommt er nicht. Und eigentlich erfüllt das Teil keinen anderen Zweck, als Strom zu verbrauchen, mehr Arbeit zu erzeugen und ihr keine wirkliche Arbeit abzunehmen. Aber nun ist er einmal da, der Saugroboter, und es wäre doch schade, wenn sie ihn nicht benutzt und in der Ecke lässt. Dabei verbringt er dort ohnehin die meiste Zeit, wenn er nicht gerade in Zeitlupe jeden dritten Krümel halbherzig erfasst.

Dann geht sie weiter zum Geschirrspüler, ihrem unverzichtbaren Helfer in der Küche. Während sie nun aussortiert, was mal wieder nicht sauber geworden ist, um es dann doch von Hand zu spülen, fallen die Kalkablagerungen auf, die Chemikalie Nr. 4 nötig machen und ein Geschirrspüler-Parfum sollte auch mal wieder rein.

Er hat dafür mal wieder ein Problem mit dem schlüsselfreien Smart-Lock, das niemanden reinlassen will und wird im Anschluss mehrere Stunden mit Updates und Anpassungen verbringen. Um sich die täglichen Sekunden zu sparen, die der Griff zum Lichtschalter in Anspruch nimmt…

Von der Küchenmaschine bis zur Einstellung der Heizung über Smartphone und WLAN gibt es mittlerweile reichlich Spielereien am Markt, die das Leben und den Alltag erleichtern sollen. In der Realität kosten sie bei der Anschaffung, erzeugen Folgekosten und immer wieder auftretenden Aufwand, und nehmen meist nicht einmal im Ansatz so viel Arbeit und Aufwand ab, dass sich die Ausgaben und der Aufwand lohnen.

Mit anderen Worten, sie kosten dich auf vielen Ebenen mehr, als sie dir bringen. Geh einmal kritisch durch die vermeintlichen Helfer in deinem Leben. Saugst und wischst du dem Saug-Wisch-Roboter hinterher? Geht dir deine Smartwatch gehörig auf den Zeiger? Wann hast du zum letzten Mal deinen Thermomix verwendet?

Sortier aus, was dir nichts bringt und geh beim nächsten Kauf bewusster vor. Du schaffst damit nicht nur Stauraum oder hältst ihn frei und schonst dein Budget. Du gehst dadurch auch mit deiner Zeit bewusster um.

Zusätzlich sind beispielsweise Hausputz und Gartenarbeit noch aus anderen Gründen von Vorteil für dich.

Tipp 18: Erkenne deine Energieräuber und meide sie

In unserem Alltag finden sich unglaublich viele Energieräuber, die uns kleinreden, die Motivation stehlen, sinnlos unsere Zeit verplempern oder unsere Gedanken ins Negative lenken. Denkst du gerade an einen bestimmten Menschen in deinem Leben? Dann weg mit der Person!

Aber Energieräuber sind nicht nur Leute, die viel von dir erwarten, dir aber nichts geben, oder dich runtermachen, um sich selbst zu erhöhen. Gegenstände und Gewohnheiten können ebenfalls dazu gehören. Hier nur ein paar der zahlreichen Beispiele:

  • Unordnung: Findest du schon oder suchst du noch?

Lös die Unordnung durch Organisation ab, spar Zeit, Geld und täglich neuen Aufwand. Denn das Suchen entfällt. Stattdessen findest du sofort und hast den Überblick.

  • unrealistische To-do-Listen:

Hast du dir gerade eine zweiseitige Aufgabenliste geschrieben und bist sofort demotiviert? Das ist abzusehen. Priorisiere und geh realistisch mit deinen Kapazitäten und Kräften um.

  • es allen recht machen wollen:

Fühlst du dich oftmals, als würdest du einen Drahtseilakt im Spagat vollbringen, während du auf Eiern läufst? Willst du es allen recht machen, wirst du dich dabei verbiegen. Das kostet schon kurzfristig reichlich Kraft.

  • Vergleiche mit anderen:

Die Bilderbuchfamilie deiner Nachbarn ist so viel besser. Die romantischen Paare auf Instagram und Co. übertrumpfen deine Beziehung. Und überhaupt scheinen alle mehr zu können, besser auszusehen und mehr zu haben als du?

Vergiss bei derartigen Vergleichen nicht, dass du nie das Gesamtbild anderer Leben siehst. Vielleicht ist die Bilderbuchfamilie lediglich eine Fassade, hinter der es bröckelt und das Zusammenleben kalt und hasserfüllt ist. Vielleicht sind die „romantischen Paare“ auf sozialen Medien nur durch die Gemeinsamkeit verbunden, möglichst viele Likes sammeln zu wollen. Und eventuell haben alle mehr materielle Güter als du, während der Rest ihres Lebens erschreckend leer ist.

In jedem Fall bringen dich die Vergleiche nicht weiter. Sie machen dich nur sinnlos unglücklich.

