Nicht in der Friendzone landen! Das scheint für viele junge Männer von entscheidender Bedeutung. Wagen es sich Mädchen oder Frauen, jemanden zu friendzonen, dann wird ihnen so einiges vorgeworfen. Die Gegenseite betrachtet jedoch kaum jemand. Höchste Zeit also, dass die wirklichen Opfer und Täter der Friendzone zu Wort kommen.
- Friendzone: Zwei Freunde oder eine Masche?
- Frauen als Täter?
- Frauen schulden Männern nichts
- Freundschaft, Friendzone und alles andere
- Wie Frauen leiden, wenn Männer „in der Friendzone“ sind
- Die „nice guys“ und Freunde, die keine sind
Friendzone: Zwei Freunde oder eine Masche?
Es waren einmal eine Frau und ein Mann – oder viel eher ein Mädchen und ein Junge. Beste Freunde. Zwischen die beiden passte kein Blatt, Pech und Schwefel, platonische Seelenverwandte und bar jeder Romantik. Für die junge Frau war ihr Freund der wichtigste Mensch. Für den jungen Mann war sie lediglich jemand, der ihn in die Friendzone schob und ihn damit zum Opfer machte. Aber stimmt das?
Schauen wir einmal genauer hin, und nehmen die „Friendzone“ unter die Lupe:
Frauen als Täter?
Natürlich gibt es sie, die Frauen, die Männern Hoffnungen machen und ihre Dienste unter dem Deckmantel von Freundschaft in Anspruch nehmen. Die Motivation für die Männer? Nach dem Aufbau der Schränke und des Betts dann auch in Letzterem zu landen.
Eine wirkliche Freundschaft ist das von keiner Seite. Während manche Frauen kostenlose Hilfe erhalten und Hoffnungen schüren, gaukeln manche Männer Freundschaften vor und glauben, sie müssten nur oft genug den Drucker installieren oder so tun, als würden sie zuhören. Das hat mit einer Friendzone nichts zu tun. Das sind einfach zwei Menschen, die sich gegenseitig verarschen.
Frauen schulden Männern nichts
Wahre Freundschaften basieren auf gegenseitigem Verständnis, auf Gemeinsamkeiten, auf Unterstützung, Hilfe und Spaß. Sie halten oft länger als die meisten romantischen Beziehungen und können sogar liebevoller sein. Freunde sind füreinander da und fangen sich gegenseitig auf. Ja, vielleicht ist einer besser darin, Möbel aufzubauen, schwere Kisten zu schleppen oder Computer einzurichten als der andere. Ganz unabhängig vom Geschlecht. Wichtig ist, dass es ein Geben und Nehmen gibt – kein Ausnutzen und keine Maschen.
Nein, keine Frau muss die Beine breit machen, weil ein Mann (der vorgibt, ihr Freund zu sein) genug Punkte gesammelt hat. Sie sollte sich auch nicht verarschen lassen müssen. Genau deswegen gilt:
Es ist an der Zeit, die Friendzone abzuschaffen!
Freundschaft, Friendzone und alles andere
Es waren einmal eine junge Frau und ein junger Mann. Beste Freunde. Für sie war diese Freundschaft eine der wichtigsten Beziehungen in ihrem Leben. Gemeinsam durch dick und dünn, dachte sie. Und sie glaubte fest daran, dass sie ihr Leben lang beste Freunde sein würden. Noch nie hatte sie sich jemandem so verbunden gefühlt. Und selten so sicher. Im Gegenzug war sie sein Fels in der Brandung, seine Vertraute, die Person, die immer da ist und hilft, wo sie kann.
Von ihr aus war es eine wahre Freundschaft und platonische Liebe.
Von ihm aus war es hingegen der Versuch, bei ihr zu landen. Was sie erst Jahre später erfuhr. Während sie ihre Hand für ihn und ihre Freundschaft ins Feuer gelegt hätte, beschwerte er sich hinter ihrem Rücken darüber, in der Friendzone gelandet zu sein.
Das sind nicht nur unterschiedliche Perspektiven auf die gleiche Situation. Hier gibt es ganz klar einen Täter und ein Opfer. Nur ist nicht die Frau der Täter. Im Gegenteil. Sie hat niemanden „in die Friendzone geschoben“, sie war schlicht befreundet. Der Mann ist es, der sie von Anfang an hinters Licht führte, sie belog, manipulierte und er ist es auch, für den der „nice guy act“ lediglich ein Mittel zum Zweck war. Eine Masche, die ihn schlussendlich zum Schuss bringen sollte.
Stellen wir uns an dieser Stelle alle einmal genauer vor, wie die Frau sich dabei fühlt.
Wie Frauen leiden, wenn Männer „in der Friendzone“ sind
Zehn Jahre war ich mit einem Jungen, aus dem ein Mann wurde. Zehn Jahre war ich der felsenfesten Überzeugung, er sei mein bester Freund. Ohne jedwede andere Absichten. Nach diesen zehn Jahren zog er mir den Boden unter den Füßen weg und hinterließ neben einer klaffenden Wunde zerstörtes Vertrauen in alle. Denn während ich davon ausging, darauf schwor und mich verließ, dass wir die Unzertrennlichen waren, hatte er es lediglich auf das eine abgesehen.
Nach zehn Jahren offenbarte sich, dass eben diese Freundschaft, die mir so viel bedeutete, für ihn nichts wert und auch keine Freundschaft war. In dem Moment, als er eine andere fand, musste er „keine Hoffnungen mehr hegen“ und sich „nicht mehr in die Friendzone schieben lassen“.
Für mich war das schockierend, und ich war und bin damit nicht allein. Denn in all den Jahren, in denen er mir eine Freundschaft vorgaukelte, tat er eben genau das: Er spielte eine Freundschaft vor. Mit keiner Silbe erwähnte er, dass er etwas anderes wollte. Er teilte mir nie seine Absicht mit, lud mich nie auf eine Verabredung ein und behandelte mich auch ansonsten wie eine platonische Freundin. Mit einem Mal wurde daraus etwas, das ich ihm vermeintlich angetan hatte.
Doch er war nicht das Friendzone-Opfer. Er war der Täter, dessen verlogene Masche nicht aufgegangen war. Wie so viele andere auch, die den verständnisvollen Freund mimen und sich insgeheim darüber ärgern, dass sie zuhören müssen.
Die „nice guys“ und Freunde, die keine sind
Nice guys finish last – heißt es und viele „Freunde“ bemitleiden sich gegenseitig, weil sie in der Friendzone stecken. Dabei sind sie doch so gute Kerle.
Wir müssen damit aufhören, das zu glauben und zu perpetuieren. „Nice guys“ in der „Friendzone“ sind keine netten Typen, keine guten Kerle und sie verdienen kein Mitleid. Sie Männer mit freundlichen Masken und einer Masche. Männer, die manipulativ und frustriert sind. Und Männer, die nicht den Mut aufbringen, ihre Absichten aufrichtig und respektvoll auszusprechen.








Hinterlasse einen Kommentar