  • unsinnigen Trends folgen:

Wolltest du als Kind einmal unbedingt ein Spielzeug, einen Rucksack, Schuhe oder eine Frisur, weil alle anderen genau das hatten? Haben dir deine Eltern an dieser Stelle gesagt, dass du ja auch nicht von der Brücke springen würdest, nur, weil es alle anderen auch machen.

Ist dir selbst als Kind schon aufgefallen, dass deine Eltern trotzdem auch immer das machten, was andere Eltern machten?

Dem Folgen eines Trends, Zugzwang, Herdentrieb – nenn es, wie du willst – ist weitverbreitet. Es gibt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und gelinde gesagt ist es deutlich einfacher, ein Trittbrettfahrer zu sein und alles wie alle anderen zu machen, als selbst Trendsetter zu sein oder gegen den Strom zu schwimmen und damit zum scheinbaren Außenseiter zu werden. Nicht umsonst zwängen sich Menschen in Skinny Jeans, zwingen sich zum Minimalismus oder fahren an Urlaubsorte, die IN sind. Um sich im Anschluss darüber aufzuregen, dass die hautenge Jeans sie einschränkt. Dass sie sich in der minimalistischen Wohnung unwohl fühlen. Oder, dass die Urlaubsorte gnadenlos überlaufen und überteuert sind.

Mach’s besser. Hinterfrage Trends kritisch und mach dann das, was dir guttut.

Tipp 19: Investiere überlegt in allen Lebenslagen

Wie oft regst du dich über Menschen und vermeintliche Freunde auf, weil sie dich verletzen oder dich ignorieren? Weil du ihr Verhalten dir gegenüber nicht verstehst? Das kostet Kraft, Zeit und bindet deinen Fokus auf Menschen, die keine Aufmerksamkeit von dir verdienen. Wie oft hast du darüber wirkliche Freunde vernachlässigt, die dir guttun und immer für dich da sind?  

Leider neigen viele dazu, viel zu viel Zeit, Energie und Geld an den falschen Stellen zu investieren. Das können falsche Freunde und toxische Menschen sein, die bereits erwähnten Haushaltshelfer, die keine sind, oder aber tatsächliche finanzielle Investitionen.

„Don’t throw good money after bad.”

Wirf gutes Geld, keinem Schlechten hinterher. Dieser Spruch kann eine wunderbare Erinnerung sein und bezieht sich nicht nur auf Geld. Strengst du dich in einer Beziehung immer mehr an, ohne etwas von deinem Partner zu erhalten? Hör auf damit, deine Zeit und deine Emotionen zu verschwenden.

Tipp 20: Finde individuelle und unkonventionelle Lösungen

Du könntest eines deiner Probleme unkonventionell lösen, aber traust dich nicht, weil es sonst keiner macht? Individuelle Lösungen erfordern immer etwas Mut und oftmals Umdenken, können sich jedoch immens lohnen.

Leidet deine Beziehung beispielsweise, seit ihr zusammengezogen seid? Was spricht dagegen, wieder getrennte Wohnung zu haben? Außer natürlich die Meinung anderer.

Willst du endlich mal kinderfreien Urlaub machen, weil du ansonsten nicht entspannst, aber was sollen deine Eltern, deine Schwiegereltern, überhaupt alle Eltern, deine Nachbarn, deine Kinder und dein Mann denken? Mal abgesehen davon, dass dich vermutlich einige davon beneiden werden, spielt der Rest keine Rolle.

Fühlst du dich einsam und hast keine Lust auf Partnersuche oder brauchst dringend mal einen Boost für dein Ego? Buch dir einen Begleitherren oder begib dich auf ein Kuscheldate. Von Veränderungen im Job bis zum Garten in deinem Wohnzimmer darfst du ruhig Kreativität und Individualität beweisen und damit die besten Lösungen für dich finden.

Tipp 21: Hilf anderen

Im Alltag sind wir oft stark auf uns selbst konzentriert und fokussiert. Oder zumindest auf den Partner oder die Familie. Das ist zwar verständlich, immerhin hat jeder Tag nur 24 Stunden. Aber es ist auch schade, denn uns entgehen dadurch viele Vorteile. Darunter:

  • es macht glücklich, anderen zu helfen: Richtig gelesen, wenn du anderen hilfst oder ihnen eine Freude bereitest, belohnt dich dein Hirn mit einer Runde Glückshormone.
  • Dein soziales Netz wächst: Nachbarschaftshilfe oder Ehrenamt, ob du zum Gassigänger im Tierheim wirst oder für deine Nachbarin mit einkaufst, du lernst dabei Menschen kennen, mit denen du anderenfalls nicht in Berührung kommen würdest. Das kann wiederum dir dabei helfen, Einsamkeit zu bekämpfen.   
  • Dankbarkeit wird einfacher: Dankbarkeit stärkt deine Resilienz, lässt dich zufriedener durch den Tag gehen und besser schlafen. Sei dankbar dafür, dass du in der glücklichen Lage bist, anderen helfen zu können.
  • dein Selbstwert wächst:
  • du unternimmst etwas Sinnvolles: Und das wirkt sich positiv auf deinen Selbstwert aus. Hast du ansonsten das Gefühl, nichts zu bewegen? Durch das Helfen schaffst du einen Unterschied im Leben anderer.
  • du lebst länger und bist gesünder: Chronische Schmerzen, hoher Blutdruck, erhöhte Infektanfälligkeit – Studien zeigen, dass helfende Menschen gleichzeitig ihrer Gesundheit etwas Gutes tun und länger leben.  
  • dein Stresslevel sinkt: Obwohl du mehr machst, wirst du entspannter, was bei der sonstigen Alltagshektik ein überzeugender Nebeneffekt ist.

Ganz zu schweigen davon, dass du mit gutem Beispiel vorangehst. Werde zum Vorbild, das andere ebenfalls zum Helfen motiviert und lass dein Umfeld ein klein wenig engagierter und freundlicher werden.

Tipp 22: Nimm Hilfe in Anspruch

Selbstwirksamkeit und Selbstständigkeit sind erstrebenswerte Eigenschaften, die deiner Psyche guttun. Das bedeutet allerdings nicht, dass du nicht gelegentlich um Hilfe bitten solltest. Ja, solltest! Denn auch hierin verbirgt sich ein interessanter psychologischer Effekt.

Gesunde Beziehungen bestehen aus Geben und Nehmen. Dabei darf jedoch nicht einer immer geben, während der andere immer nimmt. Balance ist wichtig. Hinzu kommt noch: Wer dir hilft und damit für dich da ist, investiert in die Beziehung und fühlt sich dir im Anschluss verbundener.

Nicht zu vergessen wiederum der aussortierende Effekt:

Bist du immer für andere da? Lässt du alles stehen und liegen, wenn ein Freund deine Hilfe braucht? Stellst du deine Bedürfnisse hintenan und damit andere über dich? Auf Dauer kannst du dich ausgenutzt und ausgelaugt fühlen, wenn du zwar immer für andere da bist – aber im Zweifelsfall allein dastehst. Oftmals kommt dann noch obendrauf, dass du an einen toxischen Menschen geraten bist, der dich in den Wind schießt, sobald du für ihn keinen Nutzen hast. Je eher das passiert, desto besser.

Hin und wieder um Hilfe zu bitten und auf die Reaktion zu achten, ist also förderlich für gesunde Beziehungen und entlarvt toxische Menschen überraschend schnell.

Tipp 23: Regelmäßige Kurskorrektur

Vor vielen Jahren erklärte mir jemand, dass sich Flugzeuge die meiste Zeit in der Luft nicht auf ihrem eigentlichen Kurs befinden. Das schockierte mich im ersten Moment. Dabei ist es vollkommen logisch. Immerhin gibt es keine klar abgegrenzten Straßen am Himmel, dafür aber jede Menge Wind und sonstige Wetterereignisse, die besser umflogen werden.

Und obwohl Flugzeuge oder besser gesagt Piloten vom Start bis zum Ziel mehr mit Ausweichen und Anpassen beschäftigt sind als damit, auf der schnellsten Strecke zu fliegen, kommen sie ans Ziel. Warum? Weil sie den Kurs immer wieder korrigieren.

Nimm dir regelmäßig Zeit dafür, deinen Kurs zu kontrollieren und bei Bedarf zu korrigieren. Wo willst du hin und wo bist du gerade? Müsstest du mal wieder etwas sparsamer bei den Ausgaben werden? Ist dein Sozialleben eingeschlafen? Bist du unbemerkt in eine Beziehung geschlittert, die dir nicht guttut? Hast du schon lange einen Wunsch, aber noch immer nichts dafür unternommen, ihn dir zu erfüllen?

Setz dich einmal pro Woche oder auch einmal pro Monat hin und überprüfe dein Leben. Was raubt dir Energie, was gibt dir Kraft und entspannt? Was musst du unternehmen, um da hinzukommen, wo du hinwillst? Die häufigen Kurskorrekturen helfen dir dabei, deine Zeit und deine Kräfte sinnvoll einzusetzen und bewahren dich davor, sie an den falschen Stellen zu verschwenden.  

Gesunde Gewohnheiten schaffen, ohne Selbstoptimierungswahn

Lass dir beim Austesten und der Umsetzung der Tipps Zeit und bewahre Geduld. Ebenso wenig wie du nach einer Sporteinheit schlagartig fit bist und du jetzt freudig täglich ein Work-out absolvierst, zeigen andere Gewohnheiten sofort ihren positiven Effekt. Das Geheimnis ist es, dranzubleiben und nicht nach wenigen Tagen aufzugeben.

Geh Schritt für Schritt vor. Damit erhöhst du deine Chancen auf nachhaltigen und anhaltenden Erfolg.

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